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Selection

Cass, Kiera

Übersetzung: Stein, Angela

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Sauerländer

Empfohlen ab: 13 Jahre

ISBN: 9783411811250

Inhalt

35 perfekte Mädchen – und eine von ihnen wird erwählt. Sie wird Prinz Maxon, den Thronfolger des Staates Illeá, heiraten. Für die hübsche America Singer ist das die Chance, aus einer niedrigen Kaste in die oberste Schicht der Gesellschaft aufzusteigen und damit ihre Familie aus der Armut zu befreien.
Doch zu welchem Preis? Will sie vor den Augen des ganzen Landes mit den anderen Mädchen um die Gunst eines Prinzen konkurrieren, den sie gar nicht begehrt? Und will sie auf Aspen verzichten, ihre heimliche große Liebe?

Bewertung

Amerika ein paar hundert Jahre in der Zukunft: Die Vereinigten Staaten wie wir sie kennen existieren nicht mehr. Aus den Trümmern des 5. Weltkriegs ist das Königreich Illeá entstanden, ein Staat mit strengen Regeln und einem festgesetzten Kastensystem. Jeder Bürger ist einer bestimmten Kaste zugeordnet, in denen man nur durch Heirat aufsteigen kann. America Singer wurde in die fünfte Kaste, die Künstlerkaste, geboren und dass was sie und ihre Eltern verdienen reicht gerade für das Nötige. Als das Königshaus ein öffentliches Casting veranstaltet, um eine Frau für den Prinzen Maxon zu suchen sieht Americas Mutter darin die einzige Chance diesem unsicheren Leben zu entfliehen. Doch America will eigentlich gar nicht teilnehmen, da sie mit Aspen zusammen ist, einem Arbeiter aus den unteren Kasten. Diese Verbindung ist gesetzlich verboten, eine Heirat scheint unmöglich. Als Aspen merkt, dass er und America keine sichere gemeinsame Zukunft haben trennt er sich von ihr. America ist am Boden zerstört, aber als sie in die engere Auswahl des Castings kömmt öffnet sich ihr eine völlig neue Welt im Palast. Dort soll sie fortan mit 34 anderen Bewerberinnen um die Aufmerksamkeit des Prinzen Maxon konkurrieren und das vor den Augen des ganzen Landes. Doch will sie das überhaupt? Haben sie und Aspen nicht doch noch eine Chance? Und dann merkt sie, dass Prinz Maxon doch nicht so oberflächlich und langweilig ist wie sie dachte und er sich wirklich für sie zu interessieren scheint…
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es war eine der wenigen Dystopien, von denen es ja momentan genug auf dem Markt gibt, die mich auf Anhieb angesprochen haben. Der Staat Illeá ist nicht so grausam wie beispielsweise Panem, auch wenn dort natürlich längst nicht alles so perfekt ist, wie es anfangs scheint, so wird zum Beispiel der Palast regelmäßig von Rebellen angegriffen. Ich denke, dass diese Probleme in den Folgebänden eine größere Rolle spielen werden. Ich muss zwar zugeben, dass der Name der Protagonistin - America - nicht besonders einfallsreich klingt, doch ihr Charakter ist durchaus nicht oberflächlich. Sie ist ein ganz normales Mädchen, das auch im Palast und gegenüber dem Prinzen versucht, sie selbst zu bleiben. Sie setzt sich auch für die Bedürfnisse der Leute in ihrer Heimat ein und verliert ihren Humor selbst dem Prinzen gegenüber nicht. Auch das typische „Ein Mädchen, zwei Jungen“-Klischee wird auf eine etwas andere Art erzählt, da sich Maxon und Aspen nicht kennen und America im Palast anfangs keinen Kontakt mehr zu Aspen hat.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig zu lesen und ich hatte das Buch (leider) viel zu schnell fertig. Auch wenn sich die Idee mit dem Casting und den 35 Auserwählten, die um einen Prinzen „kämpfen“ müssen sich am Anfang etwas nach „Der Bachelor“ anhört, hat die Autorin sie anders in der Geschichte umgesetzt als ich erwartet hatte: Die Fernsehübertragung des „Castings“ ist auf ein Minimum reduziert. Lediglich im wöchentlichen Bericht des Königshauses sind die Mädchen zu sehen, müssen kleine Interviews geben oder kurze, während der Woche gedrehte Sequenzen werden gezeigt. Die Treffen der Mädchen mit dem Prinzen werden überhaupt nicht gefilmt, so dass die Privatsphäre eines jeden gewahrt wird. Auch der Konkurrenzgedanke zwischen den Mädchen ist nicht so ausgeprägt wie man vermuten könnte. Die Auserwählten versuchen miteinander zurechtzukommen und America findet in Marlee eine echte Freundin. Natürlich kann nicht der Charakter jeder Bewerberin detailliert beschrieben werden, einige werden nicht einmal namentlich erwähnt. Nur die Teilnehmerinnen, die für die Handlung wichtig sind werden genauer beschrieben und ich denke, dass ihre Charaktere auch im Folgeband weiter herausgearbeitet werden. Insgesamt ein toller Trilogie-Auftakt, der Lust auf mehr macht und all denen gefällt, die schon als kleine Mädchen gerne eine Prinzessin sein wollten und diesen Traum immer noch nicht aufgegeben haben.
Ich vergebe 5 Sterne.
Tessa Marie Scholler (15) :: Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Liebe