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Sie hießen die Feinde willkommen

Bloom, Valerie

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2011

Verlag: Fischer Schatzinsel

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783596854110

Inhalt

Das Taino-Mädchen Maruka ist zwölf Sommer alt, als sie auf dem Meer geflügelte Kanus entdeckt, aus denen bleiche Männer steigen. Maruka und ihr Stamm halten diese Männer für Götter und heißen sie willkommen. Doch die Götter haben sonderbare Sitten: Sie sind bekleidet, sie bedecken beim Lachen nicht den Mund mit der Hand, und wenn sie den Goldschmuck der Taino sehen, tritt ein gieriger Glanz in ihre Augen. Und schon bald gebärden sie sich alles andere als freundlich ...

Bewertung

Maruka gehört dem Stamm der Taino an und führt zusammen mit ihrer Familie ein glückliches Leben auf einer abgeschiedenen Insel. Doch dann wird die Insel von einem feindlichen Stamm angegriffen, dessen Mitglieder als Kannibalen gelten, und sie muss mit den anderen Überlebenden fliehen. Seit diesem Tag ist ihr einziger Wunsch, sich endlich aufmachen zu können, um ihre Mutter zu suchen, die sie in den Händen der Feinde glaubt. Doch ihr ganzes bekanntes Leben gerät aus den Fugen, als sie eines Tages auf dem Meer geflügelte Kanus entdeckt, deren Insassen bleiche Männer sind. Diese werden von ihr und ihrem Stamm für Götter gehalten und ihre in den Augen der Eingeborenen merkwürdigen Sitten wie das Tragen von Kleidern werden stillschweigend geduldet. Auch der gierige Glanz, den man in ihren Augen bemerken kann, sobald sie den prachtvollen Goldschmuck der Taino sehen, macht niemanden misstrauisch. Erst als sie sich immer unfreundlicher benehmen, schöpft Maruka Verdacht – doch sie ist eine Frau und niemand hört auf sie. Als sie und ihr Vater, der Häuptling der Taino, verschleppt werden, um als Sklaven verkauft zu werden, gelingt ihr die Flucht und sie gelangt zu der Insel, auf der sie einst ihre Kindheit verbracht hat. Dort kehren ihre Erinnerungen an jenen schrecklichen Tag zurück, an dem sie ihre Mutter verlor. Gleichzeitig fragt sie sich: Wird sie jemals ihren Vater und ihren geliebten Stamm wiedersehen?
Dieses Buch ist auf der einen Seite ein äußerst fesselnder Abenteuerroman über ein junges, mutiges Mädchen, auf der anderen Seite aber auch ein spannender und durchaus realistischer Überblick über die Eroberung Lateinamerikas durch die Weißen. Wie die Taino in diesem Buch waren die Bewohner Amerikas sehr herzlich und vertrauensselig. Ohne Argwohn hießen sie die Fremden als Götter willkommen und besiegelten so ihren eigenen Untergang – wenn sie ihn überhaupt hätten verhindern können. Denn sie besaßen etwas, wofür viele Weiße bereit waren, alles zu geben, was für sie aber selbstverständlich war: Gold. Diese Goldgier wird in dem Buch ebenfalls sehr gut dargestellt.
Insgesamt ist das Buch wirklich empfehlenswert und spannend. Wer hier allerdings viele blutige Kämpfe oder Ähnliches erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Wer aber Abenteuer liebt und sich gerne mit anderen Kulturen beschäftigt, ist genau richtig, denn in diesem Buch wird eine sehr fremdartige, aber – wie ich finde – äußerst interessante Kultur im Rahmen einer fesselnden Geschichte vorgestellt. Ich vergebe für das Buch 4 Sterne.
Susanne Rothkranz (18 Jahre) - Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Historie