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Sternschnuppenstunden von McIntyre, Rachel, Jugendbücher, Aus dem Leben, Erwachsenwerden

Sternschnuppenstunden

McIntyre, Rachel

Übersetzung: Komina, Jessika , Knuffinke, Sandra

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Magellan

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783734850073

Inhalt

Wie wehrt man sich gegen fiese Sprüche und gemeine Angriffe? Aus bitterer Erfahrung weiß Lara: gar nicht. Denn alles, was sie versucht hat, hat ihre Lage nur noch schlimmer gemacht. Deswegen hält sie still, zieht den Kopf ein und fragt sich, ob sie nicht doch schuld ist an der ganzen Misere. Das ändert sich, als sie Ben trifft. Die Stunden mit ihm sind bald die einzigen Lichtblicke in Laras Leben. Durch seine Augen sieht sie sich in einem neuen Licht: Sie ist klug, witzig und hübsch, und was ihr passiert, ist Mobbing der übelsten Sorte. Gemeinsam suchen sie einen Ausweg aus Laras Situation. Und es könnte ihnen gelingen, wäre da nicht ein Problem: Ben ist Laras Lehrer.

Bewertung

Seit Laras Vater seinen Job verloren hat und ihre Mutter deshalb beginnt als Putzfrau zu arbeiten, wird Lara von ihren Mitschülern gehänselt. Jeden Morgen muss sie sich die immer schlimmer werdenden Beleidigungen ihrer Klassenkameradinnen anhören, die mit der Zeit zu körperlichen Angriffen und Verletzungen ihrer Privatsphäre führen. Trotzdem kann Lara niemandem davon erzählen, schon gar nicht ihren stets gestressten Eltern. Die einzigen Lichtblicke sind die Englischstunden bei ihrem neuen, gutaussehenden Klassenlehrer Mr. Jagger, von dem sie sich verstanden fühlt.

Als Mr. Jagger bemerkt, was in der Klasse vor sich geht versucht er, Lara zu helfen und komm dabei den Grenzen immer näher, die er als Lehrer nicht überschreiten sollte...

 

Was mit der fast 16-jährigen Lara passiert, ist Mobbing der übelsten Sorte. Ihre Mitschüler machen ihr das Leben zur Hölle und schrecken vor nichts zurück. Diese Skrupellosigkeit ist im Roman sehr gut dargestellt und auch Laras Hilflosigkeit, Angst und Wut, die sie angesichts dieser Ungerechtigkeit empfindet. Die Autorin macht deutlich, dass „Mobbing-Opfer“ vollkommen willkürlich ausgewählt werden und welche Gruppendynamik hinterm Mobbing steckt, die sogar Laras ehemals beste Freundin zur Feindin macht.

In Tagebucheinträgen erzählt Lara ehrlich und ungeschönt von allem, was sie erleiden muss, spricht aber auch offen über die Gefühle, die sie für ihren Lehrer entwickelt. Die jugendliche Sprache in der die Autorin schreibt wirkt alltagsnah, nicht aufgesetzt und lässt sich gut und flüssig lesen.

Die Beziehung zwischen Lara und Mr. Jagger wird von unterschiedlichen Positionen beleuchtet und am Ende kann jeder für sich entscheiden, ob er sie für richtig hält oder nicht. Zwar wird die Geschichte von Lara selbst erzählt, doch die Bemerkungen von anderen Charakteren erlauben es, Laras Sicht durch die „rosarote Brille“ zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

 

Gerade weil die Prävention von Mobbing das neue Lieblingsthema von Lehrern und den Medien zu sein scheint, verdrehen inzwischen viele Schüler nur genervt die Augen, sobald dieses Thema zur Sprache kommt. Doch „Sternschnuppenstunden“ eröffnet einen sehr persönlichen Blick auf Mobbing und das Leid, das viele Schüler heute deshalb erfahren. Deshalb empfehle ich dieses wunderschön aufgemachte Buch Leserinnen ab 14 Jahren, als Anstoß, den Blick zu schärfen für Menschen, die unter Mobbing zu leiden haben und zur Ermutigung, etwas dagegen zu unternehmen.


Tessa Marie Scholler (17) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Erwachsenwerden