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Strom auf der Tapete von Badey, Andrea / Kühn, Claudia, Jugendbücher, Aus dem Leben, Abenteuer, Erwachsenwerden, Humor , Liebe

Strom auf der Tapete

Badey, Andrea , Kühn, Claudia

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2017

Verlag: Beltz & Gelberg

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783407822116

Inhalt

Ron Robert Ranke hat keinen Plan. Das ist der Plan. Logisch. Aber er hat ein altes Foto aus der Küchenschublade. Deswegen fahren er und die geheimnisvolle Clara mit dem Schneewittchen zur Wahl der Oderbruchkönigin in ein gottverlassenes Dorf an der polnischen Grenze. Damit sich die Wölfe endlich vom Acker machen, und weil er wissen will, wer sein Vater ist. Mann, Mann, Mann ...

Bewertung

Ron Robert Renke hat heute Geburtstag. Das scheint nur keinen zu kümmern. Seine Mutter vergnügt sich lieber mit Mucki-Bert, weswegen Ron Robert seiner Mutter einige Zettelchen schreibt, um wenigstens eine Notiz von sich zu hinterlassen. Darunter das Zettelchen, weil ihn das, vor allem an seinem Geburtstag, brennend interessiert: „Wer ist mein Vater?“. Als Ron Robert nach der Schule mit der komischen und überheblichen Clara wieder zu Hause antanzt, sitzt seine Mutter weinend in der Küche. Der Mucki-Bert ist weg. Dafür steht draußen ein weißer Oldtimer, den Ron Roberts Mutter extra für seinen Geburtstag gemietet hat. Mehr oder weniger heimlich machen sich Ron Robert und Clara auf in die weite Welt, um mit einem Foto, das Ron Robert in einer Schublade entdeckt hat, seinen Vater zu finden. Dass er gar nicht Auto fahren kann, hindert die beiden Abenteurer nicht daran, schließlich den kleinen Ort namens Oderbruch zu erreichen. Dort findet an diesem Abend ein Schönheitswettbewerb statt. Wird Ron Robert etwa dort seinen Vater finden?

 

„Strom auf der Tapete“ ist ein kurz und knackig geschriebenes Buch, das besonders durch seine bildliche und selbstironische Sprache hervorsticht. Die Charaktere werden alle etwas überzeichnet, wobei dies in diese wortspielerische Erzählung passt.

Das Buch ist mit 180 Seiten nicht sehr lang und liest sich unter Umständen schon mal in einer Sitzung aus. Enden tut es mit einem je nach Ansichtssache mehr oder weniger passenden Cliffhanger. Genau das führt aber dazu, dass man nach dem Fertiglesen noch länger über die Protagonisten und ihre Geschichten nachdenkt. Denn Ron Robert wuchs bis jetzt mit einer jungen Mutter auf, die sich mehr um ihre Liebhaber als ihren eigenen Sohn kümmert. Clara sitzt seit einem Unfall vor einem Jahr im Rollstuhl, während ihre Eltern nie zu Hause sind und sie allein in dem reichen elterlichen Anwesen sitzt. Der Leser kann sich in seiner Fantasie eine eigene Geschichte fortspinnen. Das ist auch mal interessant.

 

Mir persönlich war das Buch etwas zu abgedreht und komisch und ich war wegen dessen Kürze überrascht, als ich dann schon die letzte Seite des Buches erreicht hatte. Das Buch wurde mit dem Peter-Härtling-Preis prämiert und im Internet kann ich nur positive Meinungen dazu finden. Am Ende ist es wahrscheinlich Geschmackssache. „Strom auf der Tapete“ empfehle ich interessierten Lesern zwischen 14 und 19 Jahren.

 

Miriam Thiel (20) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Abenteuer, Erwachsenwerden, Humor , Liebe