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Sturm im Elfenland von Hill, Frances G., Jugendbücher, Fantasy, Liebe

Sturm im Elfenland

Hill, Frances G.

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2011

Verlag: ArsEdition

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783760763736

Inhalt

Im Elfenland herrscht Unruhe. Seit König Auberon die Ausübung von Magie verboten hat, regt sich im ganzen Reich Widerstand.
Das Leben der jungen Elfe Alana verläuft jedoch unbeschwert - bis eines Tages unerwarteter Besuch auf das Gut ihres Vaters kommt: Der junge Elf Ivaylo soll in Alanas Familie eine neue Heimat finden. Doch bald erkennt Alana, dass der geheimnisvolle Junge in den alten magischen Künsten bewandert ist… Was ist das Geheimnis des Sternensteins, den Ivaylo bei sich trägt? Und warum öffnen sich plötzlich überall im Elfenland gefährliche Dämonentore?
Tiefer und tiefer gerät Alana in einen Strudel mysteriöser Ereignisse… doch wie kann sie ihren Gefühlen trauen, wenn sie dabei ist, sich in einen Verräter zu verlieben?

Bewertung

Im Elfenland ist nichts mehr, wie es war. Seit dem Attentat auf die königliche Familie, bei der die Königin und die Prinzessin starben, ist der König verbittert und hasst die Magie. Obwohl sie Teil eines jeden Elfs ist, verhängt er ein Verbot und bestraft die Gegner hart. Dies müssen auch Ivaylos Eltern am eigenen Leib erfahren, als sie verdächtigt werden, dunkle Magie zu betreiben. Der junge Ivaylo kann nur hilflos aus einem Versteck zu sehen, bis er selbst gefangen genommen wird. Er wird aus seinem Zuhause, dem Schattenwald, weggebracht und landet einige Jahre später bei seinem Onkel. Was mit seinen Eltern geschehen ist, weiß er nicht - nur, dass des Königs Magier Munir etwas damit zu tun hat.
Ivaylo wird von seinem Onkel und seiner Tante mit offenen Armen empfangen, auch sein Cousin ist freundlich ihm gegenüber. Einzig seine Cousine Alana ist überhaupt nicht begeistert über den neuen Gast, der ab jetzt hier leben soll. Diese Abneigung beruht auf Gegenseitigkeit. Ivaylo möchte seine Eltern finden und zurück in den Schattenwald - nicht hier herumsitzen und lernen. Alana möchte, dass ihre kleine, heile Welt wiederhergestellt wird - indem Ivaylo verschwindet.
Doch es kommt alles ganz anders: Alana bemerkt endlich, dass Ivaylo gar nicht so schlimm ist, wie sie zu Beginn dachte - und freundet sich mit ihm an. Gemeinsam versuchen sie Alanas verborgene Kräfte an die Oberfläche zu bringen - und lassen sich dabei auf eine ganz andere Art der Magie ein, eine Magie, die verboten ist ...
Frances G. Hill schafft hier eine wunderbare Welt voller Magie und Intrigen, die oftmals gar nicht so leicht zu durchschauen ist. Flüssig und in einem relativ einfachen Schreibstil bringt uns die Autorin dem Geschehen näher.
Alanas Charakter ist zu Beginn für den Leser unverständlich nervtötend, da sie überhaupt keinerlei Verständnis für Ivaylos Lage aufbringen kann - der immerhin seine Eltern, sein Zuhause und seine Freunde verloren hat - im Gegenteil: Sie ist eifersüchtig, weil er das Zimmer bekam, in welches sie einziehen wollte. Sie ist neidisch, weil der Lehrer sein magisches Potential entdeckt und deswegen Ivaylo mehr Aufmerksamkeit schenkt - was ihr natürlich überhaupt nicht recht ist, da sie den Hauslehrer sehr attraktiv findet. Oftmals benimmt sich Alana einfach wie eine verwöhnte, zickige Göre - dafür erstaunt es den Leser umso mehr, da sie sich im Laufe der Geschichte geradezu vollkommen umkehrt. Sie empfindet Mitleid mit dem gefangenen Zwerg, sie macht sich Sorgen um Ivaylo und ist nicht mehr so blauäugig und naiv, wie zu Beginn.
Ivaylo ist meiner Meinung nach etwas zu kurz gekommen, da die Autorin sich in meinen Augen nicht so intensiv mit seinen Charaktereigenschaften auseinandergesetzt hat. Alanas Charakter ist schichtenweise gestaltet worden - Ivaylos ist am Anfang gegeben und ändert sich nicht sonderlich. Er macht sich Sorgen um seine Eltern, vermisst seine Freunde, fühlt sich bei seinen Verwandten nicht besonders wohl, resigniert aber etwas. Diese Eigenschaften wiederholen sich ständig - einzig seine Gefühle für Alana werden langsam in den Vordergrund gerückt.
Meiner Meinung nach ist "Sturm im Elfenland" ein gelungenes Fantasy-Buch für Jugendliche und junge Erwachsene. Es war ein schöner Freizeitfüller, aber komplett begeistert hat es mich nicht. Dafür war die Geschichte zu oberflächlich, obwohl mir einige Passagen wirklich gut gefallen haben. Empfehlenswert ja, aber man sollte sich nicht zu viel erhoffen.
Lisa Scholl (20 Jahre) - Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Liebe