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Titus und der verwunschene Wald von Serapion, Theodor, Kinderbücher, Kinderliteratur, Abenteuer, Märchen & Fantasie

Titus und der verwunschene Wald

Serapion, Theodor / Zels, Mirjam

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Märchenakademie

Empfohlen ab: 8 Jahre

ISBN: 9783000529641

Inhalt

Schreck und Schauder: Die verwunschenen Wälder rund um die Märchenakademie in Grimmelsbergen bergen viele Geheimnisse. Titus Haselschein, Schüler dieser Märchenakademie, ist nicht gerade begeistert, als er in seinem dritten Lehrjahr ausziehen muss, um in den Wäldern viele spannende Abenteuer zu erleben. Und benotet werden seine Erlebnisse auch noch! Gut, dass er mit der Elfe Rabea Wintergrün eine Verbündete findet, allerdings eine ziemlich freche und streitlustige. Gemeinsam ziehen sie los und treffen auf viele bekannte Märchenfiguren. Warum hat Rapunzel kurze Haare? Ist der Böse Wolf vielleicht gar nicht mehr böse? Und was führt eigentlich das Rumpelstilzchen schon wieder im Schilde? Für Titus und Rabea beginnt eine aufregende Reise, nach der nichts mehr so ist, wie es vorher war.

Bewertung

Nur wenige aber haben sich die Frage gestellt, was mit dem Gestiefelten Kater, Rapunzel oder den Sieben Zwergen passiert ist, nachdem ihre Geschichte von den Brüdern Grimm "zu Ende erzählt" worden ist. Mit den beiden Figuren Titus Haselschein und der Elfe Rabea erleben Kinder von 8 - 14 Jahren wie es mit elf grimmsche Märchenfiguren nach dem „und wenn sie nicht gestorben sind…“ weitergeht.

 

Die Geschichten sind in die Rahmenhandlung rund um die Märchenakademie von Grimmelsbergen – eine Schule für zukünftige Märchenexperten – eingebettet. Dort ist Titus Schüler und steht vor der Herausforderung, sein Praktisches Jahr in den Wäldern von Grimmelsbergen allein auf sich gestellt bestehen zu müssen.

Autor Dr. Martin Beyer alias Theodor Serapion hat eine umfangreiche Storywelt entwickelt, die die Märchen der Brüder Grimm weiterspinnt. Aber es geht ihm um mehr als nur Märchen. Es geht ihm um Bildung und kulturelle Teilhabe, um Orientierung und Wertebewusstsein.

Märchen und Mythen vermitteln kulturübergreifend ähnliche Ängste und Hoffnungen, Sehnsüchte und Werte. Ein ganz entscheidender Punkt für den Author, wenn es darum geht Kinder unterschiedlicher Herkunft abzuholen und Kompetenzen in den Fächern Deutsch, Musik, Kunst und Sachunterricht zu vermitteln. Beyers Märchenakademie ist insofern eine gelungene Kombination von Narration und Didaktik und kann als Ausgangspunkt für integratives und multimediales Lernen in der Primarstufe verwendet werden.

 

Wir halten Titus für den geborenen Märchenbegeisterer. Seine Erlebnisse im dritten und letzten Lehrjahr an der Märchenakademie sind wahre Abenteuer - und das obgleich die Gestalten denen er begegnet dem Zuhörer SEHR bekannt vorkommen. Es wird dennoch NIE langweilig. Die Kapitel haben für unser 6-jähriges Bücherkind ordernde, aber nicht überfordernde Länge ohne Längen!

„Es ist eine Sache, .. Märchen auswendig zu kennen. Die andere Sache ist es, sie gut erzählen zu können.“

Mit einem eigenen, besonderen Erzählstil schafft der Autor das mühelos. Der Märchenvorleserin (38) gefällt die Dynamik der Geschichten und das Zusammenspiel von Erzähler und Held. Die lebendige Sprache mit den vielen feinen sprachlichen Anspielungen („Schnurberryrucksack“) wirkt garantiert Wortschatz erweiternd. Ausreichend Luft zum Interpretieren und intonieren bleibt dem Vorleser.

Das Bücherkind (6) wurde in ihrer Interessenlage, mit ihren Erfahrungen und Problemen abgeholt. Sie will die Geschichten der Raben, von Rapunzel und Dornröschen besonders würdigen und weist ausdrücklich darauf hin, dass Rumpelstilzchen gruselig und doof ist, die Tänze des Katers und die Tanzbegeisterung Tabeas dagegen besonders schön.

Einige Bilder mehr wären für sie schön gewesen. Die junge Hamburger Illustratorin Mirjam Zels hätte mit ihrem märchenhaften Stil und feinem aber ausdrucksstarken Strich neben den seitenfüllenden Szenen gerne weitere Details beisteuern dürfen. Die eine große Illustration je Episode wurde jeweils sehnsüchtig erwartet.

 

Unser Urteil zu „Titus und der verwunschene Wald“: Aufregend, manchmal schaurig und dennoch immer märchenhaft. Wir beide können es kaum erwarten, dass die Märchenakademie ins nächste Semester geht. Eine neue Geschichte von Titus dürfte gerne wieder auf den Nachttisch zur Vorleserunde.

 

Anja Rosenau und Hannah (6) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Abenteuer, Märchen & Fantasie