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Typisch Mädchen? von Brami, Élisabeth , Kinderbücher, Vorlesen, Aus dem Leben

Typisch Mädchen?

Brami, Élisabeth / Billon-Spagnol, Estelle

Übersetzung: Partzsch, Maren

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Gabriel

Empfohlen ab: 6 Jahre

ISBN: 978352230431

Inhalt

Die beiden französischen Autorinnen Élisabeth Brami und Estelle Billon-Spagnol spielen mit Geschlechterstereotypen und Rollenklischees: In „Typisch Mädchen?“ und „Typisch Jungs?“ nehmen sie sich die tradierten Eigenschaften und Verhaltensweisen, Hobbys, Berufswünsche, Vorlieben und Talente beider Geschlechter vor – und brechen sie humorvoll.

Ihre schmalen Büchlein sind eine Erklärung der Mädchen- und Jungsrechte in 15 Artikeln. Die kurzen Deklarationen hat Estelle Billon-Spagnol mit comichaftem Strich in vielen kleinen szenischen Illustrationen umgesetzt. Sie zeigen: Ob Junge oder Mädchen, jeder hat das Recht auf eigene Persönlichkeit und Selbstbestimmung. So lautet Artikel 1 der Mädchenrechte: „Jedes Mädchen hat das Recht, schmuddelig, verstrubbelt, zerkratzt und wild zu sein.“ Und Artikel 9 der Jungsrechte erklärt: „Jeder Junge hat das Recht, Prinzessinnengeschichten, Gedichte oder Märchen zu lesen und im Kino zu weinen.“

Bewertung

Der Titel reitzte mich als Büchermama, auch wenn er vermuten ließ, dass es hier um Stereotypen geht, die ich aus meinem und dem Leben meiner Kinder lieber fernhalten möchte. Bei uns gibts kein typisch Junge, typisch Mädchen und ich selbst bin alles andere als eine typische Mama, die sich in irgendeine Rolle quetschen lässt.

Warum nun also typisch Mädchen für uns a-typische Typen? Weil es wunderbar ist! Wunderbar, weil es auf den Punkt bringt, dass Stereotypen verbannt werden dürfen.

 

Elisabeth Bramis „Typisch Mädchen“ ist ein Grundgesetz in 15 Artikeln für kleine, freie Personen. Mädchen, die das Recht haben „genau so sein zu dürfen, wie es will.“ Diesen Arikeln gibt es nichts hinzuzufügen - alles Notwendige steht zweifelsfrei geschrieben.

Frech und bunt, wuselig und vielfältig wird der Gesetzestext illustriert von Estelle Billon-Spagnol. Ihr Comicstil steht dafür das Thema auch ganz entspannt angehen zu können und trotzdem „PENG, PUFF, HUUP“ auf den verständlichen Punkt zu kommen: Prinzessin, Irokese, Mädchen- oder Jungs- oder beide, Liebhaber, Strickerin oder Rambo - Du bist frei und gleich an Würde und Rechten - so wie du bist! Dieses kleine Büchlein macht Mut zum Anderssein und ist damit ganz in meinem Sinne: Sei Du, sei frei zu sein, was Du sein möchtest!

 

Das Bücherkind (6) findet den Comicstil der Zeichnungen und das tönen "tieeeef Einatmen.." toll.  Sie kann nicht sofort feststellen, was daran besonders ist, dass Mädchen kurze Haare haben oder Judo machen.  Warum Mädchen explizip alle Farben der Welt tragen dürfen müssen- wo sie das doch eh macht -und zwar alle auf einmal- und warum Mädchen sich an Kinderkacke stören, wo Babies doch so süß sind.

Und am meisten wundert sich das Bücherkind warum ich über "so wenig Text" so lange mit ihr spreche.  Warum? -Weil mir (38) nach der Lektüre erst wieder bewusst wird, wie wichtig es ist über Rechte zu sprechen, auch wenn man ganz selbstverständlich alle hat. Und noch viel besser: das ich diese Rechte als Kind auch schon genau so warnehmen dürfte wie sie jetzt - welch ein Glück! 

Ein interessanter Ansatz der Autorin und pädagogischen Psychologin Élisabeth Brami für (mehr als nur) ein "Bilderbuch"!

 

Anja Rosenau mit Hannah (6) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Aus dem Leben