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Vielleicht dürfen wir bleiben von Kringeland Hald, Ingeborg, Kinderbücher, Kinderliteratur, Aus dem Leben, Zeitgeschehen

Vielleicht dürfen wir bleiben

Kringeland Hald, Ingeborg

Übersetzung: Dörries, Maike

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Carlsen

Empfohlen ab: 11 Jahre

ISBN: 9783551555977

Inhalt

Obwohl seine Flucht aus Bosnien schon fünf Jahre her ist, kann sich Albin noch genau an alles erinnern: an die Soldaten vor der Haustür, an das Blut auf dem Küchenfußboden, an den tagelangen Marsch durch den Wald, die Hitze und den Durst. Jetzt ist Albin elf und lebt in einem sicheren Land, doch wieder ist er auf der Flucht. Um die drohende Abschiebung seiner Familie zu verhindern, ist er abgehauen und versteckt sich in einem fremden Auto, das den Großeltern von Amanda und Lisa gehört. Die Vier sind auf dem Weg in die Ferien …

Bewertung

Albin ist ein elfjähriger Junge, der vor fünf Jahren in Bosnien lebte. Doch dann herrschte Krieg und er und seine Familie mussten alle Sachen stehen und liegen lassen und abhauen. Er kann sich leider immer noch an alle Geschehnisse erinnern, die damals passierten: an die Soldaten, an die vielen Leute und an den steilen Weg bergauf. Bei der Flucht wird sein Vater von den Soldaten umgebracht und nun ist Albin der Mann der Familie. Endlich erreichen sie ein Land ohne Krieg, aber sie erfahren, dass sie als Flüchtlinge nicht länger dort bleiben dürfen. Deshalb haut Albin ab und landet in den Bergen Norwegens. Doch er hat keine Jacke und in den Bergen ist es kalt, so ist er erleichtert, als er eine Holzhütte im Wald entdeckt. Wird er es schaffen, zu überleben? Und wird er seine Familie jemals wiedersehen?

 

Dieser Roman beginnt in einem Bus mit einem Jungen, der sich verstecken will, und man erfährt erst nach und nach, dass es sich um einen bosnischen Flüchtling handelt. Die Kapitel spielen abwechselnd im Präsent und in der Vergangenheit, so entdeckt man, wie er es geschafft hat, im Krieg zu überleben.

 

Dies ist mein erstes Buch, in dem es um ein so ernstes Thema geht, und deshalb wusste ich anfangs noch nicht, wie ich mich beim Lesen fühlen würde. Beim ersten Blick auf das Coverbild habe ich gedacht, dass dieses Buch sehr traurig war, denn die Farben sind sehr kalt mit viel Grau. Doch ich habe mich geirrt, denn es gab auch einige lustige Stellen und die Stimmung war insgesamt nicht zu schwerwiegend. Ich konnte mich sehr gut mit Albin identifizieren, denn das Buch ist in der Ich-Form aus Albins Sicht erzählt, was mir gefallen hat.

Beim Lesen dieses Romans habe ich einige Fragen entdeckt, die ich mir selbst noch nicht gestellt hatte, z. B. ob man als Muslim Schweinefleisch essen darf, wenn man ansonsten verhungern würde. Der Unterschied zwischen diesem Buch und denen, die ich normalerweise lese, ist, dass es hier kein Happy-end gibt, keine Magie und auch keinen Held, der irgendetwas Tolles vollbringt. Dies war sehr ungewöhnlich für mich und auch interessant, doch ich weiß nicht, ob ich unbedingt noch so einen Roman lesen will.

Dieses Buch ist relativ kurz (nur 108 Seiten) und schnell gelesen. Ich empfehle es für Jungen und Mädchen ab 11 Jahren, die nicht sofort anfangen zu heulen, wenn sie etwas Trauriges zu Ohren bekommen, und vergebe ihm 5 Sterne.


Matteo Schmidt (11) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Aus dem Leben, Zeitgeschehen