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Was sieht eigentlich der Regenwurm? von Duprat, Guillaume, Kinderbücher, Sachbücher, Wissen

Was sieht eigentlich der Regenwurm?

Die Welt mit den Augen der Tiere sehen

Duprat, Guillaume

Übersetzung: Schmidt-Wussow, Susanne

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Knesebeck

Empfohlen ab: 8 Jahre

ISBN: 9783868736823

Inhalt

Sehen Hunde eigentlich Farben? Können Katzen wirklich nachts jagen ? Wie finden Insekten Pflanzen? Welche Tiere sehen besser als andere? . . . Diese und viele weitere interessante Fragen, wie Tiere sehen, beantwortet dieses Buch. Bei jedem Porträt verdeckt eine Klappe in Form einer Augenmaske die subjektive Perspektive des Tieres.
Öffnet man die Klappe, zeigt sich, was genau das Tier sieht. Zusätzliche Informationen auf der Rückseite jeder Klappe verraten, wie und warum das Tier die Welt genau so wahrnimmt.

Bewertung

Bei diesem Sachbilderbuch, das der Verlag für Acht- bis Zehnjährige empfiehlt, ist der Titel Programm: Die Frage, was denn eigentlich das eigene Haustier, die Kuh auf der Weide, der am Himmel kreisende Raubvogel oder aber natürlich der Regenwurm sehen, haben sich sicherlich viele Kinder und Erwachsene bereits das ein oder andere Mal gestellt. Der Autor Guillaume Duprat beantwortet diese Frage auf sehr ansprechende, anschauliche und kindgerechte Art und Weise, aber durchaus mit hohem wissenschaftlichem Anspruch.

So beginnt das Buch mit einer allgemeinen, fundierten Einführung in die Anatomie des Auges, seine Funktionsweisen und einer Überlegung, wie es kommt, dass verschiedene Tiere die Welt unterschiedlich wahrnehmen. Die Funktion unseres Sehorgans wird an detaillierten Zeichnungen ebenso erläutert wie die wichtigsten Aspekte des Sehens, die im Folgenden bei jeder einzelnen Tiervorstellung aufgegriffen werden: das Gesichtsfeld, die Farb- und Hell-Dunkel-Wahrnehmung, die Bewegungswahrnehmung und die Sehschärfe.

Im Folgenden ist das Buch in vier große Kapitel unterteilt: Säugetiere, Vögel, die Gruppe der Reptilien, Amphibien, Würmer und Schecken sowie die der Insekten. Nach einer jeweiligen kurzen Einführung in die Besonderheiten der im folgenden vorgestellten Tiere wählt der Autor einzelne Vertreter aus, durch deren Augen der Leser einen Blick in die Welt tun kann – im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Augenpartien der Tiere lassen sich aufklappen und enthüllen eine stets gleiche Szene, nur eben jeweils in der Wahrnehmung des entsprechenden Tieres.

Anhand einer Klappe ganz zu Beginn des Buchs, die den Bildausschnitt aus Menschensicht zeigt, lässt sich auch stets der direkte Vergleich zu unserer eigenen Seheindruck anstellen. Die Innenseite der Klappe liefert eine kurze Erläuterung zum dargestellten Bild.

 

Nicht nur die naturalistischen Zeichnungen und das anspruchsvolle Vokabular unterstreichen die inhaltliche Qualität des Buches; auch das außergewöhnliche, große Format und die Aufmerksamkeit in Bezug auf kleinste Details – so muss man etwa bei der Fledermaus, die ja schließlich kopfüber hängt, das Buch kurzfristig auf den Kopf drehen, und im gezeigten Bildausschnitt der Augenklappen fehlt stets genau das Tier, durch dessen Augen der Leser die Szene gerade betrachtet – zeigen, dass hier mit viel Bedacht und Mühe geschrieben und illustriert und auch die Attraktivität für das kindliche Publikum stets im Auge behalten wurde. Die Aufklappelemente machen schlicht Spaß, und die Texte sind zwar mitunter schwierig, aber hochspannend, sodass auch jüngere Leser gefesselt werden.

 

Ein interessantes, ehrgeiziges, liebevoll umgesetztes Buchprojekt, das auch bei Acht- bis Zehnjährigen mitunter vielleicht eine erwachsene Ansprechperson erforderlich macht, aber ganz sicher die Lektüre wert ist.

 

Fabienne Pfeiffer :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Wissen