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Was uns bleibt ist jetzt von Wolitzer, Meg, Jugendbücher, Aus dem Leben, Erwachsenwerden, Liebe, Tod & Trauer

Was uns bleibt ist jetzt

Wolitzer, Meg

Übersetzung: Koob-Pawis, Petra

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: cbt

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783570162941

Inhalt

Jam durchlebt die erste große Liebe zu Reeve so intensiv wie nichts zuvor. Dann stirbt Reeve und für Jam macht das Leben keinen Sinn mehr. Ein Internat für traumatisierte Teenager soll helfen, und speziell eine exklusive Literaturklasse, der Jam zusammen mit nur vier anderen Schülern zugeteilt wird. Ihre Lehrerin, Mrs Q, gibt ihnen Tagebücher mit. Nichts Neues, denkt Jam, aber als die Jugendlichen dann wirklich nachts darin schreiben, geschieht etwas Unvorstellbares: Sie gelangen nach Belzhar, in die Welt ihrer eigenen Vergangenheit vor dem schrecklichen, alles verändernden Ereignis. Gierig saugt Jam die Zeit mit Reeve in sich auf. Doch mit jeder Seite nähert sich der Tag, an dem sie sich der Wahrheit stellen muss. Ist sie bereit, ihre Zukunft zu opfern, um in der Vergangenheit glücklich zu sein, oder gibt sie der Zukunft eine Chance, sie noch glücklicher zu machen?

Bewertung

Reeve ist Jams erste Liebe, doch er stirbt und lässt sie alleine zurück. Unfähig, ein normales Leben weiterzuführen, wird sie nach Wooden Barn geschickt, eine Schule für emotional fragile Jugendliche. Dort ist sie Teil einer einzigartigen Literaturklasse, auf die sie zunächst überhaupt keine Lust hat, die aber ihre Welt verändern wird.

Ihr wird ein Tagebuch gegeben, in das sie regelmäßig schreiben soll. Nichts Neues für die meisten Teenager, doch es stellt sich heraus, dass dieses Buch sie in eine ganze neue Welt befördert, eine Welt, in der sie wieder ganz ist. Aber irgendwann wird sie sich entscheiden müssen, ob sie stark genug ist, sich der schmerzhaften Realität zu stellen und die Vergangenheit abzuschließen.

 

Zunächst einmal finde ich den Titel und das Cover sehr passend. Die Farben deuten bereits auf die Stimmung des Buches hin, die ernst und tiefgründig ist. Das Buch ist in mehrere Kapitel untergliedert, alle aus der Sicht von Jam, der Hauptperson, erzählt. Die Sprache ist recht unkompliziert, was ich sehr passend empfand für ein Jugendbuch. Es ließ sich gut und flüssig lesen. Die Autorin baut eine fesselnde Spannungskurve auf.

Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was genau mit Reeve passiert ist, worüber Jam bis zum Ende nicht spricht. Zudem baut sie noch die Schicksale anderer Schüler ein, die mich sehr berührt haben.

Was mir sehr schön gefallen hat, ist, wie sehr auf die Emotionen der Charaktere eingegangen wird. Man empfindet mit den einzelnen Leidensgeschichten mit und spürt wirklich den Schmerz, den diese Jugendlichen bereits erfahren mussten. Man fiebert mit und hofft, dass sie es schaffen, ihre Probleme zu überwinden und in die Zukunft zu blicken.

Was mich etwas enttäuscht hat, ist das Ende. Dort wird aufgelöst, wie Jams Trauma zustande gekommen ist. [Achtung Spoiler] Ich hatte mehr erwartet und konnte Jams Reaktion nicht wirklich nachvollziehen. Die erste Liebe ist sehr intensiv und dementsprechend hart ist es, wenn diese endet. Jams Fall ist wohl die extremste mögliche Variante, die mir so noch nicht passiert ist, weshalb ich mich nicht vollständig in sie hineinversetzen konnte. [Ende Spoiler]

 

Alles in allem finde ich, dass „Was uns bleib ist jetzt“ eine wunderschöne, einfühlsame Geschichte über das Leben ist, mit allen Höhen und Tiefen. Es vermittelt, dass es normal und erwünscht ist, sich mit Emotionen, besonders negativen, auseinanderzusetzen und dass man nicht immer mit allem perfekt umgehen können muss. Es drückt eine wichtige Wertschätzung für das Leben aus, denn zu fühlen, heißt zu leben. Ich empfehle das Buch Jugendlichen ab etwa 14 Jahren, die vielleicht selbst eine schwierige Zeit durchleben oder sich einfach nur emotional in ein Buch hineinversetzen möchten.

Ich vergebe 4 Sterne.

 

Lidan Chai (18) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Erwachsenwerden, Liebe, Tod & Trauer