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Wen der Rabe ruft

Band 1

Stiefvater, Maggie

Übersetzung: Knuffinke, Sandra , Komina, Jessika

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: script5

Empfohlen ab: 16 Jahre

ISBN: 9783839001530

Inhalt

Jedes Jahr im April empfängt Blue die Seelen derer, die bald sterben werden, auf dem verwitterten Kirchhof außerhalb ihrer Stadt. Bisher konnte sie sie nur spüren, nie sehen – bis in diesem Jahr plötzlich der Geist eines Jungen aus dem Dunkel auftaucht. Sein Name lautet Gansey, und dass Blue ihn sieht, bedeutet, dass sie der Grund für seinen nahen Tod sein wird.
Seit Blue sich erinnern kann, lebt sie mit der Weissagung, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Ist damit etwa Gansey gemeint?

Bewertung

„Wen der Rabe ruft“ ist der erste Band der neuen Buchreihe von Maggie Stiefvater, die insgesamt vier Bände umfassen wird.
Blues Familie ist alles andere als normal. Sie alle, ihre Mutter, ihre Tante und ein ganzer Haufen von Cousinen, arbeiten als Wahrsagerinnen und leben zusätzlich auch noch alle unter einem Dach. Blue jedoch scheint keine der besonderen Gaben ihrer Familie geerbt zu haben. Das einzige Besondere an ihr ist die Gabe, die Fähigkeiten der Seherinnen zu verstärken und diese rätselhafte Vorhersage, die ihre Mutter ihr schon seit sie denken kann eingeschärft hat. Dass sie nämlich ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten würde.
Als ihre Tante Neeve sie schließlich mit auf die Totenwache nimmt, geschieht etwas seltsames. Zum ersten Mal in ihrem Leben kann Blue selbst einen der Geister sehen, der zu einem Jungen in ihrem Alter zu gehören scheint. Was das bedeutet, wird ihr schnell klar. Dieser Junge wird noch in diesem Jahr sterben und nach dem was ihre Mutter sagt, wird womöglich sie der Grund dafür sein. Trotz all dieser guten Gründe dafür, sich von Gansey und seinen Freunden fernzuhalten, hilft sie den vier Jungs bei der Suche nach dem mysteriösen Glendower. Dabei geraten jedoch Dinge ins Rollen, deren Größe sie sich nicht ihn ihren kühnsten Träumen hätte ausmalen können.
Mir persönlich hat der Roman sehr gut gefallen. Die Geschichte von Blue spielt in einer Welt voller Magie und Übernatürlichen, doch bleibt trotzdem noch eng mit dem tatsächlichen Leben verbunden.
In den ersten Kapiteln scheint die Geschichte noch etwas verwirrend, man begreift nicht sofort, wie die verschiedenen Geschichten zusammenhängen und wie die Beziehungen der Personen zueinander sind. Doch obwohl es vielleicht auch etwas anstrengend ist, verhindert dies natürlich auch, dass die Geschichte vorhersehbar wird. Stattdessen bleibt die Handlung spannend und man entdeckt immer wieder neue Verbindungen und Hinweise, die man zuvor nicht gesehen hat. Es kommt nicht selten vor, dass man sich plötzlich an die Stirn schlägt und sich fragt, wieso man das nicht bereits zuvor erkannt hat.
Hinzukommt, dass die handelnden Charaktere unglaublich komplex sind. Blue, Gansey und ihre Freunde sind nicht wie die typischen Helden aus anderen Geschichten, die meist nur eine herausragenden Charaktereigenschaft haben. Sie sind runde Persönlichkeiten mit Schwächen und Stärken, die auch immer wieder Fehler machen oder unvorhersehbar handeln. Außerdem verändern sie sich zwar über den Verlauf der Geschichte, doch ist die Veränderung niemals unglaubwürdig oder so extrem, dass man den ursprünglichen Charakter nicht mehr erkennt.
Neben der Haupthandlung, nämliche der Suche nach Glendower, gibt es auch einige andere Probleme, mit denen sich die Hauptpersonen herumschlagen müssen. Diese Nebengeschichten weichen jedoch nie zu weit vom roten Faden der Geschichte ab, sondern sind sogar sehr hilfreich, da sie auf ziemlich anschauliche Weise den Charakter der verschiedenen Personen erklären und dabei auch ihr Verhalten leichter verstehen lassen. Und auch wenn die Geschichte an manchen Stellen etwas stagniert, weil etwas anderes im Moment wichtiger ist, so macht es dem Leser wenig aus, weil er trotzdem noch gut unterhalten wird.
Der Schluss ist natürlich nicht wirklich befriedigend, da es der Auftakt einer ganzen Reihe ist. Es wird jedoch ein Teil der Geschichte einigermaßen abgeschlossen, auch wenn der letzte Satz eindeutig einen ziemlichen Cliffhanger darstellt. Doch dies sorgt nur dafür, dass man sich umso mehr auf das nächste Buch freut.
Ich halte „Wen der Rabe ruft“ für ein sehr unterhaltsames, fesselndes und gut durchdachtes Buch und gebe ihm deshalb 5 Sterne.
Elisabeth Stark (16) :: Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Liebe