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Wenn ein lila Nashorn kommt von Kemp, Anna, Bilderbücher, Ohne (viel) Worte, Alltag & Familie

Wenn ein lila Nashorn kommt

Kemp, Anna / Ogilvie, Sara

Übersetzung: Flegler, Leena

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2012

Verlag: Gerstenberg

Empfohlen ab: 3 Jahre

ISBN: 9783836954150

Inhalt

Daisy frühstückt gerade, als ein großes lila Nashorn in die Küche hereinspaziert kommt. Einfach so! Und dann stibitzt es auch noch ein Stück von ihrem Pfannkuchen. Einfach so!
Aufgeregt will Daisy ihren Eltern davon erzählen, aber die sind mit ihren Gedanken wie immer ganz woanders. Doch das Nashorn hat nicht nur Sinn für Gemütlichkeit, es erweist sich auch als prima Zuhörer!
Erst als Daisy und ihre Eltern im Zoo ein Plakat sehen, auf dem von einem verschwundenen lila Nashorn die Rede ist, wird den Eltern klar, dass ihnen offensichtlich etwas Wichtiges entgangen ist...

Bewertung

Jedes Kind hat wahrscheinlich manchmal das Gefühl, dass ihm die eigenen Eltern nicht zuhören. Bei Daisy ist das noch ein bisschen anders. Sie hat den lebendigen Beweis, dass sie ignoriert wird. Ihr Beweis ist riesig, lila, besitzt zwei Hörner und liebt Pfannkuchen. In dem Haus der Familie taucht nämlich tatsächlich ein großes Nashorn auf, das die Toilette benutzt, umfangeich frühstückt und es sich bequem macht. Daisy versucht, dies ihren Eltern zu berichten. Doch die hören ihr nicht richtig zu und bemerken das Nashorn gar nicht. Irgendwann gibt das kleine Mädchen auf und freundet sich mit dem Nashorn an. Sie spielen gemeinsam, unterhalten sich, toben und essen Pizza. Daisy ist zwar noch immer traurig, dass ihr ihre Eltern nicht zuhören oder ihr nicht glauben. Als sie aber Trost bei ihrem neuen Freund sucht, fällt ihr die tiefere Traurigkeit des Tieres auf. Im Gegensatz zu Daisy ist es nämlich sehr weit von Zuhause entfernt. Wie kann man das Nashorn wieder in seine Heimat zurückbringen? Alle Pläne, die Daisy schmiedet scheitern an der Größe oder dem Gewicht des Tieres. Als sie am nächsten Tag mit ihren Eltern in den Zoo geht und endlich auf offene Ohren stößt, wendet sich das Blatt.
Kennt nicht jeder, egal ob Mama, Papa oder Kind, die Situation, dass man mal nicht zuhört? Hier werden die Folgen auf kindliche und dramatische Weise mit viel Witz beschrieben. Das Kind leidet unter der Situation, reißt sich aber zusammen, um dem neuen Freund zu helfen, der weit weg von seiner Heimat ist. Und die Eltern des kleinen Mädchens müssen sich eingestehen, dass sie lieber einmal mehr zuhören und sich mehr kümmern sollten. Am Ende sind alle vereint und kämpfen für eine gemeinsame Sache.
Aber nicht nur die Geschichte überzeugt junge und alte Leser. Das Buch ist auf jeder Seite irgendwie kunterbunt und fröhlich. Immer wieder taucht ein schönes Lila auf, selbst wenn weit und breit kein Nashorn in Sicht ist. Das führt unweigerlich zu guter Laune, wenn man das Buch vorliest. Hinzu kommen sonderbare Details, die nicht Teil der Geschichte sind, den kleinen Entdecker aber belustigen.

O-Ton des Testlesers (4 Jahre): Der Anfang hat mir nicht so gut gefallen, weil ich nicht wusste, dass Eltern manchmal nicht zuhören. Aber sonst hat mir alles gefallen.
Fazit: 4 Sterne für eine fantasievolle und unglaubliche, kleine Lesereise.
Charlene Otremba :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Alltag & Familie