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Wie ein unsichtbares Band von Garland, Inés, Jugendbücher, Aus dem Leben, Liebe

Wie ein unsichtbares Band

Garland, Inés

Übersetzung: Layer, Ilse

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Fischer KJB

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783596854899

Inhalt

Alma verbringt mit ihren Eltern jedes Wochenende auf einer Insel im Flussdelta in der Nähe von Buenos Aires. Die Nachbarskinder Carmen und Marito werden zu ihren Spielgefährten und Freunden. Auf der Insel ist die Welt in Ordnung, soziale Unterschiede scheinen keine Rolle zu spielen. Als Almas Eltern merken, dass ihre Tochter mehr als Freundschaft für Marito empfindet, verbieten sie ihr den Umgang. Doch da ist Alma schon längst mit Marito zusammen …

Bewertung

Fast jedes Wochenende verbringt Alma mit ihren Eltern auf der Insel in der Nähe von Buenos Aires. Ein kleines Haus auf Stelzen ist ihr zweites Zuhause geworden und die Nachbarskinder werden ihre besten Freunde, Carmen und Marito. Gemeinsam erleben die Kinder Abenteuer, wie sie kein anderes Kind in Almas Klasse erlebt, fern von der Großstadt und dem Alltagsleben. Doch mit dem Älterwerden werden Alma mehr und mehr die Unterschiede zwischen sich und den beiden Geschwistern klar, die in amrne Verhältnissen bei ihrer Oma wohnen. Und gleichzeitig spürt sie, dass sie für Marito mehr als nur Freundschaft empfindet. Aber schliesst die Tatsache, dass sie aus der Oberschicht Argentiniens stammt, dass sie mit Marito zusammen kommt? Almas Eltern sind sich dabei jedenfalls sicher - und damit sind sie nicht die einzigen.
Ich muss zugeben: das Buch "Wie ein unsichtbares Band" von Inés Garland ist das erste Buch seit langem, das ich an einem Tag durchgelesen habe. Von der ersten Seite an hat mich die Geschichte von Alma begeistert und der Schreibstil berührt. Detailreich und einfühlsam beschreibt die Autorin die Gefühle und Gedanken der anfangs jungen, etwas naiven Alma, später die einer jungen Frau, die vieles hinterfragt und sich in ihrem Leben nie richtig angekommen fühlt. Das Buch erzählt von Almas Kindheit und Jugend und die Schwerpunkte ändern sich mit dem Alter des Mädchens: anfangs dominieren die Inselbesuche und die Abenteuer, die sie erlebt, die Geschichte, mit der Zeit spielt sich mehr und mehr der Handlung in der Großstadt Buenos Aires ab, die mit ihren rauen Orten und den Kontrasten zwischen arm und reich im Gegensatz zur paradiesischen Insel steht. Während des Lesens fühlt man mit Alma mit und erwischt sich dabei, wie man sich zum Ende des Buches hin - vielleicht genau wie die Protagonistin selbst - die unbeschwerte Zeit der Kindheit Almas auf der Insel zurückwünscht. Es scheint fast, als sei man selbst von den Problemen der aufkommenden Diktatur Argentiniens und den damit entstehenden sozialen Problemen völlig überrollt. Und gleichzeitig liegt die Liebe Almas zu Marito über der ganzen Handlung, selbst, als sich die Lage dramatisch zuspitzt und man das Buch kaum noch aus der Hand legen möchte. Zu all dem kommt noch mein großes Interesse an Südamerika und die vielen Informationen über Argentinien, die geschickt in die Geschichte eingebaut sind.
Ich vergebe 5 Sterne.
Clara Pietrek (17) :: Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Liebe