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Winger von Smith, Andrew, Jugendbücher, Aus dem Leben, Erwachsenwerden, Freundschaft, Liebe

Winger

Smith, Andrew

Übersetzung: Möhring, Hans-Ulrich

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Königskinder

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783551560278

Inhalt

Wenn man Ryan Dean West heißt, Klassenbester und dazu noch zwei Jahre jünger als alle anderen ist, wird einem der Kopf manchmal ins Klo gehängt. Aber Ryan Dean hat größere Sorgen: Wie soll er verhindern, dass sein neuer Zimmergenosse im Internat ihn nachts erwürgt? Noch wichtiger: Wie soll er Annie, die er wahnsinnig liebt, davon überzeugen, dass er nicht zu jung für sie ist? Ohne seinen Freund Joey aus dem Rugby-Team wäre dieses Schuljahr die Hölle. Dass Joey schwul ist, ist Ryan Dean völlig egal. Schließlich liebt er Joey. Auf total unschwule Art, versteht sich. Dann passiert das Undenkbare. Und Ryan Dean West begreift, was wirklich wichtig ist.

Bewertung

Winger ist so richtig arm dran. Er ist nicht nur in der elften Klasse und zwei Jahre jünger als alle anderen (weil er ein so großer Klugscheißer ist!), sondern auch schrecklich verliebt in seine beste Freundin. Auf die steht er schon seit Monaten, doch sie, natürlich auch viel älter, scheint sich überhaupt nicht für ihn zu interessieren. Wie gut, dass ihn da die Freundin seines Zimmerkollegen „ganz süß“ findet und sich äußerst auffällig an Winger heranmacht. Schlimm ist ja noch dazu, dass er zum neuen Schuljahr im Internat in die O’Hall umziehen musste, wo die „bösen Schüler“ untergebracht werden. Das heißt also unappetitliche Gemeinschaftsräume, äußerst strenge Aufsichtspersonen und Mitschüler, die ihn mitten in der Nacht aus dem Bett schmeißen, um Poker zu spielen und sich zu betrinken. Und in all dem Schlamassel muss Winger nun seine Angebetete überzeugen, dass er trotz des ganzen Chaos der Mann ihrer Träume ist.

 

Schon das Cover und die Inhaltsbeschreibung lassen erahnen, dass es sich um ein richtig lustiges und unterhaltsames Buch für Jungs und Mädchen handelt. Besonders toll ist natürlich, dass es in einem Internat spielt – denn dort passieren in vielen Büchern immer die tollsten Geschichten. Ergänzt werden Wingers Geschichten mit seinen eigen erstellten Comics und lustigen Skizzen. Dabei schlägt es aber keinesfalls die 80-%-Zeichnung–20-%-Erzählung-Schiene wie „Greg’s Tagebücher“ ein (die ich übrigens früher verschlang). Genauso lustig wie „Greg’s Tagebuch“ ist „Winger“ jedoch allemal. Nur das Ende ist, um es in Wingers Worten auszudrücken „fuck hart“. Dies gibt dem ganzen Buch aber einen ziemlichen Tiefgang.

Apropos „fuck“ – das Buch ist in Jugendsprache geschrieben und so ist es am Anfang etwas komisch, wenn Winger alle Adjektive mit einem „fuck“ davor (natürlich nur in Gedanken!) verziert. Dies artet aber keinesfalls ins Unangemessene aus. Winger ist einem trotzdem sofort sympathisch. Auch die Nebencharaktere werden – wenn auch etwas klischeehaft - gut beschrieben. Apropos Klischee - das Buch hat einen Jungen als Hauptdarsteller – und so werden aus dessen Sicht die Mädchen oft als „heiß“ und „scharf“ beschrieben. Dies geschieht zwar nicht in einem aufdringlichen, sondern einfach nur teenagerhaften Sinn, aber die Mädchencharaktere hätten an dieser Stelle etwas differenzierter beschrieben werden können. Diese kleinen Bedenken wiegen jedoch nichts im Vergleich zu der Begeisterung, mit der ich das sehr flüssig zu lesende Buch verschlang. Ich kann „Winger“ guten Gewissens allen Mädchen und Jungen ab 11 Jahren empfehlen.

 

Miriam Thiel (19) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Erwachsenwerden, Freundschaft, Liebe