Bilderbücher  >  Zum Vorlesen
Wipfelwärts und Wurzelwärts von Krejtschi, Tobias, Bilderbücher, Zum Vorlesen, Humor

Wipfelwärts und Wurzelwärts

Krejtschi, Tobias

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2012

Verlag: Peter Hammer

Empfohlen ab: 3 Jahre

ISBN: 9783779503705

Inhalt

Im Norden, wo es Elche gibt und Wichte mit gestrickten Mützen, steht im Wald ein Baum. Ganz unten bei den Wurzeln wohnt ein Wicht in seiner Höhle, es ist der Wurzelwicht. Ganz oben im schwankenden Wipfel wohnt der Wipfelwicht. Der Wurzelwicht würde gern mal ganz nach oben. Der Wipfelwicht träumt von der dunklen Höhle ganz unten. So machen sich beide auf den Weg: der eine rauf, der andere runter. Und als sie – nach aufschlussreichen Begegnungen mit anderen Baumbewohnern – endlich angekommen sind? Nun, da hocken sie sich hin und sind zufrieden. Doch die Ruhe täuscht. Wenn man es nämlich dreht, das Leporello, fängt die ganze Kletterei von vorne an.

Bewertung

Weit im Norden bewohnen zwei Wichte einen Baum, der eine staatliche Größe erreicht hat. Doch eines Tages beschließt der Wurzelwicht die schwindelerregende Höhe zu testen und macht sich auf den mühseligen Weg hoch hinaus in die Lüfte. Der Wipfelwicht dagegen möchte den Grund des Baumes mit all seinen Wurzeln und der Dunkelheit erleben und klettert den weiten Weg hinunter. Beide begegnen auf ihrem Kletterweg einer diebischen Elster, einem fleißigen Specht, einer schläfrigen Eule, dem Bauzeichner Meister Biber und einigen weiteren Tieren des Nordens. An ihrem jeweiligen Ziel angekommen, hocken sie sich hin und sind zufrieden.
Tobias Krejtschi verwandelt mit diesem Leporello ein Buch in einen fast lebensechten Baum, zumindest was die Größe von 2,50 m betrifft. In ausgefaltetem Zustand macht diese Kletterpartie der beiden Wichte optisch ganz schön viel her. Die Farben sind ausdrucksstark und doch in natürlichen Erdtönen gehalten. Kleine Details, wie das Gemälde “Der Schrei” von Edvard Munch oder das Album “Girl in Oslo” von Bigbang, welche in den Sammlungen der Tiere auftauchen, fesseln vor allem die elterliche Aufmerksamkeit zusätzlich. Die typischen Eigenheiten der Tiere, wie z. B. eine schlafende Eule oder der klopfende Specht wurden schön herausgearbeitet.
Leider wurde das Potenzial, das in die äußere Erscheinung des Buches investiert wurde, beim Inhalt vernachlässigt. Hier fehlt die nötige Würze. Nicht nur der Ausgang “sie hocken sich hin und sind zufrieden”, sondern auch die jeweiligen Begegnungen mit den Tieren sind eher enttäuschend. Ich hätte mir mehr außergewöhnliche Interaktionen gewünscht und einen weiteren Überraschungseffekt auf der inhaltlichen Ebene.
Fazit: Die äußere Gestaltung zeigt sich sehr gelungen und innovativ. Leider kann da der Inhalt nur begrenzt mithalten.
Viktoria Gerber :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Humor