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Wir sind verbannt von Crewe, Megan, Jugendbücher, Krimi & Thriller, Spannung

Wir sind verbannt

Crewe, Megan

Übersetzung: Salzmann, Birgit

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Fischer KJB

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783596854530

Inhalt

Es beginnt mit einem Jucken. Dann kommt das Fieber. Etwas später verrätst du allen deine Geheimnisse. Nach drei Tagen machen Halluzinationen dich völlig paranoid. Und dann … bist du tot.
Kaelyn und Leo leben auf einer kleinen Insel. Nach einem Streit lässt Kaelyn Leo ohne Abschied aufs Festland ziehen, und kurz darauf – breitet sich ein gefährliches Virus aus! Menschen sterben. Die Insel wird unter Quarantäne gestellt, Kontakt zur Außenwelt gibt es nicht mehr. Die Gesunden streiten um die schwindenden Vorräte. Wird Kaelyn Leo jemals wiedersehen? Hat sie eine Chance zu überleben?

Bewertung

„Wir sind verbannt“ von der kanadischen Autorin Megan Crewe beschreibt das Leben auf einer kleinen Insel in Kanada, in der ein tödliches Virus ausbricht. Dabei beginnt alles so harmlos: Die 16-jährige Kaelyn zieht zurück in ihre Heimat und schreibt Tagebuch. Sie widmet es ihrem ehemalig bestem Freund Leo, der erst kurz zuvor nach einem Streit weggezogen ist. Sie fühlt sich einsam und schreibt ihr Tagebuch in Briefform. Plötzlich findet sie bei einem Spaziergang nur einen seltsamen, toten Vogel, doch dann erkranken auch Menschen an dem Virus. Der Vater ihrer besten Freundin macht den Anfang: Er kratzt sich ununterbrochen, dann beschimpft er alle um sich herum schamlos und schließlich steht er schreiend in seinem Vorgarten – und bald folgen ihm viele andere Inselbewohner. Durch Kaelyns Vater, einem Mikrobiologen, der zur Suche nach einem Heilmittel dazu gezogen wird, erfährt das Mädchen immer aktuelle Neuigkeiten. Immer mehr Menschen infizieren sich und sterben daraufhin, bis die Regierung gewaltsam die Insel abriegelt. Kaelyn fühlt sich in Stich gelassen, sie zweifelt oft am Sinn ihres Weiterlebens, doch dann beschließt sie, ihrem Vater zu helfen. Mit Gav, der auch auf der Insel wohnt, versucht sie das Überleben der restlichen Einwohner zu sichern, doch eine lokale Gang macht ihnen das Leben schwer.
Das Zitat auf der Rückseite des Buches, laut dem man nun Angst vor niesenden Menschen haben sollte, scheint mir etwas übertrieben, aber das Buch ist wirklich toll: Man sinkt richtig in der Geschichte ein, weil Kaelyn den Leser in ihrem Tagebuch auch oft mit „du“ anspricht. So kann man alles miterleben: die Trauer, die Verzweiflung, die Hilflosigkeit und ab und an auch Hoffnung. Die Atmosphäre des Buches packt jeden Leser. Allerdings ist diese Sichtweise auch ein wenig beschränkt, weil man wenig von den Reaktionen der anderen Menschen mitbekommt, man erfährt nur Kaelyns Reaktionen.
Mit der symphytischen Protagonistin konnte ich mich sehr schnell identifizieren. Doch ihre Beziehung zu Leo empfand ich als sehr verwirrend. Nie wird erwähnt, was zwischen den beiden vorgefallen ist, und manche mögen das vielleicht, aber mich hat das sehr vom eigentlichen Thema abgelenkt. Die neu entstandene Beziehung zu Gav jedoch fand ich sehr gut beschrieben; nicht zu kitschig und das Virus bleibt immer noch im Mittelpunkt.
Auch ist das Buch sehr authentisch und spannend gedacht, das Virus erscheint realistisch und könnte tatsächlich so in unserer Welt ausbrechen – was die Geschichte umso schockierender macht. Die Autorin hat sicher viele Nachforschungen angestellt, wie die Ausbreitung und der Verlauf des Virus´ sein könnte, das hebt das Buch von unzähligen anderen Virus-beschreibenden Romanen ab.
Das Ende ist sehr offen. Ein überraschender Cliffhänger verspricht noch einige spannende Erlebnisse, so dass ich mich schon sehr auf den zweiten Teil freue. Ich gebe dem Buch verdiente 5 Sterne und empfehle es sowohl Mädchen als auch Jungs ab 14 Jahren, sicherlich werden auch viele Erwachsene ihre Freude an diesem Thriller haben.
Daria Lipsky (15) :: Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Spannung