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Wir tanzen nicht nach Führers Pfeife von Zöller, Elisabeth, Jugendbücher, Historie, Deutsche Geschichte

Wir tanzen nicht nach Führers Pfeife

Ein Tatschen-Thriller über die Edelweißpiraten

Zöller, Elisabeth

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2012

Verlag: Hanser

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783446240247

Inhalt

1943, in den Trümmern Kölns: Der 17-jährige Paul ist in den Augen der Nationalsozialisten Halbjude. Als er in ein Lager gebracht werden soll, taucht er in der zerbombten Stadt unter. Auf seiner Flucht lernt er Franzi, deren Bruder und einige andere Jungen kennen, die mit der HJ nichts zu tun haben wollen. Sie treffen sich am alten Bunker, rauchen und erzählen sich Naziwitze. Manchmal verteilen sie auch Flugblätter oder planen Sabotageakte. Als einer von ihnen bei einem Überfall erschossen wird, nimmt ihr Leben eine dramatische Wende: Sie geraten ins Visier der Gestapo.

Bewertung

Als die Nazis den Halbjuden Paul in ein Sammellager bringen wollen, flieht er und taucht in Köln unter. Dort schließt er sich den „Edelweißpiraten“, eine Gruppierung von Jugendlichen mit Bastian als „Anführer“, die sich gegen den Nationalsozialismus stellen, an. Als dann jedoch Zack, ein Gruppenmitglied, erschossen wird, kommt ihnen die Gestapo auf die Fersen. Denen sind die „Edelweißpiraten“ schon länger ein Dorn im Auge und sie wollen diese nun endgültig zerschlagen. Langsam wird es dabei eng für die Freunde, denn mit manchen Aktionen gegen das Regime machten sie sich auch strafbar und hinterließen Spuren.
Dieser Tatsachen-Thriller, der auf historischen Ereignissen basiert, erzählt die Geschichte von mehreren Jugendlichen in den letzten Kriegsjahren. Dabei wird abwechselnd aus der Sicht von Paul und Bastian erzählt. Durch diesen Perspektivenwechsel erlebt man verschiedene Einblicke in die Handlung. Während die „Edelweißpiraten“ zunächst noch geduldet wurden, griff die Gestapo mit der Zeit immer härter durch. Die Methoden der Nazis werden oft erschreckend nah dargestellt. Der Autorin ist es gelungen, das schwierige Leben der Widerstandskämpfer realitätsgetreu zu erzählen.
Der Sprachstil lockert die Geschichte immer ein wenig auf, was ich sehr gelungen fand. Kurze Sätze, Alltagssprache und Ironie sind die Kennzeichen des Schreibstils, welcher seine Wirkung nicht verfehlt.
Auch wenn ich dem Roman zunächst skeptisch gegenüberstand, zog er mich sofort in seinen Bann. Die zum Ende hin dramatische Handlung und der lockere Schreibstil machten es schnell möglich, sich in die Personen hineinzuversetzen. Am Schluss war ich ganz begeistert und vergebe somit auch 5 Sterne. Ich empfehle das Buch an alle ab 13 Jahren weiter.
Matthias Kreuzer (17) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Deutsche Geschichte