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Wozu braucht man eigentlich einen Papa? von Gerold, Ulrike / Hänel, Wolfram, Bilderbücher, Zum Vorlesen, Alltag & Familie, Humor

Wozu braucht man eigentlich einen Papa?

Gerold, Ulrike , Hänel, Wolfram / Reich, Stefanie

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Baumhaus

Empfohlen ab: 4 Jahre

ISBN: 9783833902956

Inhalt

Was Papa kann, kann Mama auch! Oder?
Papa weiß, wie man die Waschmaschine repariert. Doch als Mama sich mal um den kaputten Staubsauger gekümmert hat, konnte man ihn hinterher sogar als Föhn benutzen.
Papa spielt gut Fußball. Mit Mama in der Mannschaft fliegt aber nicht nur der Ball ins Tor, sondern gleich noch ein Schuh hinterher.
Papa ist ein echter Grillmeister. Doch wenn Mama die Würstchen dreht, kommt sogar die Feuerwehr, um mitzufeiern.

Ganz klar: Keiner von beiden ist perfekt, aber gemeinsam sind Mama und Papa ein tolles Team!

Bewertung

Ob Mama oder Papa eine Aufgabe in Angriff nimmt, ist unerheblich. Egal ob Fahrradreifen flicken, Bilder aufhängen, Fußball spielen, Waschmaschine reparieren, Grillmeister sein: jeder hat seine ganz eigenen Fertigkeiten und Wege zum Erfolg. Nur eins, das kann Mama wirklich nicht …

 

Keine Sorge vor Gender-Problematik: Hier ringen weder das eine noch das andere Geschlecht um Vormachtstellung. Vielmehr verstehen es Autoren und Zeichnerin mit Charme die individuellen Stärken des Einzelnen in den Vordergrund zu stellen.

Die Leistung der Zeichnerin ist, dem Leser stets mehr zum Gucken zu bieten, als es oberflächlich vom wenigen und kindgerecht einfachen Text her zu verstehen gibt. Die Bilder animieren die Geschichte „dahinter“ zu erzählen: Wenn Mama grillt, kommt auch (Papas-)Feuerwehr(Mannschaft) zu Besuch.

Der auf allen Seiten gleich aufgebaute Text wird für das Funktionieren des Buches nach wenigen Vorleserunden nicht mehr benötigt. Die Darstellung ist harmonisch, detailreich und gönnt den Protagonisten Sympathiepunkte. Sie macht den Charme des Buches aus. Die Figuren mit ihren zarten Konturen und den freundlichen Glubschaugen nehmen Leser und Vorleser mit und lenken geschickt den Focus vom „Ob“ auf das „Wie“ jemand seine Aufgabe meistert. Auch der junge Mitleser findet sich in all dem „Mama/Papa kann oder kann nicht-Umständen“ in der Gestalt der Kinder wieder. Sie sind immer mit von der Partie. Ihre jeweilige Situation ist dem kleinen Zuhörer bekannt, für ihn nachfühl- und nachvollziehbar.

 

Unserer jungen Dame (4) gefiel am besten: Die lustigen Locken der Mama, ihre Herzchenschürze beim Braten und der Unsinn, den das große Mädchen im "Hintergrund" macht.

Ich mag festgefahrene Rollenbilder nicht und lebe sie auch nicht vor. Umso mehr freu ich mich, dass dieses Buch - anders als der Titel vermuten lässt - auch meinem Verständnis vom Zusammenspiel der Geschlechter entspricht. Deshalb „Daumen hoch“ für „Wozu braucht man eigentlich einen Papa?“ und gute 4 Sterne für ein Buch, das bei uns gerne wieder zur Hand genommen wird - aber den Schritt zum Favoriten im Bücherregal nicht ganz geschafft hat.


Anja Rosenau und Hannah (4) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Alltag & Familie, Humor