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Young Sherlock Holmes von Lane, Andrew, Jugendbücher, Krimi & Thriller, Spannung

Young Sherlock Holmes

Der Tod liegt in der Luft

Lane, Andrew

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2012

Verlag: Fischer FJB

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783596193004

Inhalt

Der junge Sherlock Holmes soll seine Sommerferien auf dem Land verbringen – bei Tante Anna in Farnham. Stundenlang dauert die Reise und nichts als Gerstenfelder weit und breit. Noch öder geht es ja wohl kaum, Sherlock ist stocksauer. Doch dann kommt alles ganz anders und plötzlich ist er mittendrin in seinem ersten Fall. Mysteriöse Todesfälle, prügelnde Muskelprotze und ein böser Baron – das erste Abenteuer des jungen Meisterdetektivs beginnt.

Bewertung

Als Sherlock zu Beginn des Sommers nicht von seinem Vater, sondern von seinem vielbeschäftigten Bruder Mycroft aus der Deepdene–Knabenschule abgeholt wird, ahnt er schon, dass diese Ferien anders werden: Sein Bruder eröffnet ihm, dass er seine freien Tage bei Onkel Sherinwood und Tante Anna verbringen muss, die irgendwo in der Einöde namens Farnham auf Holmes Manor leben. Als wäre das nicht schlimm genug, kennt Sherlock weder seine Verwandten, noch irgendjemand anderen vor Ort und als ihm die gehässige und feindselige Haushälterin Mrs Eglantine auch noch zu verstehen gibt, dass er keinesfalls erwünscht ist, scheint sein zur Langeweile und Eingehen verurteiltes Dasein besiegelt.
Aber es wäre ja keine Sherlock Holmes-Geschichte, wenn nicht ein spannender Mord die trügerische Öde stören und den jungen Mann in ein spannendes und skurriles Abenteuer verwickeln würde. Denn kaum hat Sherlock doch einen Freund, Matty, gefunden, gerät er auch mitten in einen kuriosen Fall, der ihn immer wieder in brenzlige Situationen verschlägt!
Die Idee, das frühe Leben des Sherlock Holmes zu erzählen, fand ich äußerst interessant und bisher nicht schlecht umgesetzt. Andrew Lane hat zwar noch keinen überaus scharfsinnigen, aber einen dennoch cleveren Protagonisten geschaffen, den man von diesem Standpunkt aus gerne auf seine Entwicklung hin zu DEM Sherlock Holmes beobachten möchte.
Als eingefleischter Fan kennt und vergöttert man die originale Sherlock Arroganz, Zielstrebigkeit, die brillante Logik und das Desinteresse am weiblichen Geschlecht, was in Lanes Roman noch nicht ganz durchkommt. Aber gerade daher frage ich mich, was Lane seinen Jungen alles wiederfahren lässt, um ihn zu dem werden zu lassen, was Sherlock Holmes in den Arthur Conan Doyle- Romanen ist. Das Buch finde ich in der Hinsicht gelungen, da es ein sehr unterhaltsamer Jugendkrimi mit einigen zum Nachdenken anregenden Stellen ist. Sehr angetan war ich vor allem von den Handlungsorten, für die sich Lane hat einiges einfallen lassen. Und auch wenn ich es erst ein bisschen fragwürdig fand, dass Sherlocks Lehrer und Mentor Amyus Crowe seinen Schützling auf Spurensuche schickt und ihn mit zu riskanten Aktionen nimmt, war es im Nachhinein doch für die Geschichte sehr wichtig.
Das Buch ist so flüssig und ohne Umschweife geschrieben, dass ich die 390 Seiten 4 Tagen durchhatte.
Feststeht, ob es nun wirklich auf den Sherlock hinausläuft, den wir kennen, kann erst nach den nächsten Büchern der Serie gesagt werden. Aber nichtsdestotrotz ist es ein guter und interesseerweckender Roman. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung im Herbst und vergebe 4 Sterne für den Auftakt einer hoffentlich weiterhin reizvollen Jugendbuchreihe.
Einen Stern muss ich für die etwas mangelhafte Übersetzung und den damit verbundenen inkonsequenten Sprachstil abziehen: „Make sense“ mit „Sinn machen“ zu übersetzen, hat mir jedes Mal einen Stoß verpasst. Zudem war es keinesfalls angebracht, „Job“ als Anglizismus beizubehalten, wenn der Roman doch im 19. Jahrhundert spielt und das Wort zu dem Zeitpunkt noch nicht im deutschen Sprachgebrauch war. Es wurde ja auch die veraltete Form „Tuche“ statt „Tücher“ verwendet, warum dann nicht aus „Job“ „Aufgabe“ oder „Arbeit“ machen? Und leider sind auch noch ein paar Typografie-Fehler enthalten, aber vielleicht macht das auch den Charme einer Erstauflage aus ;-)
Beatrice Buchholz (21) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Spannung