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Young Sherlock Holmes von Lane, Andrew, Jugendbücher, Krimi & Thriller, Spannung

Young Sherlock Holmes

Das Leben ist tödlich

Lane, Andrew

Übersetzung: Dreller, Christian

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2012

Verlag: Fischer FJB

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783596193011

Inhalt

Ein totgeglaubter Auftragskiller und ein Verbrechen, das ein ganzes Land erschüttert, halten den jungen Sherlock Holmes in Atem. Und dann ist da noch sein Bruder, der irgendwie in dieser Geschichte mit drinzuhängen scheint. In seinem zweiten Fall führt die Spur den jungen Sherlock Holmes an einen Ort, an dem Leben und Tod keinen Wert besitzen, die Wahrheit jedoch unbezahlbar ist.

Bewertung

Der junge Sherlock Holmes verbringt seine Ferien immer noch auf Holmes Manor, wo er in die Obhut seiner Tante und seines Onkels gegeben wurde. Der einzige Lichtblick sind seine Unterrichtsstunden mit Amys Crowe, der Sherlocks Beobachtungsgabe und sein logisches Denken weiter fördert und präzisiert.
Als eines Tages Sherlocks Bruder Mycroft unvermittelt auftaucht und Crowe in einer dringenden außenpolitischen Sache aufsucht, bahnt sich eine neue Herausforderung für den jungen Abenteurer an, die ihn nicht nur wieder in halsbrecherische Situationen, sondern auch noch ans andere Ende der Welt, nach Amerika, führt.
Wie auch der erste Band ist „Das Leben ist tödlich“ ein spannender Jugendroman, in dem es in keinem Kapitel langweilig wird. Andrew Lane versteht es sehr gut, aufregende und skurrile Situationen so zu beschreiben, dass man sich ganz in sie hineinversetzen kann und nicht mehr aufhört zu lesen. Man verschlingt Sherlocks Abenteuer förmlich und ist mit dem jungen Helden immer an erster Stelle des Geschehens.
Aber nicht nur die bildreichen und aufregenden Szenen haben mich unterhalten, sondern vor allem auch die unterschiedlichen Themen, die der Autor ganz geschickt miteinander verknüpft: Die Geschichte spielt nämlich kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg und deutet die Rolle der britischen Regierung an; Graf von Zeppelin wird als deutscher Erfinder ins Spiel gebracht, der dem jungen Sherlock von Luftschiffen vorschwärmt und dann sind da noch die verschiedenen Codes, die Sherlock knacken muss. Und habe ich schon die diversen unheimlichen Tierchen erwähnt, die in der Geschichte auftauchen?
Aber auch für treue Sherlock Holmes Fans von Arthus Conan Doyle ist das Buch sicher nicht uninteressant, gibt Andrew Lane hier doch Anregungen, wie der junge Sherlock zu seiner Faszination an Tattoos oder an sein erstes Violineinspiel kam. Auch lernt der junge Detektiv neben der Verfeinerung seines Spürsinns, dass es zwischen Recht, Moral und den Alternativen Konflikte gibt, die man nicht immer logisch oder reines Gewissens lösen kann. Ihm wird bewusst, dass er seine Gefühle zügeln muss, wenn er sich nicht ablenken und seine Mitstreiter beschützen will.
Ein bisschen unrealistisch dargestellt waren die teilweise viel zu ausführlichen Dialoge, wenn Sherlock und seine Freunde bereits im Schwitzkasten der Verbrecher waren. Wer lästige Störenfriede beseitigen will, breitet vor denen doch nicht noch seine Pläne aus ;-)
Und leider ist auch das Ende eher dürftig und wirkt gedrängt, war es doch vorher eine doch ausgereifte Geschichte.
Immer noch fasziniert bin ich von der Figur der Mrs Eglantine, die auch schon im ersten Band einen nicht weiter tragenden, aber doch interessant fragwürdigen Charakter darstellte. Ich hoffe inständig, dass im dritten Teil (ich denke mal, der wird in Deutschland vielleicht im Frühjahr 2012 erscheinen?) eindeutiger auf ihre (unheimliche) Rolle eingegangen wird. Dass Lanes Potenzial an dem jungen Sherlock noch nicht ausgeschöpft ist, zeigt sich in der noch recht naiven und leichtgläubigen, manchmal auch unbeholfenen Art des Heldens – was ihn aber als einen Jugendlichen nur sympathisch macht.
Im Gegensatz zum ersten Teil ist dieses Buch historisch fundierter und daher auch herausfordernder und gehaltvoller. Dieses Mal habe ich nichts an der Übersetzung zu bemängeln, da mir nichts weiter ins Auge gefallen ist. Ich würde das Buch vielleicht doch eher für Jungs und Mädchen ab 14 Jahren empfehlen, da einige Stellen recht eklig und bizarr sind, bzw. sehr komplex erklärt werden.
Da „Das Leben ist tödlich“ seinem Vorgänger in nichts nachsteht und um den historischen Aspekt erweitert wurde, gebe ich gut und gerne wieder 4 Sterne.
Beatrice Buchholz (22) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Spannung