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Young Sherlock Holmes von Lane, Andrew, Jugendbücher, Krimi & Thriller, Spannung

Young Sherlock Holmes

Eiskalter Tod, Bd. 3

Lane, Andrew

Übersetzung: Dreller, Christian

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2013

Verlag: Fischer FJB

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783596196807

Inhalt

London, 1868 – Der junge Sherlock Holmes ist einer hinterhältigen Verschwörung auf der Spur. Sein Bruder Mycroft steht unter Mordverdacht und die Beweislage scheint eindeutig: Mycroft wurde mit der Leiche in einem verschlossenen Raum gefunden, ein blutiges Messer in der Hand. Nur Sherlock glaubt an die Unschuld seines Bruders. Doch kann er sie auch beweisen ... und Mycroft vor dem Galgen bewahren?

Bewertung

Als der junge Sherlock Holmes nach einem Angelausflug mit seinem Mentor Amyus Crowe im Hause seiner Verwandten eine Einladung seines Bruders Mycroft nach London empfängt, ahnt der Junge nicht, was ihn in der englischen Hauptstadt erwartet: Scheint es zunächst ein unverfängliches Treffen zweier Brüder zu sein, sind die diese beiden schnell in einen Mordkomplott verwickelt, der sie auseinanderzureißen droht. Auch wenn der clevere Amyus Crowe mit Hilfe von Sherlocks Scharfsinn und fabelhafter Beobachtungsgabe den Fall schnell lösen kann, bleibt die unbegreifliche Frage im Raum, weshalb man Mycroft Holmes einen Mord anhängen wollte. Da die Antworten sich nicht in London zu finden sind und Mycroft selbst den Verdacht hegt, in einer Angelegenheit von internationaler Bedeutung verstrickt zu sein, begibt er sich mit Sherlock auf eine Reise ins eiskalte Moskau, wo den Brüdern Holmes das eine ums andere Mal das Blut in den Adern gefriert.
Auch der dritte Band der „Young Sherlock Holmes“-Reihe bietet Spannung und bizarre Abenteuer für junge Krimifans und steht seinen Vorgängern in nichts nach. Mir hat es sehr gefallen, dass die Beziehung der Holmes Brüder in diesem Buch im Vordergrund steht und Mycroft als eigensinniger, aber durchaus sympathischer Charakter ausgeführt wird. Dass Sherlocks Mentor Amyus Crowe in den Hintergrund rückte und Sherlock immer mehr auf sich selbst angewiesen war, gefiel mir zudem außerordentlich. Langsam zeigt sich die deutliche Entwicklung zu dem Meisterdetektiven, der er einmal werden soll.
In dieser Geschichte muss Sherlock vor allem begreifen, dass logisches Denken allein nicht auch mit den moralischen Gesellschaftsgesetzen einher gehen. Gerade in den atemraubenden Gefahrensituationen, die sich Andrew Lane dieses Mal für seinen Helden ausgedacht hat, muss dieser lernen, überwältigende Emotionen abzuschalten und sich auch manches Mal über die hinderliche Moral hinwegzusetzen. Ob auf der Flucht vor verwaisten Untergrundkindern oder durch die Kanalisation Moskaus – Sherlock darf sich nur auf seinen Verstand verlassen. Und nicht nur das, in diesem Band wird er besonders häufig mit Verrat konfrontiert, was ihn die Vorsicht lehrt.
Andrew Lane hat auch in diesem Roman mit irrwitzigen Verfolgungsjagden durch die unterschiedlichsten Kulissen gezeigt, dass er reichlich Fantasie besitzt und in der Reihe noch viel Potenzial steckt. Doch er zaubert nicht nur neue Orte hervor, sondern schafft es auch spielerisch, bereits alt eingeführten Figuren neue Seiten einzuhauchen und sie zu unablässigen Teilen der Geschichte werden zu lassen – beispielsweise geht auch der Violinenspieler Rufus Stone aus dem Vorgänger mit auf die Reise und eine ominöse Geheimgesellschaft tritt als Werkzeug des Baron Maupertuis aus Band 1 mit auf den Plan. Die undurchsichtige Mrs Eglantine kam meiner Meinung nach in diesem Band zwar zu kurz, aber am Ende der Geschichte wurde ein Ausblick gegeben, dass Sherlock sich dringend intensiver mit dieser unheimlichen Hausangestellten auseinandersetzen will. Daher kann ich es kaum erwarten, bis Band 4 im Herbst erscheint.
„Young Sherlock Holmes 3 – Eiskalter Tod“ bekommt von mir 4 Sterne und eine Altersempfehlung ab 14 Jahren. An einigen Stellen fand ich die Beschreibungen von Handlungsabläufen nicht ganz aufschlussreich und schwierig nachvollziehbar, aber im Großen und Ganzen ist es ein sehr gelungener Fortsetzungsroman. An der Übersetzung habe ich auch nur eine Kleinigkeit zu bemängeln: „Teenager“ in einem Roman, der im 19. Jahrhundert spielt, nicht mit „Jugendlicher“ zu übersetzen und es bei diesem Anglizismus zu belassen, fand ich unpassend.
Beatrice Buchholz (23) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Spannung