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Zoë von Carmichael, Clay, Jugendbücher, Aus dem Leben, Spannung

Zoë

Carmichael, Clay

Übersetzung: Kollmann, Birgitt

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2011

Verlag: Hanser

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783446237834

Inhalt

Die zwölfjährige Zoë ist wild, unerschrocken und eigensinnig. Sie verlässt sich am liebsten auf sich selbst, zu oft ist sie enttäuscht worden. Mit Freundschaft und Familie hat sie wenig Erfahrung. Nach dem Tod der Mutter kommt Zoë zu ihrem Onkel Henry, einem Eigenbrötler, der in einem großen Haus am Waldrand lebt. Wird es wieder eine Enttäuschung? Zoë geht ihrer eigenen Wege. Bei langen Erkundungstouren im Wald stößt sie auf einen alten Wohnwagen. Wohnt darin der geheimnisvolle Junge, den sie im Schatten der Bäume vermutet? Eines Tages ist der Wohnwagen verwüstet. Spätestens jetzt muss sie herausfinden, was es mit dem Jungen auf sich hat. Doch dazu braucht Zoë Hilfe.

Bewertung

Eine Katze, der man alles anvertrauen kann, einen Onkel, der einem (fast) alles erlaubt und ein Wald zum Austoben und Tiere entdecken. Glücklicher könnte sich die entschlossene Zoë gar nicht schätzen. Wäre da nicht die Tatsache, dass Zoës Mutter vor kurzem verstorben ist, der Vater schon seit langem tot ist und die 11-Jährige jetzt bei ihrem Onkel Henry leben muss. Für jedes Kind wäre dies ein großer Velust, doch nicht für Zoë. Allein kämpft sie sich durch den Wald, renoviert dort einen alten Wohnwagen und verbringt oft den ganzen Tag draußen in der freien Natur. Aber ganz so perfekt ist ihr Leben dann doch nicht, denn immer hat Zoë das Gefühl, dass sie von irgendwo im Wald beobachtet wird und seit einer Weile taucht immer wieder unerwartet dieses weiße Reh in Zoës Nähe auf. Nach einigem Protest wird Zoë von ihrem Onkel Henry gezwungen, in die Schule zu gehen, wo sie ungewollt den Sohn des Bürgermeisters, Hargrove, kennenlernt. Dieser ist der 11-Jährigen von Anfang an unsympathisch, denn die ganze Zeit fixiert der Junge das Mädchen mit seinem stechenden Blick. Was hat er nur gegen sie? Als Zoë herausfindet, dass dieser ihr Tagebuch geklaut hat, das sie unter ihrem Pult liegen hatte, ist Zoës Zorn kaum noch zu bremsen. Am schlimmsten ist es aber, dass sie ihren liebevoll hergerichteten Wagen beim nächsten Besuch verwüstet und zerstört auffindet. Und ab diesem Zeitpunkt scheint es, als ob die Ereignisse kein Ende mehr nehmen würden und Zoë lernt, welchen Menschen sie wirklich vertrauen und auf welche sie wirklich zählen kann.
Zoë ist ein wunderbares Buch voll von Freiheit, neuen Erkenntnissen und liebevollen Details. Der Charakter von Zoë ist einem sofort sympathisch, denn würde nicht jeder gerne mal mit so einem leidenschaftlichem Mädchen tauschen und die Freiheit und den Spaß an der Natur erleben wollen? Obwohl Zoë erst 11 Jahre alt ist, weiß sie viel mehr über das Leben als ihre Gleichaltrigen und hat schon viele schlechte, für ihr Alter aber nicht angemessene Erfahrungen, machen müssen. Doch als Zoë zu ihrem Onkel kommt, merkt sie zum ersten Mal in ihrem Leben, wie es ist, einen Menschen bei sich zu haben, der sich um einen kümmert, einen liebt und zu einem steht. In ihrem neuen Zuhause findet Zoë viele neue Freunde, alle Freunde von ihrem Onkel, die ihr vom wahren Sinn und der Freude am Leben erzählen. Auch der Leser wird von der Geschichte gefesselt, da sie viele Überraschungen und Erlebnisse parat hat, die einen zum Nachdenken und Lachen bringen. Somit möchte ich das Buch erst ab 15 Jahren und für alle Erwachsenen empfehlen, da die Erkenntnisse und Begebenheiten oft nur dem erfahreneren Leser richtig klar werden. Für Jüngere ist das Buch auch zu empfehlen, jedoch können sie die Weisheiten aus diesem Buch nicht herrauslesen und so nur die "Hälfte" des Buches wirklich genießen.
Zwischen den normalen Kapiteln über Zoë sind die Erinnerungen, Gedanken und Sichtweisen des Katers, der Zoë immer beobachtet, dargestellt. Dadurch bekommt der Leser oft schon einen Einblick in das nächste Kapitel, es wird von Zoës Familiengeschichte erzählt oder alles für den Leser sachlich aus einer anderen Sichtweise heraus dargestellt. Dadurch, dass die normalen Kapitel von Zoë in der 1. Person und die Erzählungen von dem Kater in der dritten Person dargestellt werden, zeigen sich aus Zoës Sicht dadurch eine auffällige Direktheit und bei dem Kater eine katzenhafte Distanziertheit. Das Buch kann ich für wirklich alle Menschen empfehlen, da es nicht auf ein bestimmtes Thema fixiert und doch so tiefgründig geschrieben wurde und einen noch nach dem Lesen in Erinnerungen schweifen lässt. Der wirklich einzige Kritikpunkt für mich ist, dass das Buch sich am Anfang ein bisschen gezogen hat.
Ich vergebe 4 Sterne.
Miriam Thiel (14) - Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Spannung