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Zwei oder drei Dinge, die ich dir nicht erzählt habe von Oates, Joyce Carol, Jugendbücher, Aus dem Leben, Freundschaft

Zwei oder drei Dinge, die ich dir nicht erzählt habe

Oates, Joyce Carol

Übersetzung: Jakobeit, Brigitte

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Hanser

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783446246324

Inhalt

Für Merissa, Tink und Nadja ist es das letzte Jahr in ihrer Schule, die Weichen werden gestellt. Merissas Zukunft sieht rosig aus: Sie ist beliebt und ehrgeizig, schreibt in jedem Fach Bestnoten und hat den Studienplatz schon sicher. Tink dagegen ist rebellisch, sie lässt sich weder von Lehrern noch von Eltern oder Mitschülern etwas sagen. Die schüchterne Nadja bewundert im Stillen Tinks Selbstbewusstsein. Sie selbst kann sich gegen Angriffe und Mobbing nicht zur Wehr setzen. Dass alle drei Mädchen mit den gleichen Ohnmachtsgefühlen kämpfen, hätte niemand gedacht.

Bewertung

Merissa, Tink und Nadia durchleben den normalen Alltag von Abschlussschülern. Nach außen hin scheint es den dreien nicht besser gehen zu können: Sie sind hübsch, beliebt und sind Teil einer aufregenden Clique. Aber hinter der scheinbar schönen Fassade stecken unterdrückte Gefühle, Angst und Probleme im Elternhaus. Selbstzweifel und eigene Geheimnisse nagen an ihnen und jede von ihnen weiß anders damit umzugehen.

Aber ist das auch immer gut? Denn sie steigern sich hinein und werden Opfer von Cyber- Mobbing und Selbstverletzung. Wie lange halten sie dem Druck stand?

 

Obwohl man das auf den ersten Blick nicht gedacht hätte, ist das Buch sehr düster. Das Innere der drei Mädchen wird sehr einfühlsam und emotional in die Geschichte miteingebunden und die Sprache ist einfach zu verstehen und nimmt durch die Individualität der Mädchen verschiedene Formen an. Durch die gut gewählt Sprache macht das Lesen Spaß und macht Lust auf mehr!

Oft gibt es einen unvorbereiteten Zeitsprung in die Vergangenheit und die Erinnerungen von Merissa, Tink und Nadia, den der Leser aber gut einordnen kann und so ohne Probleme die Geschichte weiterverfolgen kann. Es kommen viele Traumata zu Tage, Problembeziehungen zwischen den Mädchen und ihren Eltern, Selbstzweifel, Angst und Trauer. Das Ganze artet in psychisches Störverhalten aus, was in zahlreichen Szenen genau beschrieben wird. Wer derartige Beschreibungen nicht gerne liest oder nicht so gut verkraftet, sollte dieses Buch nicht lesen!

 

Das Buch bietet Einblicke in die Seele dreier Jugendlichen, mit all ihren Freuden und Ängsten. Hier können sich viele Leser auch an einigen Stellen wiedererkennen. Sei es Leistungsdruck oder Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper - vor allem Jugendliche können sich gut in die Charaktere hineinversetzen.

Die Geschichte ist auch lehrreich. Für alle, die schon mal daran gedacht haben, sich selbst wehzutun. Oder auch die, die sowas für absolut unmöglich halten. Es ist eine Geschichte aus dem alltäglichen Leben, (vielleicht) daher auch mit einer melancholischen Note. Aufgrund der besonderen Thematik des Buches sind Cover und Titel gut gewählt. Der Klappentext ist vielleicht etwas zu ungenau. Eine kleine Vorwarnung könnte Lesern weiterhelfen, die dieses Thema nicht anspricht.

 

Ich empfehle das Buch für Leser ab 14 Jahren und vergebe 5 Sterne.

 

Rebekka Mattes (14) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Freundschaft