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Deutscher Hörbuchpreis: Qualität für die Ohren

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Wie gerne würde ich mit meinen roten Schuhen gleich auf zwei Hochzeiten tanzen und sowohl die Preisverleihung des Deutschen Hörbuchpreises in Köln, die auch das internationale Literaturfest lit.COLOGNE eröffnet, besuchen als auch an der feierlichen Eröffnung der Leipziger Buchmesse im Gewandhaus teilnehmen.

Aber so oft ich die Hacken meiner diversen roten Schuhe auch aneinander schlage, dieser Spagat zwischen Köln und Leipzig ist selbst mir nicht möglich. So werde ich in diesem Jahr den Leipzigern den Vortritt lassen und die Daumen für eine bessere Terminabstimmung in 2016 gedrückt halten. Nichts desto trotz möchte ich euch den Deutschen Hörbuchpreis und seine Preisträger kurz vorstellen.

Auf der Webseite des Preises heißt es:

„Der Weg des Ohrs ist der gangbarste und nächste zu unsern Herzen.“

Friedrich Schiller (aus: „Über das teutsche Theater“)

Der Deutsche Hörbuchpreis wird in 7 Kategorien vergeben und zeichnet deutschsprachige Hörbuchproduktionen aus, „die in besonderer Weise durch ihre Qualität die Stärken und Möglichkeiten des akustischen Mediums vorführen und hervorheben und die damit beispielhaft wirken“.

Ende Januar wurden die Gewinner in sechs Kategorien bekannt gegeben. Der Preisträger der Kinderjury folgte dann etwa eine Woche später.

preisträgerMaria Koschny gewinnt den Preis als Beste Interpretin für ihre Lesung des Jugendbuches „Das Jahr, nachdem die Welt stehen blieb“ von Clare Furniss. Koschnys „wandelbare und warme Stimme“ begleite „den emotional schmerzhaften Prozess des belasteten Erwachsenwerdens“ souverän und ohne jede Rührseligkeit, lobt die siebenköpfige Jury.

Als Bester Interpret wird Schauspieler Frederick Lau für die Lesung von Verena Güntners Debütroman „Es bringen“ ausgezeichnet. Dem sechzehnjährigen Protagonisten aus schwierigen Verhältnissen verleihe Lau „allein mit seiner Stimme eine beeindruckende Tiefe“. In idealer Weise verschmelzen Interpret und Hauptperson, urteilt die Jury über Laus erstes Hörbuch: „Luis ist ein Bringer – und Frederick Lau ist es auch!“

In der Kategorie Bestes Hörspiel wird das Autorenkollektiv Rimini Protokoll für sein Hörspiel „Qualitätskontrolle oder warum ich die Räuspertaste nicht drücken werde!“ geehrt. In der bereits mehrfach prämierten WDR-Produktion gibt die querschnittgelähmte Maria-Cristina Hallwachs Auskunft über ihren Alltag als „Kopfmensch“. Die „überzeugende poetische Stimmen- und Soundcollage“ sei, so empfindet die Jury, ein „beglückender Diskurs über Menschenwürde, getragen von unbändiger Lebenslust“.

Den Preis für das Beste Sachhörbuch gewinnt Roger Willemsen für „Das Hohe Haus. Ein Jahr im Parlament“, die Hörbuchversion seines kritischen Erfahrungsberichts. Der Autor zeige uns „auf ebenso unterhaltsame wie erschreckende Weise: Die Würde des Hohen Hauses ist antastbar!“ Gegen die „durch Pluralität umgesetzte Banalität“ sende Willemsen „feuilletonistisch pointiert“ zarte Pfeile, stellen die Juroren anerkennend fest.

In der neuen Kategorie Beste Unterhaltung setzte sich der Österreicher Wolf Haas mit der Lesung seines Krimis „Brennerova“ gegen die Mitnominierten durch. „Mit einprägsam unverwechselbarer Stimme“ erzählt er Skurrilitäten aus der Schattenwelt des Wiener Rotlichtmilieus und beschere den Zuhörern „aberwitzige Einfälle“ von „exemplarischer Kurzweil“, rühmt die Jury.

Lübbe Audio schließlich wird für die Beste verlegerische Leistung prämiert. Das Musikfeature „Easy does it. CRO, die Maske und der ganze Rest“ gewähre „mit viel Humor und Selbstironie“ Einblick in die bemerkenswerte Erfolgsgeschichte des Rappers mit der Panda-Maske. Die Jury zeigt sich beeindruckt: „Unterhaltsam, uneitel, authentisch, mit vielen Interviews und jeder Menge Musik: Überkrass“.

Bereits 2012 wurde die Kinderjury ins Leben gerufen und ist seitdem ein wichtiger und viel beachteter Bestandteil des Deutschen Hörbuchpreises. Erstmalig hat das „Junge Literaturhaus Köln“ die Organisation und Ausrichtung der Kinderjury (fünf Jungen und Mädchen im Alter von elf bis 13 Jahren) übernommen. Diese wählte aus den drei Nominierten den Preisträger aus.

CD7Preisträger in der Kategorie Bestes Kinderhörbuch ist „Der Junge, der mit den Piranhas schwamm“, nach der Roman-Vorlage des britischen Autors David Almond. Das Hörbuch ist bei der „HÖRCOMPANY“ erschienen, den Preis erhält Sprecher Jörg Pohl.

Gemeinsam mit dem Deutschen Hörbuchpreis werden zwei Partnerauszeichnungen verliehen:

„Hörbuch des Jahres“ der hr2 Hörbuchbestenliste und „Hörkules“


Wer wie ich der von Götz Alsmann moderierten, festlichen Preisverleihung am 11. März 2015 nicht beiwohnen kann, kann zumindest der Live-Übertragung auf WDR 5, hr2-kultur, NDR Kultur und Antenne Saar sowie zeitversetzt ab 22.03 auf SWR2 lauschen. Das WDR Fernsehen zeigt die Verleihung am 14. März 2015 ab 23.45 Uhr – und das werde ich sicherlich nicht verpassen!
Quelle: Pressemitteilung Deutscher Hörbuchpreis e.V.

 

 

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Seit über 10 Jahren betreibe ich die Webseite Buecherkinder.de. Ich bin leidenschaftliche Netzwerkerin (online wie offline), Jurymitglied des “Leipziger Lesekompass” und schreibe regelmäßig für die Fachzeitschrift “Eselsohr”. Obwohl technikaffin lese ich zur Zeit noch am liebsten Bücher der Holzklasse.

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