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Reprodukt Verlag oder Lest mehr Kindercomics!

„Lies doch mal ein richtiges Buch!“ – diesen oder zumindest ähnliche Sätze mussten sich schon Generationen von Comiclesern anhören. Füllten in den 1980er Jahren hauptsächlich DIN A4-Sammleralben in Softcoverqualität die Regale, erobern seit gut 10 Jahren Comics ganz unterschiedlicher Coulour und Ausstattung den deutschen Markt. Egal ob Superhelden-Comics, Mangas für Jugendliche oder Literaturadaption, seit der Einführung des Begriffs „Graphic Novel“ werden Comics sukzessive salonfähig. Auch wenn viele den aus den USA stammenden Begriff nur für ein Marketinginstrument halten, ist er am Ende doch ein Türöffner für Buchhandel, Feuilleton und somit auch für das bildungsbürgerliche (Kinder-)Zimmer.

reproduktlogoEiner der wichtigsten deutschen Independant-Comicverlage ist der Berliner Reprodukt Verlag, der 1991 von Dirk Rehm gegründet wurde. Zunächst veröffentlichte Reprodukt Alben der amerikanischen Underground-Reihe „Love and Rockets“ der Brüder Gilbert und Jaime Hernandez. Es folgen weitere Zeichner der US-Independent-Szene und Ende der 1990er Jahre zunehmend Berliner und Hamburger Zeichner. Frankobelgische Künstler erweitern seit 2004 das Verlagsprogramm mit ihren Alben.

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Auf der Leipziger Buchmesse 2013 präsentierte Reprodukt sein erstes Kinderprogramm. Mit sieben Kindercomis, davon zwei Comics deutschsprachiger Autoren, ging der Verlag auf der Buchmesse an den Start.

Viele der vor zwei Jahren erschienen Titel sind mittlerweile in Serie gegangen. Über den inzwischen sechsten Band des texlosen Comics „Kleiner Strubbel“ beispielsweise können sich die Jüngsten ab 3 Jahren freuen. Auch die alltäglichen Abenteuer des Esels ARIOL (Foto) für Comicleser ab 6 gehen bereits in die vierte Runde.

Über erste Auszeichnungen bei den Kindercomics kann sich Reprodukt ebenfalls freuen. Auf dem Internationalen Comic-Salon Erlangen wurde Hilda und der Mitternachtsriese von Luke Pearson (Übersetzung: Matthias Wieland) 2014 als Bester Comic für Kinder ausgezeichnet. Die Kiste von Patrick Wirbeleit und Uwe Heidschötter gehört zu den zehn Empfehlungen des Leipziger Lesekompass 2015. In der Jurybegründung heißt es u.a.: „Die originelle Graphic Novel überzeugt mit wirklich sprechenden Bildern, herrlichen Figuren, Situationskomik und Texten, die auch leseunwillige Kinder nicht überfordern.“

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Aus „Lehmriese lebt!“ von Anke Kuhl

Mittlerweile umfasst der Kindercomic-Bereich bei Reprodukt über dreißig Titel. Mit der preisgekrönten Illustratorin Anke Kuhl ist neben Ulf K. erneut eine deutsche Bilderbuchillustratorin im Programm, letztlich eine logische Fortführung der Comicelemente, die Kuhl gerne in ihren Büchern verwendet. Das Buch Lehmriese lebt! ist eine ganz eigene Schöpfung der Frankfurterin und erzählt die Geschichte der Kinder Olli und Ulla, die einen Lehmriesen erbauen, der über Nacht zum Leben erwacht. Mit Comics kann man eben schon Kinder für die jüdische Legendenwelt des Golem begeistern.

reprodukt8Ein Grund mehr sich ein wenig in der Welt der Comics umzuschauen. Dafür eignet sich der Gratis Comic Tag, der am Samstag, den 9. Mai stattfindet, natürlich besonders, denn viele Comicverlage haben eigens für diesen Tag Comichefte produziert, die kostenlos an die Fans weitergegeben werden.

Eine Übersicht über teilnehmende Händler gibt es HIER.

Jeweils 5 Exemplarer zweier verschiedener Kids-Comics werde auch ich unter allen Kommentierenden verlosen, die mir verraten, welche Erfahrung sie selbst mit dem Lesen von Comics gemacht haben. Bis zum 10. Mai um 18:00 Uhr ist Zeit zu kommentieren.
Bei mehr als zehn Teilnehmern entscheidet das Los per random.org. Aufgrund der Portokosten verschicke ich nur an Postadressen in Deutschland.

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Kategorie: Bücherorte, Bücherregal

von

Seit über 10 Jahren betreibe ich die Webseite Buecherkinder.de. Ich bin leidenschaftliche Netzwerkerin (online wie offline), Jurymitglied des “Leipziger Lesekompass” und schreibe regelmäßig für die Fachzeitschrift “Eselsohr”. Obwohl technikaffin lese ich zur Zeit noch am liebsten Bücher der Holzklasse.

13 Kommentare

  1. Ich liebe Comics schon von Kindheit an. In der DDR gab es die Mosaik-Comichefte von Hannes Hegen, allerdings meist nur „unter dem Ladentisch“. Zum Glück kannte meine Mama einen netten Zeitschriftenhändler, so dass ich die Geschichten der „Digedags“eifrig verschlingen und sammeln konnte und auch heute noch habe, worüber sich nun meine Söhne freuen. Auch sie lesen noch immer das „Mosaik“, dessen Helden inzwischen „Abrafaxe“ heißen.
    Den „Lehmriesen“ haben wir auch und finden ihn auch toll!

  2. Daniela Pe sagt

    Ich habe sogar über Comics promoviert…und dabei viel Spaß gehabt! Und meine Kinder haben über die Lustigen Taschenbücher hinaus ausgerechnet mit dem Lehmriese ihre ersten Erfahrungen mit einem richtigen Comicbuch gemacht und…sie waren begeistert! Mein Sohn, eine große Leseratte, war am Anfang skeptisch („zu wenig Text, zu viele Bilder…“), aber dann konnte er nicht mehr aufhören zu lesen. Nun: Mehr Comicbücher für alle, vor allem, wenn sie so toll realisiert sind wie „Lehmriese lebt“!

  3. Lilli sagt

    Ich liebte und liebe Comics.
    Sowohl Tim und Struppi als auch Lucky Lücke,das Marsupilami,Asterix und Obelix,Felix the Cat und natürlich die lustigen Taschenbücher habe ich als Kind/Jugendliche verschlungen.
    Ich weiß sogar,dass es eine Zeit gab in der ich nur wegen der Comics regelmäßige Büchereigängerin war.
    Mein Sohn ist jetzt 7und profitiert jetzt von meiner Sammlung.Comics fand er schon immer spannend,aber erst jetzt wo er alleine lesen kann ist er richtig gefesselt und verbringt viele ruhige Stunden beim Comis verschlingen.
    In der Schule heißt es von der Lehrerin „lieber Erstleserbücher als Comics“aber ganz ehrlich,ich kann es so nachvollziehen,dass Comics einfach spannender sind.Ausserdem trainiert auch das lesen von Comics.Es erstaunt mich immer wieder WIE GUT er lesen kann.
    Comics sind toll.Und das mit dem Lehmriesen klingt spannend.Muss ich mir unbedingt mal anschauen.
    Liebe Grüße Lilli

  4. Nicole F. sagt

    Wir lieben Comics! Unsere Jungs inzwischen 8 J. und 5 J. alt sind Comic – Fans. Dank des Gratis-Comic-Tages hielten der kleine Strubbel und Kiste auch bei uns Einzug und gerade das Programm von Reprodukt durchstöbere ich gern. Unser vorlese verwöhnter „Großer“ war nur schwer zu bewegen selber Bücher zu lesen, dank Comics gelang uns der Einstieg. Inzwischen besitzen die Jung eine umfangreiche Comic – Bibliothek mit Klassikern wie Yakari, Lucky Luck und Micky Maus und Neuheiten, wie den schon erwähnten kleinen Strubbel (für Kinderkartenkinder absolut empfehlenswert) und Kalimbo. Wir haben auch immer ein Comic dabei, wenn wir unterwegs sind. Sie sind leicht und nehmen nicht viel Platz weg und die Kinder sind beschäftigt – einfach praktisch!

  5. BIGGI sagt

    Mein Bruder hat sie in Kndertagen gekauft und natürlich auch gelesen .
    Daher sind mir einige Titel bis heute in meiner Erinnerung geblieben .
    Es gab Micky und Co. als dünnes Heftchen wie z.B -Bessy – oder auch die dicken Sammelbücher.

  6. Andrea Krieg sagt

    Comics waren, sind und bleiben einfach super. Ich habe sie als Kind geliebt und lese sie heute noch gerne. Batman, Walking Dead… ach, da schlägt mein Herz mal schnell ’nen Takt mehr. Aber bei den von mir genannten, wissen meine Zwerge, dass sie die Finger davon lassen müssen… Da wird dann gemeinsam in kinderfreundliche Hefte geschaut. Sehr süß ist es, wenn die ältere Schwester ihrem Bruder aus einem Comic vorliest!!!

    Auch meine Kinder lieben Comics und verschlingen diese Täglich! Somit würden sich gleich zwei Kinder über ein Comic freuen und die Mama hat sicher auch Spaß dran. Denn für Comics ist man nie zu alt!

  7. Tanja sagt

    Meine ersten „richtigen“ Leseerfahrungen sammelte ich mit ComicS. Sobald ich alt genug für einen Büchereiausweis war, bin ich zu unsere Bücherei gegangen und habe beinahe wöchentlich Comics von Asterix und Obelix ausgeliehen. War ich mit der Reihe durch, fing ich beim ersten wieder neu an. Natürlich folgten dann Mickey Maus und auch die Comics von Sailor Moon haben mich interessiert und fasziniert. Heute lese ich Mangas und habe von diesen im dreistelligen Bereich im Regal stehen ♡

  8. Die Asterix Hefte und LTBs werden bei uns jetzt an die dritte Generation gereicht. Für mich waren die Comics früher meine Leseverbindung zu meinem Vater, der sonst eher wenig gelesen hat, aber auch zu meinem älteren Cousin. Ich finde, ich wurde dadurch ungemein angeregt, auch die Texte zu lesen. Das erlebe ich jetzt bri meinem Großen wieder.

    Lg

  9. Liliana sagt

    Bei uns ist die kleine Katze Chi sehr beliebt, weil das unsere dreijährige auch prima lesen kann ohne dass unbedingt ein Erwachsener vorlesen muss. Die normalen Bilderbücher bringen Emotionen ja doch nicht so gut rüber wie Comics. Das ist definitiv ein Vorteil von Comics 😉

  10. Stefanie Leo sagt

    10 Comics für 9 Leute! Prima! Bitte schickt mir doch eure Adresse und nennt mir euren Wunschcomic, vielleicht kann ich eure Wünsche ja erfüllen 🙂

    • Christine L. sagt

      Da meine Jungs am Gratis-Comic-Tag zugeschlagen haben, haben wir nun sowohl Ariol als auch Katzen. Daher gebe ich meinen Gewinn „frei“. 🙂

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