Büchermenschen, Bücherorte
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Besuch beim Ehrengast der Buchmesse (Teil 3)

Hier entlang zu Teil 2 der Reise …

„Flandern & die Niederlande“ präsentieren sich als Ehrengast auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse (siehe Vorbericht).

Auffällig sind die vielen Kinder- und Jugendbücher, die auch dieses Jahr ins Deutsche übertragen wurden. Sie machen ein Drittel der aktuellen Neuerscheinungen – rund 80 Titel – aus. Grund genug für die Flämische und die Niederländische Stiftung für Literatur einige Pressevertreter auf Bücherreise zu schicken, um die lebendige Kinder- und Jugendbuchszene des zukünftigen Gastlandes kennenzulernen.

In love with Amsterdam

Die letzte Station unserer Bücherreise führte uns ins schöne Amsterdam. Für mich der erste (und sicherlich nicht der letzte) Besuch in dieser freundlichen und weltoffenen Stadt.

Vorbei an bezaubernden Häusern immer entlang der Amstel führte uns unser morgendlicher Spaziergang zum Hermitage Museum, einem Ableger der weltberühmten Eremitage im russischen Sankt Petersburg. Wahrlich ein passender Rahmen um auf acht ganz unterschiedliche Illustratorinnen und Illustratoren aus Amsterdam zu treffen.

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Ted van Lieshout bei der Vorstellung seiner Kollegin Marit Törnqvist

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Direktor des Museums, Paul Mosterd, übernahm der Illustrator Ted van Lieshout das Wort und stellte uns seine Kolleginnen und Kollegen auf äußerst charmante Art und Weise vor.

Im Anschluss hatten wir dann ausreichend Zeit mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. Im Titelbild sind zu sehen (von links): Mies van Hout, Charlotte Dematons, Marije Tolman, Dieter Schubert, Ted van Lieshout, Marit Törnqvist, Floor Rieder und Ingrid Schubert.

Die Stiftung CPNB

Ein kleines, liebevoll restauriertes Boot, Jahrgang 1913, brachte und auf verwundenen und teils verwunschenen Wegen durch die Grachten Amsterdams zu unserem nächsten Ziel, der Stiftung CPNB (Collectieve Propaganda van het Nederlandse Boek).

2016: Das Jahr des Buches in den Niederlanden

2016: Das Jahr des Buches in den Niederlanden

Seit 1930 gibt es diese Kooperation zwischen Buchhandel und Verlagen, die zwei Ziele verfolgt, zum einen das idealistische Ziel, die Menschen zum Lesen zu bringen, und zum anderen natürlich auch die Leser zum Kauf von Büchern in die Buchhandlungen zu locken. So gibt es seit 1932 jährlich die zehntägige Buchwoche, die im Frühjahr stattfindet und zu der ein Geschenkbuch einer namhaften Schriftstellerin oder Schriftstellers herausgebracht wird. Dies waren beispielsweise Cees Nooteboom 1991, Renate Dorrestein 1997, Arnon Grunberg 1998, Harry Mulisch 2000 und Salman Rushdie 2001. Jeder Käufer eines niederländischen Buches (Original oder Übersetzung) zum Preis von mindestens 12,50 € erhält in der Buchwoche das Geschenkbuch gratis dazu. Dieses erfreut sich großer Beliebtheit und erreicht mittlerweile  eine Auflage von über 750.000 Exemplaren!

Und auch sonst werden unsere niederländischen Nachbarn nicht müde, Buchwochen zu den verschiedensten Themen wie beispielsweise Krimi, Hörbuch oder Kinderbuch mit dem jeweils passenden Buchgeschenk ins Leben zu rufen.

ehrengast-amsterdam-5Das Geschenkbuch zur diesjährigen Kinderbuchwoche, die vom 5. bis 16. Oktober stattfindet und unter dem Motto „Omas und Opas – Für immer jung“ steht, wurde vom mittlerweile 87-jährigen Dolf Verroen geschrieben und von Charlotte Dematons illustriert. Anlässlich des Ehrengastauftritts erscheint der Titel nahezu zeitgleich auf deutsch im Verlag Freies Geistesleben.

Ebenfalls zur Kinderbuchwoche erscheint ein Bilderbuch, das dieses Jahr von der Künstlerin Floor Rieder gestaltet und zum Sonderpreis von 5 € erhältlich ist.

Auf dem Weg zur Niederländischen Stiftung für Literatur machten wir schließlich noch kurz Halt in der Kinderbuchhandlung De Kinderboekwinkel, natürlich nicht ohne das eine oder andere Buch zu erwerben.

Niederländische Stiftung für Literatur

In der Niederländischen Stiftung für Literatur angekommen ließ uns die Journalistin und Buchkritikerin Mirjam Noorduijn einen Blick in „Het Boeken-Boek“ (Das Buch-Buch) werfen, das anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2016 erscheinen wird. Dieses Buch über Bücher wird dem Leser auf über 300 Seiten die enorme Bandbreite flämischer und niederländischer Kinder- und Jugendliteratur der letzten 60 Jahre zeigen. Dabei widmet sich jedes der 50 Kapitel auf drei Doppelseiten intensiv einem Titel, dem jeweiligen Autor oder Illustrator und seinem Werk und schlägt dabei noch mühelos Brücken zu weiteren internationalen Buchtiteln. Die ersten bereits verfügbaren Innenseiten, auf die wir einen Blick werfen konnten, lassen jedenfalls auf eine sehr interessante und aufgrund der Gestaltung alles andere als trockene Lektüre schließen. Schön, dass dieses Werk im Herbst auf englisch und deutsch erscheinen wird und sicher bei so manchem Leser Begehrlichkeiten in Sachen Buchkauf wecken wird.

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Blick in die Bibliothek der Niederländischen Stiftung für Literatur

Krönender Abschluss der dreitätigen Bücherreise zum Ehrengast „Flandern & die Niederlande“ war schließlich ein lockeres Abendessen mit zahlreichen niederländischen Autorinnen und Autoren, den Übersetzerinnen Birgit Erdmann und Andrea Kluitmann und einigen Verlegerinnen und Verlegern bei schönstem Sonnenschein im Hof der niederländischen Stiftung für Literatur (weshalb es auch nur ein Foto der verwaisten Bibliothek gibt).

Bleibt mir nur „hartelijk bedankt“ zu sagen für drei spannende Tage mit unzähligen Kinderbuchmenschen und einer Kinder- und Jugendbuchszene, die wirklich als äußerst lebendig beschrieben werden kann. Ich bleibe dran am Kinderbuch aus „Flandern & den Niederlanden“ und freue mich schon sehr, den einen oder anderen „neuen Bekannten“ in Frankfurt wiederzusehen.

 

 

 

 

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