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BEO – ein besonderer Hörbuchpreis

Ganz ehrlich? Ich bin ein Fan von ausgeschriebenen Kinder(hör)buch-Preisen, von dotierten sowieso und wenn diese dann auch noch in einem würdigen Rahmen verliehen werden, bin ich geradezu entzückt. So war meine Vorfreude auf die feierliche Preisverleihung des Deutschen Kinderhörbuchpreises BEO, der ich zum zweiten Mal beiwohnen konnte, mehr als verständlich.

Der Beo Kinderhörbuchpreis ist der einzige Preis, der sich ausschließlich den Hörbüchern bzw. -spielen für Kinder und Jugendliche widmet und das finde ich richtig gut. Denn genauso wie man auf dem Buchmarkt unter 8.000 Neuerscheinungen pro Jahr im Bereich Kinder- und Jugendliteratur gerne den Überblick verliert, so geht es einem im Hörbuchsektor nicht wirklich anders. Wie schön also, dass eine namhafte Fachjury aus neun Mitgliedern und eine Kinderjury, dieses Jahr bestehend aus 18 Kindern der Klassenstufe 4 und 5 der Freien Montessori Schule in Berlin-Köpenick, für mehr Licht im Dunkeln des Hörbuch-Dschungels sorgten.

Der Film über die BEO Kinderjury zeigt, wie intensiv sich die Schülerinnen und Schüler mit den einzelnen Hörbüchern auseinandersetzten. Besonders spannend ist auch das Statement der Lehrerinnen (bei 2:00 Min.), dass über das Hörbuch auch Wenigleser literarische Sprache mitbekommen und später auch einsetzen.

In drei Kategorien (0 bis 6, 7 bis 11, ab 12 Jahren), dazu ein Sonderpreis und der Preis der Kinderjury, wurde der BEO, der in jedem Jahr von einem anderen Künstler entworfen wird, in diesem Jahr bereits zum vierten Mal verliehen.

So fand sich am Abend der Preisverleihung eine illustre Gästeschar aus Autor*innen, Verleger*innen, Hörbuchsprecher*innen und Menschen, die irgendwie ihre Finger im Spiel haben, wenn es um Hörbücher geht, im Foyer des Thalia Theaters in Hamburg-Altona ein. Übrigens ein sehr „kuscheliger“ Rahmen, der einen mit Leichtigkeit mit vielen Menschen ins Gespräch kommen ließ. Unter der Regie von Ludwig von Otting führten Cornelia Schirmer und Tilo Werner, musikalisch begleitet von Lutz Krajenski, singend, tanzend und witzelnd durchs Programm.

Und dieses Programm hatte es in sich, schließlich waren die Preisträger*innen Sandra Keck, Mechthild Großmann (im Beitragsfoto mit einigen Kindern der Kinderjury zu sehen) und Bastian Pastewka extra angereist, um uns Kostproben ihrer stimmlichen Erzählkunst zu liefern und selbst Christoph-Maria Herbst, der es aus terminlichen Gründen nicht nach Hamburg schaffte, wendete sich in einer sehr humorvollen Videobotschaft an das Publikum.

beo-gala-16-02Ob  die Zwischenrufe des auf der Bühne stehenden (künstlichen) Beos die sich eh schon oft ins Wort fallenden Moderatoren nicht eher störte als für Belustigung zu sorgen, lasse ich mal dahingestellt.

Eine schöne und würdige Preisverleihung war es aber definitiv und beim anschließenden Glas Sekt und dem einen oder anderen Häppchen fand man auch ausreichend Zeit, mit vielen Hörbuchmenschen ins Gespräch zu kommen.

Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf den fünften BEO im November 2017.

Und hier noch einmal die Gewinner des BEO 2016 (als PDF):

Kategorie I (0-6 Jahre)
Bastian Pastewka – ausgezeichnet als Interpret
Marlene Breuer – ausgezeichnet als Regisseurin

Torben Kuhlmann – Lindbergh. Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus
Der Hörverlag / hr2 Kultur

Kategorie II  (7-11 Jahre)
Christoph Maria Herbst – ausgezeichnet als Interpret

Jory John / Mac Barnett – Miles & Niles. Hirnzellen im Hinterhalt
Aus dem Englischen von Alexandra Ernst
Der Hörverlag

Kategorie III (Ab 12 Jahre)
Sandra Keck – ausgezeichnet als Interpretin
Rainer Gussek – ausgezeichnet als Regisseur

B.E. Hassell / M.H. Magnadottir – Dämmerhöhe. Lautlos
Aus dem Isländischen von Anika Wolf
audiolino

Sonderpreis Bestes Hörspiel für Kinder/Jugendliche
Cornelia Funke, Frank Gustavus, Jan-Peter Pflug, Kay Poppe, Christiane Krah und
Helena Thiemann – ausgezeichnet als Hörspielkreative

Cornelia Funke – Tintentod. Das Hörspiel
Oetinger audio

Preis der Kinderjury
Mechthild Großmann – ausgezeichnet als Interpretin

Anne Fine – Tagebuch einer Killerkatze
Aus dem Englischen von Barbara Heller
Oetinger audio


Ein herzliches Dankeschön an den Fotografen Vincent Schaack, unter dessen Copyright die Fotos dieses Beitrags stehen.

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Kategorie: Bücherorte, Bücherregal

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Seit über 10 Jahren betreibe ich die Webseite Buecherkinder.de. Ich bin leidenschaftliche Netzwerkerin (online wie offline), Jurymitglied des “Leipziger Lesekompass” und schreibe regelmäßig für die Fachzeitschrift “Eselsohr”. Obwohl technikaffin lese ich zur Zeit noch am liebsten Bücher der Holzklasse.

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