Autor: Stefanie Leo

Ich lese unabhängig

Ich lese unabhängig!

Vom 4. bis 11. November findet bereits zum vierten Mal die Woche der unabhängigen Buchhandlungen (WUB) statt. Initiiert wurde diese besondere Woche 2014 von David Mesche, Mitinhaber der BUCHBOX!-Buchhandlungen in Berlin, der die Idee aus England mitbrachte, wo die diesjährige Independant Bookshop Week bereits im Juni stattfand. Auf der dortigen Webseite fand ich auch folgenden Text der Autorin Sally Nicholls, der zwar als Warnung ausgesprochen wird, aber doch eher einer Liebeserklärung gleicht: “Independent bookshops? What a terrifying thought! Go into a bookshop and anything could happen to you. You could be educated, informed, inspired, transformed, terrified, amused … you might come out a completely different person to the one you went in as. It happened to me. You have been warned.” – Sally Nicholls  In der WUB feiern sich die unabhängigen, inhabergeführten Buchhandlungen selbst und wir als Kunden feiern gleich mit. Zahlreiche Veranstaltungen sind für die kommenden Tage geplant und können dem Veranstaltungskalender entnommen werden. Ich lese unabhängig! Leider kann ich mich gar nicht mehr an mein erstes selbstgekauftes Buch erinnern, aber da sich in meinem …

Betty Reis, Solingen und die Kinderbücher

Was Betty Reis mit meiner Heimatstadt Solingen und insbesondere mit meinem Stadtteil Ohligs zu tun hat, warum ich Gründungsmitglied einer Gesellschaft geworden bin, die ihren Namen trägt, und welche Rolle dabei die Kinder- und Jugendbücher spielen, das möchte ich euch heute ein wenig genauer erläutern. Ein Mensch ist erst dann vergessen, wenn sein Name vergessen ist. – Aus dem Talmud Als mich vor einigen Tagen eine Email mit der Einladung zur Gründungsversammlung einer „Betty-Reis-Gesellschaft“ erreichte, sagte mir dieser Name nichts. Doch der Einladende hatte seinem Schreiben einen kurzen Lebenslauf der jungen Frau beigefügt, der mich auch heute – mehr als 70 Jahre später – noch erschauern lässt. Betty Reis verbrachte, aufgewachsen in einer jüdischen Familie, ihre Kindheit und Jugend in ihrer Heimatstadt Wassenberg, bevor sie 1937 eine Stelle als Dienstmädchen bei einer jüdischen Familie in Solingen annahm. Dort erlebte sie 1938 die Pogromnacht und machte traumatische Erfahrungen. Die Nationalsozialisten deportierten sie, nachdem sie seit 1939 zahlreiche andere Stationen durch­laufen hatte, schließlich ins Konzentrationslager Bergen-Belsen. Dort wurde Betty Reis durch die Nationalsozialisten im Herbst 1944 ermordet. …

“Love out loud” oder ganz viel Liebe für meine Bücherkinder!

„Love out loud“. So lautet das diesjährige Motto der re:publica, die derzeit in Berlin stattfindet. Und in Zeiten wie den heutigen, in denen das Feuilleton die Buchblogger kritisiert und selbige die Kritik kritisieren und überhaupt reichlich im Netz kritisiert wird, nehme ich diesen Slogan zum Anlass, ein ganz lautes Lob – sofern man im Netz von „laut“ sprechen kann – und ebenso kräftigen Dank auszusprechen. Mein Lob und Dank gilt meinen Bücherkindern. Allen voran danke ich meinen unermüdlichen Online-Redakteuren, die sich in wechselnder Besetzung bald fünfzehn Jahre lang durch immer wieder neue Kinder- und Jugendliteratur lesen und ihre Meinung dazu abgeben. Mein spezieller Dank verbunden mit einem dicken Lob soll aber heute nach aller Kritik an der Kritik und überhaupt in besonderem Maße meinen Monheimer Bücherkindern gelten. Seit einem Vierteljahr treffe ich mich mit den Jungen und Mädchen zwischen 9 und 11 Jahren einmal pro Woche im Ulla-Hahn-Haus in Monheim. Dort widmen wir uns aktuellen Büchern, die Kinder schreiben erste Rezensionen und gemeinsam überarbeiten wir ihre Texte. Dabei stellen wir immer wieder fest, dass selbst …

Hörbuchkritiker gesucht!

Für die noch ziemlich verwaiste Rubrik „Hörbücher“ auf Buecherkinder.de suche ich Nachwuchsredakteure zwischen 9 und 15 Jahren, die besonders gerne Hörbücher hören. Die derzeit rund vierzig lesenden Kinder und Jugendlichen der Redaktion haben ihren Schwerpunkt in der Besprechung aktueller Print-Titel und nur wenige unter ihnen geben hin und wieder einen Hörbuchtipp ab – deshalb auch die derzeit überschaubare Anzahl in dieser Kategorie. Dies soll sich jetzt ändern! Wenn du zu denjenigen gehörst, die Geschichten lieber auf die Ohren kriegen als in der Hand halten, dann bist du in der zukünftigen Buecherkinder-Hörbuch-Redaktion genau richtig! Ich versorge dich mit aktuellen Hörbuchern auf CD und im Gegenzug erhalte ich von dir einen Hörbuchtipp für die Webseite. Interessiert? Dann melde dich – gerne mit einer ersten Hörbuchrezension – per Mail bei mir und ich schicke dir weitere Infos zu. Ich freue mich, von dir zu hören 🙂 Foto: CC0 DS-Foto/Pixabay    

Tief berührend: Mein Freund Pax

Eigentlich überlasse ich schon seit Jahren das Schreiben von Rezensionen den rund vierzig Kindern und Jugendlichen der Redaktion. Zumindest auf der Webseite. Doch hin und wieder tauchen im Stapel der Leseexemplare Bücher auf, die auch für mich als erwachsener Leser so besonders sind, sich auf ihre Art aus der Masse der Neuerscheinungen abheben, dass ich nicht umhin komme, euch von ihnen zu erzählen. Häufig sind dies Geschichten, die mich ganz tief drinnen berühren, die mich mit einer wohligen Wärme im Bauch zurücklassen, die schlicht und ergreifend ein Geschenk sind. „Mein Freund Pax“ ist so ein Buch. Mein Freund Pax von Sara Pennypacker, aus dem Englischen von Birgitt Kollmann, mit Illustrationen von Jon Klassen, Fischer Sauerländer 2017 304 Seiten, 34 Kapitel – für Leserinnen und Leser ab 10 (und älter) Von außen Peter hat den Fuchswelpen Pax vor dem sicheren Tod gerettet und aufgezogen – seitdem sind die beiden unzertrennlich. Peter und Pax verstehen sich ohne Worte, und nur zusammen fühlen sie sich ganz. Aber dann kommt der Krieg und reißt die beiden auseinander. Zwischen ihnen …