Autor: Stefanie Leo

Mehr Sichtbarkeit für die Kinderbuchszene* schaffen!

* Mit Kinderbuchszene ist das breite Spektrum der Kinder- und Jugendliteratur gemeint. Ende Januar fand der 10. Hamburger Pub ’n‘ Pub-Stammtisch statt, in dem die fehlende Vernetzung und Sichtbarkeit der Kinderliteratur-Institutionen in der Hansestadt zur Diskussion standen. Tatsächlich hat Hamburg mit Oetinger und Carlsen zwei wirklich große Verlagshäuser zu bieten, ergänzt werden diese durch die Kinderbuchsparte des in Reinbek ansässigen Rowohlt Verlags, vielen kleinen Verlagen und sehr erfolgreichen Hörbuch-Labels. Keine andere Stadt weist eine derart hohe Konzentration von reinen Kinder- und Jugendbuchverlagen auf. Nichts desto trotz wird Hamburg nicht als Kinderbuchhauptstadt wahrgenommen, einen Zustand, den Katrin Hörnlein in ihrem ZEIT-Artikel „Wir sind doch ein Kinderdorf“ im Sommer letzten Jahres anprangerte. Sie sowie zahlreiche andere am Thema Interessierte trafen sich deshalb am 29. Januar zum Publishing-Stammtisch und ließen uns aus der Ferne via Twitter (hier die Zusammenfassung) an der lebhaften Diskussion teilhaben. Die Sorge, nicht ernst genommen zu werden innerhalb der Branche ist da.Kinderbuch ist literatur, also keine falsche Bescheidenheit! #pubnpub — Herzpotenzial (@Herzpotenzial) 29. Januar 2015 #kinderbuch in die Leseförderung schieben, dann bleibt’s günstig in …

Buecherkinder & Eselsohr im Februar

Die letzte Innen-Seite im Eselsohr ist auch in diesem Monat für die Buecherkinder reserviert. Die Buecherkinder lesen! Buchtipps aus der Kinder- & Jugendredaktion, Februar 2015 Klas (8): Wie man ein intergalaktischer Superheld wird von Matt Brown, Fischer Sauerländer Matteo (10): Teslas unvorstellbar geniales und verblüffend katastrophales Vermächtnis, von Neal Shusterman und Eric Elfman, Loewe Verlag Leonard (10): Mysterium. Der schwarze Drache von Julian Sedgwick, Aladin Vincent (12): Machine Boy von Andreas Schlüter, Kosmos Ian (13): Ruby Redfort. Schneller als Feuer von Lauren Child, Fischer KJB Zum Herunterladen (PDF) hier klicken.

Sammelsurium Numero 2 – Netzfundstücke, Buchtipps, Termine, Kurioses

Herzlich willkommen zum zweiten Sammelsurium, das erneut bunt durcheinandergewürfelt über Lesens- und Wissenswertes und bisweilen auch Amüsantes aus der Welt der Bücher berichtet. Netzfundstücke Dass es bisweilen schwierig sein kann, Jungs für das Lesen zu begeistern, davon kann ich als dreifache Jungsmutter ein Liedchen singen. Das Projekt boys & books gibt Buchempfehlungen für männliche Leser zwischen 6 und 18 Jahren und dient der gezielten Leseförderung von Jungen. boysandbooks.de Normalerweise stelle ich ja immer die Fragen, Wenke Bönisch von der Kinderbibliothek hat den Spieß jedoch umgedreht und mich zu den Bücherkindern und der Kinder- und Jugendbuchkutlur im Allgemeinen interviewt. kinderbibliothek.blogspot.de/2015/01/gute-kinder-und-jugendliteratur-sind-in.html In Die Kunst der Stimm-Magie gibt Ina Nefzer Einblick in Hörbuch-Produktionen und erzählt, warum ein begnadeter Autor und Sprecher wie Finn-Ole Heinrich seine Maulina Schmitt nicht sprechen dürfte. Auszeichnungen Der LUCHS Kinder- und Jugendbuchpreis, der einmal jährlich von der ZEIT und Radio Bremen verliehen wird, geht an Finn-Ole Heinrich und Rán Flygenring (Illustration) für ihre Trilogie „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“. Der mit 8.000 Euro dotierte Preis wird am Vorabend der Leipziger Buchmesse, am Mittwoch, …

Buchtipp: Das Schicksal der Sterne

Als dem Autor Daniel Höra 2012 die Idee zu seinem Roman „Das Schicksal der Sterne“ kam, konnte er vermutlich nicht ahnen, wie hochaktuell die Flüchtlingsthematik, der sich das Buch widmet, zum Erscheinungstermin sein würde. Angesichts von über 50 Millionen Flüchtlingen weltweit und einer Bewegung im Osten, die „Wir sind das Volk!“ ruft, aber etwas ganz anderes meint, kommt das neueste Werk von Daniel Höra genau zum richtigen Zeitpunkt. In seiner Geschichte lässt der Autor den aus Schlesien stammenden Karl auf Adib aus Afghanistan treffen. Lediglich den Wohnort Berlin und die Vorliebe für Astronomie scheinen die beiden zu teilen, was sonst sollten ein über 80-jähriger Mann und ein Jugendlicher aus dem Flüchtlingsheim schon für Gemeinsamkeiten haben? Doch Stück für Stück taucht der Leser in die Vergangenheit der Beiden ein und es wird bald klar, dass sie einen viel größeren gemeinsamen Nenner besitzen: Sie mussten beide aus ihrer Heimat fliehen, der eine vor 70 Jahren, der andere in unserer heutigen Zeit. Geschickt lässt Höra Szenen ihrer jeweiligen Flucht in die Berliner Handlung einfließen, mal finden wir uns …

Back to Backlist oder Die Buchwelt entschleunigen

In der Kinder- und Jugendliteratur gibt es pro Jahr etwa 8.000 Neuerscheinungen, die zweimal jährlich in den Vorschauen der Verlage präsentiert werden. Zur Zeit durchforste ich die Frühjahrsvorschauen 2015, die mich bereits weit vor Weihnachten zusammen mit den letzten Neuerscheinungen aus dem Herbst erreichten. Ich bin also eigentlich spät dran und vermute, dass der literarische Herbst schon fertig in den Schubladen der Verlage liegt und nur darauf wartet im Frühsommer auf meinem Schreibtisch zu landen. Halt!! – Stopp!! Dieses Vorschau-Neuerscheinung-Backlist-Ramsch-Karussell dreht sich einfach viel zu schnell. Kein Wunder, dass die Fliehkraft so manchen tollen Titel ungelesen an mir vorbei katapultiert. Aber was wird aus diesen wunderbaren Büchern vergangener Jahre? Viele von ihnen sind selbstverständlich noch lieferbar und die gedruckten Inhalte nach wie vor genauso empfehlenswert wie in deren Erscheinungsjahr. Zudem haben es weder Autor noch Illustrator verdient, in diesem Affentempo der Buchpreisbindung entbunden auf dem Ramschtisch zu landen! Doch wer gibt dieses Tempo vor? Sind es die Verlage, die schreibende Zunft oder beharrt tatsächlich der Leser auf immer mehr Lesestoff in immer kürzeren Abständen. Meine …