Autor: Stefanie Leo

Ein roter Ohrensessel für den guten Zweck

Seit Januar 2012 veranstalten wir regelmäßig Wohnzimmerlesungen in unserem Zuhause in Solingen. Von „B“ (wie Zoë Beck) bis „Z“ (wie Sabine Zett) nahmen in den vergangenen vier Jahren an 29 Lesungen 19 unterschiedliche Autorinnen und Autoren auf dem großen roten Ohrensessel Platz. Nach ausgiebigen Renovierungstätigkeiten in diesem Frühjahr und ein wenig Möbelgerücke im Wohnzimmer haben wir uns schließlich schweren Herzens von unserem großen roten getrennt und uns für ein kleineres Modell entschieden, das wir bald mit einer 30. Lesung einweihen wollen. Lange haben wir überlegt, wie wir den roten Ohrensessel in den wohlverdienten Ruhestand schicken sollen. Sperrmüll kam für unser gutes Stück überhaupt nicht in Frage, per Kleinanzeige verkaufen oder per eBay versteigern schien uns für dieses Möbelstück mit bewegter Lesungsvergangenheit nicht angemessen. Schließlich stand unser Entschluss fest: Unser roter Ohrensessel soll für einen guten Zweck versteigert werden und was könnte da näher liegen als dies für das Netzwerk Autoren helfen zu tun. Autoren helfen Auf der Webseite der Initiative heißt es u.a.: „Autoren helfen“ ist eine Initiative von deutschsprachigen Autorinnen und Autoren aus Deutschland, …

Das kleine Gespenst spukt jetzt auch im Bilderbuch!

Wer kennt es nicht das kleine Gespenst aus dem gleinamigen Buch von Otfried Preußler, das 1966 im Thienemann Verlag erschien und bis heute in über 30 Sprachen übersetzt wurde. Sollte ich eine Figur aus Preußlers Geschichtenschatz nennen, die auch nach knapp 40 Jahren einen besonderen Platz in meinem Herzen einnimmt, dann wäre es sicherlich das kleine Gespenst und sein Freund der Uhu Schuhu. Noch heute kenne ich nahezu jedes Detail der Geschichte und erinnere mich noch lebhaft daran, wie die 13 Schlüssel so manche verschlossene Türe öffneten. Happy Birthday kleines Gespenst Zum 50. Geburstag des Klassikers spukt „Das kleine Gespenst“ jetzt zum ersten Mal auch im Bilderbuch! Nach einer Idee von Otfried Preußler erzählt seine Tochter Susanne Preußler-Bitsch die wunderbare Geschichte vom kleinen Gespenst und jeder Menge Tohuwabohu auf Burg Eulenstein. Daniel Napp, der bereits die Bilderbuch-Adaption von Preußlers „Der kleine Wassermann“ illustrierte, lässt auch das kleine Gespenst ganz vorzüglich über die Seiten schweben. Das kleine Gespenst als Bilderbuch Wie jede Nacht, pünktlich zur Geisterstunde, erwacht das kleine Gespenst von Burg Eulenstein. Und es entdeckt: …

Rotation Curation vieler Kinderbuchmenschen

Was ist eigentlich Rotation Curation? Normalerweise werden Accounts beispielsweise auf Twitter, Facebook oder Instagram von einer Person mit Leben gefüllt. Prominente Personen oder Unternehmen überlassen ihren Account bisweilen einem ganzen Social Media Team. Bei der Rotation Curation sieht das allerdings anders aus. Hier wird ein Social Media Account nach einem bestimmten Zeitraum (meist einer Woche) von einer anderen Person betreut. Vorreiter für das Wechseln von Social Media Kuratoren war der Twitter-Account @sweden, auf dem seit Dezember 2011 jede Woche ein anderer Schwede über sein Land twittert. Als Kurator hat man so die Möglichkeit, seine „Filterblase“ zu verlassen und sozusagen in einen anderen Kreis zu schlüpfen. Als Follower bei Twitter oder Abonnent einer Seite bei Facebook kommt man in den Genuss abwechslungsreicher Inhalte und lernt neue Ideen, Konzepte und die Menschen dahinter kennen. Rotation Curation bei „Ich mach was mit Kinderbüchern“ Sechzehn ganz unterschiedliche Menschen aus der Kinder- und Jugendbuchbranche übernahmen im vergangenen Jahr von Mitte August bis Mitte Dezember die Facebookseite „Ich mach was Kinderbüchern“ (z. Z. etwa 4.400 Abonnenten). Jeweils für eine Woche gaben …

Bye, bye Amazon, hello Schmitz Junior!

Vor über dreizehn Jahren ging ich mit meiner Webseite und den ersten Bilderbuchtipps – damals noch an den eigenen Kindern erprobt – an den Start. Es erschien nur logisch neben Online-Buchbesprechungen auch eine Kaufmöglichkeit im Netz anzubieten. Viele Buchhandlungen hatten jedoch zum damaligen Zeitpunkt noch gar keine Internetpräsenz geschweige denn einen eigenen Online-Shop, weshalb es nahe lag, sich bei den damals bereits etablierten Online-Plattformen wie Bol.de, Buch.de oder eben Amazon.de umzuschauen. Letztere machte auf mich den professionellsten Eindruck und bot neben einer großen Buchauswahl – tatsächlich konnte man damals dort noch keine Waschmaschinen kaufen – auch ein leicht einzubindendes Partnerprogramm an. Über die Jahre wuchs meine Webseite heran, bekam zweimal eine radikale Verjüngungs- und Optimierungskur verpasst. Amazon war mittlerweile zu einem gigantischen Unternehmen herangewachsen, zu einem Unternehmen mit mehr als zweifelhafter Standort- und Mitarbeiterphilosophie und noch fragwürdigerem Verhalten in Sachen Steuerzahlung. Ein „bye, bye Amazon“ war zu diesem Zeitpunkt zwar technisch umsetzbar, doch noch fand sich kein geeigneter Partner bzw. eine mögliche Affiliate-Lösung. Glücklicherweise lernte ich etwa zeitgleich mit dem stetig wachsenden Fehlverhalten des Marktführers …

Im Wohnzimmer mit Katrin Zipse

Vergangenen Freitag wurde bereits zum 28. Mal das heimische Wohnzimmer leer geräumt. Lampen mussten weichen, Stühle wurden gestellt und der rote Ohrensessel ins rechte Licht gerückt. Unverkennbar es war wieder Wohnzimmerlesungszeit. Gut zwanzig Gäste und die hiesige Presse warteten gespannt auf Katrin Zipse, die mit ihrem neuesten Werk „Die Quersumme von Liebe“ die Reise von Baden-Baden ins Ohligser Wohnzimmer angetreten hatte. Nachdem die Autorin im letzten Jahre für ihr Erstlingswerk „Glücksdrachenzeit“ den mit 10.000 Euro dotierten Thaddäus-Troll-Preis des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg erhalten hatte, war ich sehr gespannt, wie ihr neuer Roman, der aufgrund verschiedener Erzähler und Erzählebenen für Lesungen durchaus anspruchsvoll ist, bei den Lesungsgästen ankommen würde. Katrin Zipse löste dieses Problem mit Bravour. Sie entschied sich, nur einen Erzählstrang (nämlich den der weiblichen Protagonistin Luzie) vorzulesen und Sprünge in die Vergangenheit, die im Buch kursiv gedruckt sind, kurz anzukündigen. So konnte das Publikum der spannenden Geschichte problemlos folgen. Nach gut einer Stunde Lesungszeit und fast auf die Sekunde genau mit den 9-Uhr-Schlägen der beiden Uhren beendete die Autorin die Lesung, natürlich nicht …