Autor: Stefanie Leo

Was macht den Autor „frei“?

In den Kurzbiografien zahlreicher Bücher trifft man regelmäßig auf die Bezeichnung „freier Autor“. Aber was genau unterscheidet denn nun den Autor vom „freien“ Autor? Obgleich die größte aller Suchmaschinen zahlreiche Ergebnisse zum Thema ausspuckt, liefert sie nicht wirklich Antworten. Anzeigen sogenannter Zuschussverlage werden eingeblendet, es ist von freier Mitarbeit und nebenberuflicher Tätigkeit die Rede. Ich will es genauer wissen und hake nach bei einem, der erst kürzlich beschlossen hat, als freier Autor zu arbeiten. Der freie Autor Frank Maria Reifenberg Frank Maria Reifenberg wurde 1962 in der Nähe von Siegen geboren und wuchs wohlbehütet in einem Dorf im Westerwald auf. Nach Abitur und Ausbildung zum Buchhändler wurde er in den späten 80er Jahren Texter und Mitinhaber einer Public Relations-Agentur. Anfang des neuen Jahrtausends absolvierte Reifenberg an der Internationale Filmschule Köln das Ausbildungsprogramm für Drehbuchautoren. Fortan schrieb er Drehbücher und Konzepte für Film und Fernsehen bevor er 2003 begann Romane für Verlage wie Thienemann, Rowohlt, Bloomoon/arsEdition, Ueberreuter oder Ravensburger zu schreiben. Seit 2008 widmet Reifenberg sich der Jungenleseförderung mit Workshops nur für Jungen, Seminaren und Vorträgen …

Hitsuzen oder Die Philosophie der Zufälle

Ist unser Leben seit dem Urknall vorbestimmt und unser Schicksal unausweichlich oder haben wir den Lauf unseres Lebens selbst in der Hand? Eine Frage, die sich der Leser des außergewöhnlichen Buches „Das zufällige Leben der Azalea Lewis“ sicher bisweilen auch selbst gestellt hat. Das Leben der Hauptfigur ist hingegen von so vielen Zufällen, die ein bestimmtes Muster verfolgen, bestimmt, dass es so scheint, als sei ihr Schicksal unausweichlich. Mein Großvater starb an einem Mittsommertag. Meine leibliche Mutter starb an einem Mittsommertag. Der Mann, der mein leiblicher Vater gewesen sein muss, starb auf See an einem Mittsommertag. Und meine Adoptiveltern starben an einem Mittsommertag. Und es vergeht kein Tag, mein Liebster, an dem ich nicht schon morgens beim Aufstehen an einen Tag in nur vier Monaten denke, wenn die Teile des Räderwerks erneut ineinandergreifen werden und nur noch eine Person zum Sterben übrig ist. Und diese Person werde ich sein. [Klappentext] Dieses Buch ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Zum einen ist da natürlich das äußerst spannende Thema des Romans. Ist unser Leben vorbestimmt – der Japaner …

Was darf ein Jugendbuch kosten?

Die Frage, was ein Jugendbuch oder Bücher allgemein überhaupt kosten dürfen, stelle ich mir so gut wie nie. Das hat natürlich zum einen den luxuriösen Grund, dass ich bzw. die Kinder- und Jugendlichen der Redaktion mit Rezensions-exemplaren versorgt werden und sich mir und uns diese Frage – was das Anschaffen und Lesen für Buecherkinder.de anbelangt –  nicht stellt. Darüber hinaus gehende private Anschaffungen im Bereich der Belletristik werden im Taschenbuchbereich zwischen 10 und 15 € von mir nicht weiter hinterfragt. Im Hardcover, das meist bei 20 € aufwärts liegt, sieht es etwas anders aus. Haben mich Buchbesprechungen meiner Peergroup überzeugt und habe ich gerade Zeit, außerhalt der KJL etwas zu lesen, wird auch ein Hardcover angeschafft, ansonsten warte ich aber durchaus auf die Taschenbuchausgabe. Dass der Preis  von 18,95 € für ein Jugendbuch mit gut 430 Seiten in der Hardcover-Ausgabe mit Schutzumschlag allerdings als schockierend (siehe Facebookommentar) empfunden wird, hat mich schon gewundert. Wie schnell geben Jugendliche heutzutage Geld für Musik, PC und Lifestyle-Gadgets aus, warum keine 18,95 € für ein Buch? Und für die …

Britta Sabbag liest im Garten

Manchmal muss man flexibel sein, besonders wenn die äußeren Umstände mit tropischen 35 Grad Lufttemperatur so gar nicht für eine Wohnzimmerlesung sprechen. Kurzerhand wanderten wir deshalb gestern aus und verlagerten die bereits 27. Wohnzimmerlesung, die zweite mit Britta Sabbag, in den Garten – selbstverständlich mit rotem Ohrensessel. Eine gute Entscheidung, denn unter den Bäumen mit einer leichten Brise ließ es sich gut aushalten und mit Britta Sabbag im roten Ohrensessel ist man eh bestens unterhalten. Obwohl es bereits um den zweiten Teil von Sannys Geschichte ging, gab Britta Sabbag uns zunächst einen kurzen Überblick über die Geschehnisse im Buch „Stolperherz“, das – so erfuhren wir – durchaus autobiografische Züge enthält. Und so manche jugendliche Erfahrung der Autorin floss auch in die Fortsetzung „Herzriss“ ein, das man allerdings aufgrund einiger Rückblicke „zur Not“ auch ohne Kenntnis des ersten Romans lesen kann. Allerdings empfehle ich euch wärmstens beide Bücher zu lesen, denn Britta Sabbag hat einen wunderbar leichten und humorvollen Schreibstil und trotzdem stecken – gerade für Jugendliche – viele Erkenntnisse in ihren Texten. Für mich zwei …

Kurz und gut: Buchtipps für den Sommer

Manchmal braucht es nur einen Satz, um lesenswerte Bücher vorzustellen. So wie bei diesen drei Titeln, die mich endlich aus meiner vorsommerlichen Leseflaute holten. Nun kann der Sommer kommen! „Das Zusammenspiel zwischen Matthias Morgenroths fantasievoller Geschichte und den kongenialen Illustrationen von Regina Kehn lässt den Leser auch visuell in die Dunkelheit der Erzählung abtauchen.“ Inhalt: Es ist etwas Besonderes, mit Lea befreundet zu sein. Sie kommt auf die verrücktesten Ideen und kann dabei immer auf ihren Freund Jojo zählen. Doch als sie in der Mittsommernacht bei ihm im Garten steht und ihn drängt, unten am Fluss mit ihr ein Johannisfeuer zu entzünden, spürt er sofort: Was ihnen diesmal bevorsteht, das ist etwas Größeres. Werden in der Mittsommernacht wirklich Wünsche wahr, wie Lea behauptet? Auf der Suche nach der Antwort geraten die Freunde in ein Abenteuer, das selbst Lea sich nicht hätte träumen lassen: Die Nacht erwacht zum Leben und die Nachtlinge möchten sie nur zu gern zu einer der ihren machen. Jetzt kann nur ihre Freundschaft sie noch retten! Bibliografie: „Freunde der Nacht“ von Matthias …