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Britta Sabbag liest im Garten

Datei 04.07.15 11 04 10-1Manchmal muss man flexibel sein, besonders wenn die äußeren Umstände mit tropischen 35 Grad Lufttemperatur so gar nicht für eine Wohnzimmerlesung sprechen. Kurzerhand wanderten wir deshalb gestern aus und verlagerten die bereits 27. Wohnzimmerlesung, die zweite mit Britta Sabbag, in den Garten – selbstverständlich mit rotem Ohrensessel.

Eine gute Entscheidung, denn unter den Bäumen mit einer leichten Brise ließ es sich gut aushalten und mit Britta Sabbag im roten Ohrensessel ist man eh bestens unterhalten.

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„Stolperherz“ und „Herzriss“ von Britta Sabbag, erschienen bei Boje

Obwohl es bereits um den zweiten Teil von Sannys Geschichte ging, gab Britta Sabbag uns zunächst einen kurzen Überblick über die Geschehnisse im Buch „Stolperherz“, das – so erfuhren wir – durchaus autobiografische Züge enthält. Und so manche jugendliche Erfahrung der Autorin floss auch in die Fortsetzung „Herzriss“ ein, das man allerdings aufgrund einiger Rückblicke „zur Not“ auch ohne Kenntnis des ersten Romans lesen kann.

DSC00252Allerdings empfehle ich euch wärmstens beide Bücher zu lesen, denn Britta Sabbag hat einen wunderbar leichten und humorvollen Schreibstil und trotzdem stecken – gerade für Jugendliche – viele Erkenntnisse in ihren Texten. Für mich zwei ideale Bücher für die Sommerzeit!

Wie gut also, dass ich die beiden signierten Bücher im Bundle verlose! Eine Inhaltsangabe der jeweiligen Bücher nebst Kurzkritik gibt es hier: Stolperherz und Herzriss

Hier ein paar Eindrücke der gestrigen Lesung:

Verlosung: Benötigst du noch kurzfristig Lesestoff für den Sommer? - Das trifft sich
gut, denn ich verlose "Stolperherz" und "Herzriss" im Bundle. Wer diese beiden
signierten Bücher gewinnen möchte, muss mir im Kommentar nur verraten, welches ihr 
oder sein liebster Sommerleseplatz ist.
Bis zum 9. Juli um 18:00 Uhr habt ihr Zeit zu kommentieren. Bei mehr als zwei 
Teilnehmern entscheidet das Los per random.org. Bücher verschicke ich augrund der 
Portokosten nur an Postadressen in Deutschland. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Kurz und gut: Buchtipps für den Sommer

Manchmal braucht es nur einen Satz, um lesenswerte Bücher vorzustellen. So wie bei diesen drei Titeln, die mich endlich aus meiner vorsommerlichen Leseflaute holten. Nun kann der Sommer kommen!

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„Das Zusammenspiel zwischen Matthias Morgenroths fantasievoller Geschichte und den kongenialen Illustrationen von Regina Kehn lässt den Leser auch visuell in die Dunkelheit der Erzählung abtauchen.“

Inhalt: Es ist etwas Besonderes, mit Lea befreundet zu sein. Sie kommt auf die verrücktesten Ideen und kann dabei immer auf ihren Freund Jojo zählen. Doch als sie in der Mittsommernacht bei ihm im Garten steht und ihn drängt, unten am Fluss mit ihr ein Johannisfeuer zu entzünden, spürt er sofort: Was ihnen diesmal bevorsteht, das ist etwas Größeres. Werden in der Mittsommernacht wirklich Wünsche wahr, wie Lea behauptet? Auf der Suche nach der Antwort geraten die Freunde in ein Abenteuer, das selbst Lea sich nicht hätte träumen lassen: Die Nacht erwacht zum Leben und die Nachtlinge möchten sie nur zu gern zu einer der ihren machen. Jetzt kann nur ihre Freundschaft sie noch retten!

Bibliografie: „Freunde der Nacht“ von Matthias Morgenroth, illustriert von Regina Kehn ist am 1. Mai 2015 bei dtv junior erschienen und wird für Kinder ab 9 Jahren empfohlen.

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„Glaubhaft, tiefgründig und mit Humor erzählt Erin Jade Lange in “Halbe Helden” über eine außergewöhnliche Freundschaft zwischen einem Schlägertypen und einem Schüler mit Downsyndrom.“

Inhalt: So ganz kann Dane sich nicht erklären, wie er da hineingeraten ist: Gerade ging er noch (überwiegend) friedlich und unbescholten zur Schule, jetzt hat er einen Aufpasserjob. Dumm nur, dass Billy D., ein neuer Schüler mit Downsyndrom, nicht will, dass man auf ihn aufpasst – viel lieber ist ihm, wenn Dane ihm beibringt, wie man sich prügelt, oder wenn er ihm hilft, seinen Dad zu finden. Der hat Billy nämlich einen Atlas mit geheimnisvollen Hinweisen hinterlassen, und Billy ist überzeugt, dass sie ihn am Ende zu seinem Vater bringen werden. Dane kann den Ärger förmlich riechen, der ihm blüht, wenn er Billy einmal quer durchs Land kutschiert, aber dessen Enthusiasmus hat er wenig entgegenzusetzen. Wo ihr Weg sie schließlich hinführt, hat keiner von ihnen geahnt …

Bibliografie: „Halbe Helden“ von  Erin Jade Lange, brilliant übersetzt von Jessika Komina und Sandra Knuffinke erscheint am 17. Juli im Magellan Verlag und ist für Leser ab 14 geeignet.

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„Auch wenn die Geschichte um Sarah und Josh ein paar logische Lücken aufwies und ich mit den beiden Charakteren nicht ganz warm wurde, bescherte mir die Parallelwelten-Geschichte doch spannende Lesestunden.“

Inhalt: Um das richtige Leben zu finden, um ihre Liebe wiederzutreffen, um ihren Bruder vor einem Unglück zu bewahren, muss Sarah Layken die gleiche Situation wieder und wieder durchleben. Sie kann sich immer wieder für ein neues Leben entscheiden, aber sie kennt vorher niemals den Preis, den sie dafür bezahlen muss.

Bibliografie: „Blink of Time“ von Rainer Wekwerth ist im Mai im Arena Verlag erschienen und für Leser ab 14 empfehlenswert.


booksentenceDie Idee, Bücher mit nur einem Satz vorzustellen, ist übrigens nicht auf meinem „Mist“ gewachsen. Booksentence ist der Einfall einer Gruppe von Bloggern, die gemeinsam einen tumblr-Blog mit Leben und Buchsätzen füllt. Schaut doch gerne mal vorbei.

Uns gibt es übrigens auch bei Twitter und Facebook.

Herzlichen Glückwunsch, Mirjam Pressler!

Eine ganz Große der Kinder- und Jugenbuchszene wird heute 75 Jahre alt: „Herzlichen Glückwunsch und masel tov, liebe Mirjam Pressler!“

Mirjam Pressler wurde 1940 in Darmstadt geboren, sie studierte an der Akademie für Bildende Künste in Frankfurt sowie Sprachen in München und lebte für ein Jahr in einem Kibbuz in Israel. Heute lebt und arbeitet sie als freie Autorin und Übersetzerin bei München.

In der Pressemitteilung des Beltz & Gelberg Verlags heißt es u.a.:

Mirjam Pressler zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Autorinnen der Kinder- und Jugend­literatur, vielfach besprochen und prämiert. Über 30 Kinder- und Jugend­bücher und eine Vielzahl an Übersetzungen zeugen sowohl von einem scharfen Blick für die kleinen wie großen Themen als auch von hoher literarästhetischer Qualität. Zentral in Presslers Werk ist die Auseinandersetzung mit Geschichte, Kultur und Weltliteratur. Nicht nur durch ihre Übersetzungen aus dem Hebräischen, Niederländischen und Englischen tritt sie als »Botschafterin« einer internationalen Jugendliteratur auf den Plan. Ihr Engagement zur Völkerverständigung zeigt sich auch in ihren Romanen, wie etwa im 2009 erschienen »Nathan und seine Kinder«. Mirjam Presslers Neuerzählung von G. E. Lessings Schlüsseltext der europäischen Aufklärung ist provozierend zeitgemäß, aber nicht ohne Hoffnung für ein friedliches Nebeneinander von Islam, Christen- und Judentum.

DSC00189Mirjam Presslers Bestseller »Nathan und seine Kinder« wurde u. a. mit der CORINE und als eines der »besten 7 Bücher für junge Leser« vom Deutschlandfunk ausge­zeich­net. Beltz & Gelberg widmet seiner Autorin anlässlich ihres 75. Geburtstages eine Sonderausgabe dieses wichtigen Buchs, das ein Plädoyer für religiöse Toleranz ist.

Bereits 2009 wurde der frisch erschienene Titel von dem damals 11-jährigen Marius auf Buecherkinder.de bewertet. Leider sollten sechs weitere Jahre vergehen bis ich schließlich dieses wunderbare Werk für mich entdeckte:

Auf BookSentence habe ich „Nathan und seine Kinder“ mit folgendem Satz beschrieben:

Mirjam Pressler erzählt klassischen Stoff neu und bahnt Lessings “Nathan der Weise” und der immer noch hochaktuellen Frage, welche Religion denn nun die richtige sei, einen Weg in unsere Zeit.

Da mich Mirjam Presslers Werk derart in den Bann gezogen hat und ich mich - Asche auf
mein Haupt - tatsächlich nicht mehr an "Nathan der Weise" im Deutschunterricht
erinnerun konnte, möchte ich nun ein weiteres Exemplar unter die Leser bringen.
Wer daran interessiert ist, möchte mir doch bitte einen Kommentar hinterlassen, warum
gerade sie oder er am Thema interessiert ist.
Bis zum 21. Juni um 18:00 Uhr hast du Zeit zu kommentieren. Bei mehreren Teilnehmern
entscheidet das Los per random.org. Bücher verschicke ich augrund der Portokosten 
nur an Postadressen in Deutschland. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Wir im Fernsehen oder
Was macht eigentlich ein Bücherkind?

Vor über zehn Jahren ging die erste Version der Buecherkinder-Webseite online – damals noch in Eigenregie laienhaft html-handgeklöppelt. Zwei Relaunches und über 6.000 Titel später und mittlerweile mit einer stattlichen Kinder- und Jugendredaktion versehen, schafften wir es vergangene Woche sogar ins Fernsehen.

Viele positive Rückmeldungen haben mich über die verschiedensten Kanäle erreicht, besonders überrascht war ich über die eine oder andere Stimme, die mir rückmeldete, doch jetzt erst so ganz zu verstehen, was ich denn da eigentlich mit Buecherkinder.de machen würde.

Grund genug also, euch neben dem schönen Beitrag der WDR-Redakteurin Nadine Schaub, der am 10. Juni in der Lokalzeit aus Düsseldorf zu sehen war,  einen kleinen Einblick in meine und die „Arbeit“ der Bücherkinder zu geben.

Was macht denn eigentlich ein Bücherkind?

Als Bücherkinder werden die Nachwuchsredakteure der Webseite bezeichnet. Im Augenblick  sind das  knapp sechzig Mädchen und Jungen (zur Zeit ist die Geschlechterverteilung sogar sehr ausgewogen) im Alter zwischen 7 und 18 Jahren, die regelmäßig aktuelle Kinder- und Jugendbücher lesen und bewerten. Einige von ihnen sind schon viele Jahre dabei und haben schon an die hundert Titel besprochen. Paulina (15) aus dem WDR-Beitrag beispielsweise mit 8-jähriger Redaktions-Zugehörigkeit wird nur noch von Mirim (18) mit 10 Jahren übertrumpft.

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Paulina (15) bei den Dreharbeiten mit Nadine Schaub vom WDR

Etwa alle vier bis sechs Wochen erhält ein Bücherkind neuen Lesestoff per Büchersendung zugesandt, immer dann wenn es in der eigens für die Redaktion erstellten Online-Verwaltung seine Bewertung abgegeben hat. Dabei erstellt es dort nicht nur eine Kritik und vergibt Sterne sondern legt auch eine Wunschliste an, aus der dann das nächste Buch gewählt wird.

Ein Bücherkind sollte deshalb nicht nur gerne lesen sondern auch Spaß daran haben, die eigenen Leseeindrücke zu Papier bzw. in den Computer zu bringen. Zudem dürfen die Bücherkinder gerne diesen Blog nutzen, um beispielsweise über Lesungen, Buchreihen oder andere bibliophile Themen zu berichten. Eine langjährige Mitarbeit ist dabei für beide Seiten von großem Vorteil, schließlich kennt man schnell die Vorlieben der einzelnen Redaktionsmitglieder, ihre „Schreibe“, aber auch ihre Zuverlässigkeit.

Aufgrund der Vielzahl der Bücher und der dadurch entstehenden Portokosten ist eine Postanschrift in Deutschland jedoch leider unerlässlich.

Und was macht die Bücherkinder-Chefin?

„Den ganzen Tag nur Lesen …“, das wäre sicherlich schön, aber bleibt leider nur ein Wunschtraum, denn die meiste Arbeitszeit verbringe ich am Computer und regelmäßig bei der Post.

Die Versorgung der  Nachwuchsredakteure und weiteren knapp zwanzig erwachsenen Bilderbuchredakteuren stellt einen großen logistischen Aufwand dar. Neben dem Studieren von bestimmt über 60 Verlagsvorschauen und dem Ordern von Rezensionsexemplaren nimmt die Datenbankpflege den größten Teil meiner Arbeitszeit in Anspruch. Neue Titel müssen eingepflegt werden, Rezensionen geprüft, freigeschaltet und deren Belege an die Verlage versendet, neue Bücher zugewiesen und verschickt werden.

Darüber hinaus erscheinen zahlreiche Buchkritiken in Auszügen in den großen sozialen Netzwerken Facebook, Twitter und Google+ und einmal monatlich auch in der Zeitschrift Eselsohr.

Daneben lese ich natürlich so viele Titel wie irgend möglich, um mir einen Überblick über die aktuelle Kinder- und Jugendliteratur zu verschaffen, aber eben auch um eigene Highlights zu entdecken. Meine Besprechungen allerdings erscheinen schon seit Jahren nicht mehr auf der Buecherkinder-Webseite, da die Beurteilung der Kinder- und Jugendbücher dort ganz in den Händen der Nachwuchsredakteure liegt. Aber dafür habe ich ja diesen Blog.

Zweimal im Jahr reise ich zu den Buchmessen nach Frankfurt und Leipzig, zu letzterer seit 2012 in meiner Eigenschaft als Jurymitglied des Leipziger Lesekompass.

Ich hoffe, ich konnte – zusammen mit dem Beitrag des WDR – einen umfassenden Einblick in die Arbeit der Bücherkinder geben. Fragen können natürlich gerne in den Kommentaren gestellt werden.

 

 

Ein Buch, viele Genres:
Die Quersumme von Liebe

Mit ihrem ersten Jugendbuch „Glücksdrachenzeit“ gelingt Katrin Zipse 2014 der große Wurf. Sie erhält den mit 10.000 Euro dotierten Thaddäus-Troll-Preis des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg. Ihr zweites Werk wird Mitte Juli bei Magellan erscheinen.

DSC00167Die geordnete Welt der 15-jährigen Luzie gerät ins Wanken, als sie einen Brief ihrer verstorbenen Großmutter erhält. Das Geheimnis, mit dem er sie konfrontiert, nimmt ihr Leben Stück für Stück auseinander. Luzie erfährt nicht nur, dass ihre Mutter sie jahrelang von ihrer Oma ferngehalten hat, sondern auch, dass ihr Vater unter völlig anderen Umständen ums Leben kam, als sie bisher dachte. Wie vor den Kopf gestoßen, beginnt Luzie, die Hintergründe des Kletterunfalls zu recherchieren, und trifft dabei Puma, in den sie sich verliebt.

Ich war sehr gespannt auf Zipses neuen Roman, denn bereits ihr Debüt im letzten Jahr hatte mir gut gefallen. „Die Quersumme von Liebe“ jedoch überzeugte mich ohne Einschränkung von der ersten bis zur letzten Seite. Dieses Buch habe ich nicht gelesen, ich habe es verschlungen. Ich bin atemlos und ohne Pause von Seite zu Seite geflogen, habe 290 Seiten lang alles um mich herum vergessen, um endlich zur erlösenden Auflösung zu gelangen.

Während des Lesens fragte ich mich, welchem Genre ich das Werk wohl zuordnen werde. Der Titel lässt einen eine Liebesgeschichte vermuten, letztlich macht diese aber nur einen Bruchteil der Handlung aus. Wir haben es mit einer Familiengeschichte voller Geheimnisse und Lügen zu tun, einer Protagonistin, die diese nach und nach aufdeckt. Die Spannung bleibt während des ganzen Romans auf einem derart hohen Niveau, dass man in Teilen durchaus auch von einem Thriller sprechen könnte.

Dazu kommt noch die sehr eigenwillige Erzähltechnik des Romans. Zwei Ich-Erzähler und eine dritte Erzählebene beleuchten nicht nur verschiedene Personen und Situationen sondern auch verschiedene Zeiten. Die vielen Perspektiv-Wechsel geben der Handlung, die kaum mehr als zwei Wochen umfasst, ein hohes Tempo, trotzdem ist das Geschehen nie verworren.

Katrin Zipse hat einen grandiosen, spannungsgeladenen Roman voller überraschender Wendungen geschrieben. Sicherlich wird sie mit „Die Quersumme von Liebe“ nahtlos an ihren Erfolg aus dem Vorjahr anknüpfen können.


Verlosung: Hast du Lust, dich ebenfalls von dieser Geschichte mitreißen zu lassen? – 
Wunderbar, denn ich verlose zwei Exemplare unter allen Kommentierenden, die mir verraten,
welches Buch sie zuletzt - wie ich dieses - an einem Tag verschlungen haben. 
Bis zum 17. Juni um 18:00 Uhr hast du Zeit zu kommentieren. Bei mehr als zwei 
Teilnehmern entscheidet das Los per random.org. Bücher verschicke ich augrund der 
Portokosten nur an Postadressen in Deutschland. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.