Neueste Artikel

Buecherkinder & Eselsohr im Februar

Die letzte Innen-Seite im Eselsohr ist auch in diesem Monat für die Buecherkinder reserviert.

Die Buecherkinder lesen!
Buchtipps aus der Kinder- & Jugendredaktion, Februar 2015

Klas (8): Wie man ein intergalaktischer Superheld wird von Matt Brown, Fischer Sauerländer
Matteo (10): Teslas unvorstellbar geniales und verblüffend katastrophales Vermächtnis, von Neal Shusterman und Eric Elfman, Loewe Verlag
Leonard (10): Mysterium. Der schwarze Drache von Julian Sedgwick, Aladin
Vincent (12): Machine Boy von Andreas Schlüter, Kosmos
Ian (13): Ruby Redfort. Schneller als Feuer von Lauren Child, Fischer KJB

eselsohr1502

Zum Herunterladen (PDF) hier klicken.

Sammelsurium Numero 2 – Netzfundstücke, Buchtipps, Termine, Kurioses

Herzlich willkommen zum zweiten Sammelsurium, das erneut bunt durcheinandergewürfelt über Lesens- und Wissenswertes und bisweilen auch Amüsantes aus der Welt der Bücher berichtet.

beitrag15

Netzfundstücke

Dass es bisweilen schwierig sein kann, Jungs für das Lesen zu begeistern, davon kann ich als dreifache Jungsmutter ein Liedchen singen. Das Projekt boys & books gibt Buchempfehlungen für männliche Leser zwischen 6 und 18 Jahren und dient der gezielten Leseförderung von Jungen.
boysandbooks.de

Normalerweise stelle ich ja immer die Fragen, Wenke Bönisch von der Kinderbibliothek hat den Spieß jedoch umgedreht und mich zu den Bücherkindern und der Kinder- und Jugendbuchkutlur im Allgemeinen interviewt.
kinderbibliothek.blogspot.de/2015/01/gute-kinder-und-jugendliteratur-sind-in.html

In Die Kunst der Stimm-Magie gibt Ina Nefzer Einblick in Hörbuch-Produktionen und erzählt, warum ein begnadeter Autor und Sprecher wie Finn-Ole Heinrich seine Maulina Schmitt nicht sprechen dürfte.

Auszeichnungen

Der LUCHS Kinder- und Jugendbuchpreis, der einmal jährlich von der ZEIT und Radio Bremen verliehen wird, geht an Finn-Ole Heinrich und Rán Flygenring (Illustration) für ihre Trilogie „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“. Der mit 8.000 Euro dotierte Preis wird am Vorabend der Leipziger Buchmesse, am Mittwoch, den 11. März 2015, um 18.00 Uhr in der Moritzbastei in Leipzig verliehen.
www.zeit-verlagsgruppe.de/presse/2015/01/der-luchs-preis-2014-geht-an-finn-ole-heinrich-und-ran-flygenring-fuer-die-erstaunlichen-abenteuer-der-maulina-schmitt/

Der Deutsche Hörbuchpreis wird am 11. März in Köln verliehen. Fast alle Gewinner stehen bereits fest. Das Beste Kinderhörbuch wird am 5. Februar bekannt gegeben.

Buchtipps

Erstlesebuch des Borromäusverein im Monat Februar ist Valentin der Urlaubsheld von Sarah Michaela Orlovský und Michael Roher.

Religiöses Kinderbuch des Monats, ebenfalls Borromäusverein, ist Jesusgeschichten für kleine Leute von Martina Steinkühler und Elli Bruder.

Die Kröte des Monats, die von der Studien- und beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur (STUBE) in Österreich vergeben wird, geht im Februar an Ich bin ich. Mira Lobe und Susi Weigel – Ausstellungskatalog von Ernst Seibert, Georg Huemer, Lisa Noggler-Gürtler (Hrsg.).

Die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM) vergibt den LesePeter im Februar an Brigitte van Aken für das Jugendbuch Alles Liebe, deine Lise.

Der Esel des Monats wird von der Fachzeitschrift Eselsohr vergeben und geht im Februaran Teslas unvorstellbar geniales und verblüffend katastrophales Vermächtnis von Neal Shusterman und Eric Elfman.

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e. V. in Volkach hat für den Monat Februar folgende Titel als Buch des Monats ausgewählt: “Joss” von Klaus Kordon, „Echt wahr?“ von Antje Damm und „Der neugierige Garten“ von Peter Brown.

Ebenfalls monatlich erscheint die Hörbuchbestenliste des Hessischen Rundfunks, u.a. immer mit drei empfehlenswerten Hörbüchern für Kinder und Jugendliche. Platz 1 geht im Februar an das Hörspiel: „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende.

Die Februar-Buchtipps der Sendung quergelesen könnt ihr euch hier als PDF runterladen.

Kurioses

Ich war in meinem Leben sicherlich schon in einigen, sehr schönen Buchhandlungen. Wenn ich mir allerdings diese 17 Buchhandlungen anschaue, muss ich feststellen, dass da doch noch einiger Nachholbedarf herrscht!

By Hermann Luyken (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

By Hermann Luyken (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

 

Buchtipp: Das Schicksal der Sterne

Als dem Autor Daniel Höra 2012 die Idee zu seinem Roman „Das Schicksal der Sterne“ kam, konnte er vermutlich nicht ahnen, wie hochaktuell die Flüchtlingsthematik, der sich das Buch widmet, zum Erscheinungstermin sein würde.

Angesichts von über 50 Millionen Flüchtlingen weltweit und einer Bewegung im Osten, die „Wir sind das Volk!“ ruft, aber etwas ganz anderes meint, kommt das neueste Werk von Daniel Höra genau zum richtigen Zeitpunkt.

höra1

Daniel Höra: Das Schicksal der Sterne, erscheint bei bloomoon

In seiner Geschichte lässt der Autor den aus Schlesien stammenden Karl auf Adib aus Afghanistan treffen. Lediglich den Wohnort Berlin und die Vorliebe für Astronomie scheinen die beiden zu teilen, was sonst sollten ein über 80-jähriger Mann und ein Jugendlicher aus dem Flüchtlingsheim schon für Gemeinsamkeiten haben?

Doch Stück für Stück taucht der Leser in die Vergangenheit der Beiden ein und es wird bald klar, dass sie einen viel größeren gemeinsamen Nenner besitzen: Sie mussten beide aus ihrer Heimat fliehen, der eine vor 70 Jahren, der andere in unserer heutigen Zeit. Geschickt lässt Höra Szenen ihrer jeweiligen Flucht in die Berliner Handlung einfließen, mal finden wir uns auf einer Straße gesäumt von Toten Richtung Leipzig wieder, ein anderes Mal in einem Auffanglager in Griechenland. Und auch wenn Orts- und Zeitwechsel mitunter rasch aufeinanderfolgen, ist die Geschichte nie verwirrend, denn der rote Erzählfaden bleibt immer sichtbar.

Erschreckend ist jedoch, wie viele Ähnlichkeiten die beiden Flüchtlingsgeschichten aufweisen obwohl zwischen ihnen 70 Jahre liegen. Beiden jungen Männern wiesen die Sterne auf ihrer Flucht den Weg und gaben ihnen Hoffnung, beide ertrugen Hunger, Qualen, Erniedrigung und hatten Tote zu beklagen und beide fühlten sich am Ziel angekommen nicht Willkommen.

Die Geschichte von Karl und Adib ist nicht nur brilliant konstruiert, sie regt zum Nachdenken an und berührt zutiefst. Ich wünsche ihr sehr viele Leser und hoffe, dass sie auch als Schullektüre zum Einsatz kommt und zu Aufklärung und Toleranz beiträgt.


Ein Buch auch für dich? Dann bewirb dich bis 3. Februar 18:00 Uhr per Kommentar für eines von zwei signierten Exemplaren, indem du mir verrätst, warum gerade dich die Thematik des Buches interessiert.
Bei mehr als zwei Bewerbern entscheidet das Los per random.org.

Back to Backlist oder Die Buchwelt entschleunigen

In der Kinder- und Jugendliteratur gibt es pro Jahr etwa 8.000 Neuerscheinungen, die zweimal jährlich in den Vorschauen der Verlage präsentiert werden. Zur Zeit durchforste ich die Frühjahrsvorschauen 2015, die mich bereits weit vor Weihnachten zusammen mit den letzten Neuerscheinungen aus dem Herbst erreichten. Ich bin also eigentlich spät dran und vermute, dass der literarische Herbst schon fertig in den Schubladen der Verlage liegt und nur darauf wartet im Frühsommer auf meinem Schreibtisch zu landen.

Halt!! – Stopp!!

Dieses Vorschau-Neuerscheinung-Backlist-Ramsch-Karussell dreht sich einfach viel zu schnell. Kein Wunder, dass die Fliehkraft so manchen tollen Titel ungelesen an mir vorbei katapultiert. Aber was wird aus diesen wunderbaren Büchern vergangener Jahre? Viele von ihnen sind selbstverständlich noch lieferbar und die gedruckten Inhalte nach wie vor genauso empfehlenswert wie in deren Erscheinungsjahr. Zudem haben es weder Autor noch Illustrator verdient, in diesem Affentempo der Buchpreisbindung entbunden auf dem Ramschtisch zu landen!

Doch wer gibt dieses Tempo vor? Sind es die Verlage, die schreibende Zunft oder beharrt tatsächlich der Leser auf immer mehr Lesestoff in immer kürzeren Abständen. Meine Vermutung ist ja, dass jeder dem anderen die Schuld dafür in die Schuhe schiebt, aber niemand den Mut besitzt, aus diesem Kreislauf auszubrechen. Wie wäre es einfach mit ein paar weniger Büchern im Jahr? Die gewonnene Zeit kann der Verlag bzw. das Lektorat beispielsweise in die Perlensuche investieren und dem Autor oder der Autorin mehr Zeit für die Ausarbeitung außergewöhnlicher Ideen einräumen. Und der Leser? Der würde seinen Stapel ungelesener Bücher nur halb so hoch bauen und wäre das Gefühl los, ständig etwas zu verpassen.

Best of Backlist

Apropos verpassen: Damit so mancher Pageturner der vergangenen Jahre mit Verspätung noch in euren Bücherregalen oder auf den Nachttischen landet, werde ich zukünftig in der Rubrik „Best of Backlist“ Lieblingsbücher aus der Kinder- und Jugendredaktion der vergangenen Jahre vorstellen.

9783905945300Mies van Hout: Heute bin ich
Aracari 2012, ab 3 Jahren

Normalerweise zeigen Fische ja nicht wirklich Emotionen, anders in diesem fantastischen Bilderbuch. Hier werden Gefühle pur präsentiert. Auf jeder Doppelseite ist ein Fisch auf schwarzem Grund abgebildet, der jeweils in einer anderen Stimmung ist. Von ängstlich bis zufrieden ist alles dabei. So bietet sich das Buch auch ausgezeichnet an, um mit Kindern über Gefühle zu sprechen.

Wenn es bei Büchern Liebe auf den ersten Blick gibt, dann bin ich definitiv verliebt … wie der Fisch in der Mitte des Buches. Steffi

9783772524875Brigitte Werner / Birte Müller: Kabulski und Zilli-Ohwiewunderbarschön
Freies Geistesleben 2012, ab 6 Jahren

So unscheinbar wie dieses Buch beim ersten in die Hand nehmen wirkt, so gigantisch ohwiewunderbarschön wird es, wenn man es liest. Zillikatze und Kabulski haben uns völlig in ihren Bann gezogen. Die beiden Katzen erleben ein herrlich lustiges, so unglaublich katziges Abenteuer, dass man die Geschichte wieder und wieder lesen möchte. Im Ruhrgebiet angesiedelt, wird das fantastische doch wieder real und die Sprachwirren machen das Ganze nur noch einmaliger. Anke

 

 

 

9783446241657Jacqueline Kelly: Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen
Hanser 2013, ab 11 Jahren

Calpurnia lebt mit ihrer Familie Ende des 19. Jahrhunderts in Texas. Ihre Mutter verlangt von ihr große Bemühungen hinsichtlich Hand- und Hausarbeiten, obwohl Calpurnia lieber Forscherin werden möchte. Das Buch hat mir von der ersten bis zur letzten Seite super gefallen. Endlich mal kein „Prinzessinen-Buch“ über zickige motzende Mädchen! Es ist sehr interessant und auch informativ. Man kann viel nachdenken und lernt eine Menge über die Zeit, in der Calpurnia lebt, die Gesellschaft und auch über naturwissenschaftliche Sachen. Lilia

 

 

9783446236899Janne Teller: Krieg – Stell dir vor er wäre hier
Hanser 2011, ab 12 Jahren

Stell dir vor, Europa ist nicht mehr so friedlich und sicher wie du es gewohnt bist. Stell dir vor, es herrscht Krieg. Du als Protagonist fliehst mit deiner Familie in ein Flüchtlingslager, ohne die Sprache zu können, ohne Geld und ohne Chance auf Schulbildung. Von diesem eindringlichen Gedankenexperiment handelt Janne Tellers Buch „Krieg – Stell dir vor, er wäre hier.“ Die 25 reisepassgroßen Seiten schafft sogar der größte Büchermuffel! Absolute Pflicht-Lektüre für jeden von uns, Ausreden zwecklos! Lea

 

 

 

9783551520142C.J. Skuse: Ziemlich krumme Dinger
Chicken House 2012, ab 14 Jahren

Dieses Buch ist ein Volltreffer! Die verrückte Geschichte – zwei 16-Jährige auf der Suche nach ihrem Vater und auf der Flucht vor der Polizei – wird von den Zwillingen Paisley und Beau im Wechsel erzählt. Die Story ist voller verrückter Wendungen und skurriler Figuren, rast in halsbrecherischem Tempo voran und schlägt dabei ungeahnte Loopings. Ebenso witzig und schräg ist der Schreibstil.
Dieses Buch ist mein ultimativer Sommertipp und lässt den Leser erschöpft, atemlos aber begeistert und auch ein bisschen nachdenklich zurück. Lena

 

 

 

Vielen Dank an dieser Stelle an Mara Giese, die mich mit ihrem Blogbeitrag „Literarisches Haltbarkeitsdatum“ zu meinem Text inspiriert hat.

Alles hat seine Zeit oder Warum ich Bücher selten zweimal lese!

alleshatseinezeitDie Bibel führt den Rang der meistverkauftesten Bücher an. Dort im Buch Kohelet, das dem weisen König Salomo zugeschrieben wird, findet sich auch der bekannte Weisheitsspruch „Alles hat seine Zeit“.

Ihn möchte ich zitieren, wenn es um die Frage geht, warum ich Bücher selten zweimal lese und nur ganz wenige von ihnen überhaupt behalte.

Menschen, die mich in meinen heimischen Gefilden besuchen kommen, sind bisweilen erstaunt über die wenigen Bücherregale, die ich besitze, müsste man ob meiner schon über zehn Jahren währenden Tätigkeit als Buecherkinder-„Mama“ und meiner noch viel länger andauernden Leidenschaft für das Buch eine Bibliothek größeren Ausmaßes vermuten.

Doch wie es im Buch Kohelet heißt, hat eben alles seine Zeit und viele der von mir gelesenen Bücher auch. Dass mich ein Buch vom Hocker haut, mir Tränen in die Augen treibt, mir eiskalte Schauer über den Rücken jagt oder mich nachdenklich zurück lässt, liegt natürlich in erster Linie daran, dass die Geschichte gut geschrieben ist.

Dass aber aus einer fesselnden Geschichte eine überragende Geschichte wird, hat für mich auch viel mit dem Moment des Lesens, der Verfassung seines Lesers und dessen momentaner Lebenskonstellation zu tun. Ein solches Buch holt mich eben genau dort ab, wo ich gerade stehe, hilft mir beispielsweise in meiner derzeitigen Situation, gibt – obwohl fiktiv – Denkanstöße oder lässt mich in meinem Liegestuhl in der Sonne herzlich lachen und den Augenblick noch ein wenig mehr genießen.

Dieses Buch ist genau richtig, in diesem Moment. Aber werde ich es ein oder zwei Jahre später auf diesselbe Art genießen können? Ich weiß es nicht, und ich muss gestehen, dass ich auch zögere, es auszuprobieren. Was wenn beispielsweise „Die Bücherdiebin“ beim zweiten Mal Lesen ihren Zauber verliert?

Dies ist der Grund, warum ich Geschichten fast nie zweimal lese und nur selten das Bedürfnis verspüre, Büchern eine dauerhafte Bleibe bei mir einzuräumen. Aber geben tut es sie natürlich, die heißgeliebten Titel – aber die stelle ich euch dann ein anderes Mal vor.