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Grattis på födelsedagen Sven Nordqvist

Gesa Füßle (Skandinavistin und Redaktionsmitglied) hat für das Buecherkinder-Blog ein Geburtstagsinterview mit dem Petterson-Erfinder Sven Nordqvist geführt. Im Schwedischen duzt man sich, daher fragte Gesa bei Sven Nordqvist nach, wie sie die Anrede übersetzen soll. Die Antwort war eindeutig: „Du sollst du sagen.“

Deine Zeichnungen sind wie ein gemalter Film, z. B. gibt es Findus oft mehrfach auf einem Bild. Wie machst du das, wenn du so ein Bild zeichnest? Zeichnest du Findus in seiner Bewegung? Z. B. wenn er von links nach rechts springt, zeichnest du ihn dann erst auf der linken und dann auf der rechten Seite? Oder hast du das Bild so genau in deinem Kopf, dass du überall anfangen kannst zu zeichnen?

Zuerst skizziere ich immer das ganze Bild, und dann zeichne ich die Figuren rein, wo ich finde, dass sie sein sollen, und probiere aus, welche Pose sie einnehmen sollen. Ich habe noch nie darüber nachgedacht, wie ich es in so einem bestimmten Fall mache. Vermutlich sehe ich beim Zeichnen, wo der nächste Findus sein soll, und wo dann der nächste … Wenn es nicht gut aussieht, verschiebe ich sie ein bisschen und probiere andere Posen aus.

Aus: Sven Nordquist "Eine Bilderreise"

Aus: Sven Nordquist „Eine Bilderreise“, erschienen im Oetinger Verlag

Ist es einfacher, deine eigenen Bücher zu illustrieren, wenn niemand dir sagt, wie das Bild aussehen muss?

Ja, ich muss nicht so viel herumüberlegen, wenn ich meine eigenen Bücher mache. Ich muss nicht so viel darüber nachdenken, ob es vielleicht irgendwie komisch wird oder nicht „ordentlich“ genug. Aber ich bekomme normalerweise auch keine genauen Beschreibungen darüber, wie es aussehen soll.

Wenn du ein neues Buch schreibst, hast du die Geschichte fertig (im Kopf oder als Manuskript), bevor du anfängst zu zeichnen? Wie muss man sich den Ablauf vorstellen?

Ich schreibe immer zuerst den Text, außer als ich „Wo ist meine Schwester?“ gemacht habe, das eigentlich ganz ohne Text sein sollte. Aber während ich über den Text nachdenke, sehe ich Bilder in meinem Kopf, und die sind es auch, die ich dann benutze, wenn ich mit dem Skizzieren anfange.

Den Handlungsverlauf sehe ich in Bildern, während ich darüber nachdenke, und dann übersetze ich diese Bilder in Text. Es gibt viele Dialoge in meinen Büchern und wenn ich schreibe, denke ich nur in Wörtern.

Mein Sohn ist sechs Jahre alt und mag besonders dein Buch „Bilderreise“ – weil die Bilder so unterschiedlich sind. Welche Art Bilder zu zeichnen/malen magst du selbst am liebsten?

Bei den meisten Illustrationen habe ich die Konturen mit Filzstift gemalt und mit Aquarellfarbe eingefärbt. Das finde ich am einfachsten, aber manchmal langweilt mich das ein bisschen, weil alles so gleich wird. Dann mag ich es, mich an Acryl zu versuchen oder mit Pinsel und Farbe zu zeichnen. Ölmalerei macht auch Spaß, aber ich habe noch kein Buch in Öl gemacht. Das ist bei Details zu schwierig und schmierig.

Was ich bei Radierungen toll finde, ist, dass es viele Möglichkeiten gibt, das Schwarz in verschiedenen Nuancen darzustellen. Aber das ist eine umständliche Prozedur und auch blöd zu drucken, finde ich.

Die Bilder in „Wo ist meine Schwester?“ sind sehr detailliert. Es hat ja sehr lang gedauert (anderthalb Jahre!), dieses Buch zu machen. Bist du ein geduldiger Mensch?

Ja, das muss ich schon sagen. Aber am meisten mag ich es, lange an einem Bild zu sitzen und ganz genau zu sein und mein Bestes zu geben.

Bekommst du Briefe von deinen LeserInnen? Wie fühlt es sich an, dass so viele Kinder deinen Namen kennen? Wie viele Fotos von Kindern im Finduskostüm hast du bisher bekommen?

Sven Nordqvist - Foto ©Alexander Lagergren

Sven Nordqvist
© Alexander Lagergren

Ich bekomme nicht viele Briefe von Einzelpersonen, vielleicht 5 bis 10 pro Jahr. Tatsächlich kommen die meisten aus Deutschland. Und es ist gut, dass es so wenig sind, weil ich nicht so gern Briefe beantworte. Aber manchmal kommt ein ganzer Packen von Schülern einer Schulklasse, die mit meinen Büchern gearbeitet haben, und die mir zeigen wollen, was sie geschrieben und gezeichnet haben. Es macht mich froh und es schmeichelt mir, wenn Kinder oder Erwachsene mir zeigen, dass sie meine Bücher mögen.

Ich habe ein paar Fotos von verkleideten Findussen bekommen, aber nicht viele. Ein paar habe ich an der Wand neben meinem Arbeitsplatz. Besonders über eins freue ich mich jedes Mal wieder, wenn ich es sehe.

Außerdem habe ich etwa genauso viele Briefe von Frauen bekommen, die finden, dass ihr Mann genau wie Petterson ist.

Wie sieht dein Weihnachtsbaum aus? Gibt es an ihm genau so viel zu sehen wie auf deinen Illustrationen?

Er ist, bilde ich mir ein, ziemlich altmodisch, mit Anhängern aus Stroh oder Papier und mit roten Glaskugeln. Kein Glitter. Elektrische Lichterkette. Nicht so viel komisches Zeug wie in Pettersons Tanne.

Findest du, dass man kreativer wird, wenn das Büro unordentlich ist? Gibt es einen bestimmen Platz, an dem du am liebsten arbeitest oder kannst du überall arbeiten? Draußen, zum Beispiel?

Ich weiß nicht, aber ich kann es mir vorstellen. Es erlaubt einem irgendwie eher, sich irgendwas Absurdes einfallen zu lassen. Ich habe fast noch nie woanders als in meinem eigenen Arbeitszimmer gearbeitet und da gibt es sehr viel Zeug. Wenn ich Pettersons Haus zeichne, kann es durchaus inspirierend sein, wenn es hier, wo ich sitze, etwa genauso aussieht.

Aus: Sven Nordquist "Eine Bilderreise"

Aus: Sven Nordqvist „Eine Bilderreise“, erschienen im Oetinger Verlag

Wenn ich gerade für ein Buch Skizzen mache, kann ich das überall tun. Oft skizziere ich im Kopf, während ich gerade draußen spazieren gehe. Aber zu Hause habe ich einen Leuchttisch und einen Computer, den ich zum Skizzieren benutze. Wenn ich dann mit Filzstift reinzeichne und das Bild anschließend mit Farbe versehe, brauche ich einen festen Tisch und alle meine Farben und Stifte und Pinsel und die sind natürlich auch zu Hause.

Danke für das Interview. Hab einen tollen Geburtstag! Noch mal herzlichen Glückwunsch!

Danke, danke!

 


nordqvist_5Eine Bilderreise

Text und Bilder von Sven Nordqvist
Übersetzung von Maike Dörries
Erschienen im Oetinger Verlag

Sven Nordqvists „Eine Bilderreise“ zeigt eine umfangreiche Werkschau zum 70. Geburtstag des beliebten Bilderbuchkünstlers sowohl mit bekannten, als auch unbekannten Zeichnungen.

 

Ein roter Ohrensessel für den guten Zweck

Seit Januar 2012 veranstalten wir regelmäßig Wohnzimmerlesungen in unserem Zuhause in Solingen. Von „B“ (wie Zoë Beck) bis „Z“ (wie Sabine Zett) nahmen in den vergangenen vier Jahren an 29 Lesungen 19 unterschiedliche Autorinnen und Autoren auf dem großen roten Ohrensessel Platz.

Nach ausgiebigen Renovierungstätigkeiten in diesem Frühjahr und ein wenig Möbelgerücke im Wohnzimmer haben wir uns schließlich schweren Herzens von unserem großen roten getrennt und uns für ein kleineres Modell entschieden, das wir bald mit einer 30. Lesung einweihen wollen.

Lange haben wir überlegt, wie wir den roten Ohrensessel in den wohlverdienten Ruhestand schicken sollen. Sperrmüll kam für unser gutes Stück überhaupt nicht in Frage, per Kleinanzeige verkaufen oder per eBay versteigern schien uns für dieses Möbelstück mit bewegter Lesungsvergangenheit nicht angemessen. Schließlich stand unser Entschluss fest: Unser roter Ohrensessel soll für einen guten Zweck versteigert werden und was könnte da näher liegen als dies für das Netzwerk Autoren helfen zu tun.

Autoren helfen

Auf der Webseite der Initiative heißt es u.a.:

„Autoren helfen“ ist eine Initiative von deutschsprachigen Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die ihre kreativen Kräfte bündeln und sich für humanitäre und soziale Anliegen einsetzen wollen. […]  Unter dem Motto „Autoren unterstützen Flüchtlinge“ sagen die Initiatoren der ersten Kampagne dieser Plattform sehr bewusst Nein zu Rassismus und Ja zur Integration von Asylbewerbern.

Welche konkreten Hilfsprojekte Autoren helfen derzeit unterstützt, kann man bei betterplace.org nachlesen.

Der rote Ohrensessel

Sie bieten auf einen gut erhaltenenen roten Ohrensessel (lediglich das Sitzkissen könnte über kurz oder lang eine Aufpolsterung gebrauchen), auf dem bereits folgende Autorinnen und Autoren saßen: Gina Mayer (3x), Jutta Wilke (2x), Edgar Franzmann, Frank Maria Reifenberg (4x), Kerstin Gier (2x), Gerd Ruebenstrunk, Frank Schmeißer, Antje Szillat (2x), Rüdiger Bertram, Maren Gottschalk (2x), Zoë Beck, Britta Sabbag (2x), Kathrin Lange, Sabine Zett, Kai Lüftner, Mechthild Gläser, Tanya Stewner, Jennifer Benkau, Katrin Zipse.

Roter Ohrensessel

Der Sessel hat folgende Maße:
H 114 cm, B 112 cm, T ca. 95 cm
Sitzkissen T 60 cm B 50 cm

Die Versteigerung

Da wir gerne den vollen Gesamtbeitrag an Autoren helfen weitergeben möchten, läuft diese Auktion über keinen Online-Marktplatz, da dort Gebühren anfallen würden.

Die Versteigerung startet mit Veröffentlichung dieses Beitrages und endet am Dienstag, den 10. Mai um 20 Uhr. Gebote werden per Mail an ohrensessel@buecherkinder.de entgegen genommen. Jeden Abend um 18 Uhr poste ich hier das aktuelle Höchstgebot, am Abend des letzten Tages je nach Bietaufkommen auch öfter.

Es gilt ein Startgebot von 50 €, Gebote bitte in ganzen Euro-Beträgen angeben.  Der Sessel muss in Solingen abgeholt oder auf eigene Kosten transportiert werden. Eine Lieferung im Umkreis von 30 km ist nach Absprache möglich.

Nach Abschluss der Auktion überweist der Höchstbietende den Beitrag als Spende mit dem Betreff „Roter Ohrensessel“ auf das betterplace-Spendenkonto und erhält dort auch eine Spendenquittung.

3 – 2 – 1 – los geht’s!

Das kleine Gespenst spukt jetzt auch im Bilderbuch!

Wer kennt es nicht das kleine Gespenst aus dem gleinamigen Buch von Otfried Preußler, das 1966 im Thienemann Verlag erschien und bis heute in über 30 Sprachen übersetzt wurde. Sollte ich eine Figur aus Preußlers Geschichtenschatz nennen, die auch nach knapp 40 Jahren einen besonderen Platz in meinem Herzen einnimmt, dann wäre es sicherlich das kleine Gespenst und sein Freund der Uhu Schuhu. Noch heute kenne ich nahezu jedes Detail der Geschichte und erinnere mich noch lebhaft daran, wie die 13 Schlüssel so manche verschlossene Türe öffneten.

Happy Birthday kleines Gespenst

Zum 50. Geburstag des Klassikers spukt „Das kleine Gespenst“ jetzt zum ersten Mal auch im Bilderbuch! Nach einer Idee von Otfried Preußler erzählt seine Tochter Susanne Preußler-Bitsch die wunderbare Geschichte vom kleinen Gespenst und jeder Menge Tohuwabohu auf Burg Eulenstein.

Daniel Napp, der bereits die Bilderbuch-Adaption von Preußlers „Der kleine Wassermann“ illustrierte, lässt auch das kleine Gespenst ganz vorzüglich über die Seiten schweben.

Das kleine Gespenst als Bilderbuch

Das kleine Gespenst

„Das kleine Gespenst – Tohuwabohu auf Burg Eulenstein“
erzählt von Susanne Preußler-Bitsch
illustriert von Daniel Napp
Thienemann Verlag

Wie jede Nacht, pünktlich zur Geisterstunde, erwacht das kleine Gespenst von Burg Eulenstein. Und es entdeckt: Im Burgmuseum wurde alles neu eingerichtet. Wie aufregend! Das kleine Gespenst nimmt die Museumsstücke ganz genau unter die Lupe. Dass es dabei nicht alles wieder an seinen Platz zurücklegt, ist ihm dabei einerlei. Im Gegenteil – das Umräumen macht großen Spaß! Als der Burgverwalter Finsterwalder am nächsten Tag ins Museum kommt, traut er seinen Augen kaum: So ein Durcheinander! Schon lange ahnt er, dass in der Burg ein Gespenst sein Unwesen treiben muss und er beschließt, es zu vertreiben. Aber so einfach lässt sich ein kleines Gespenst freilich nicht ins Boxhorn jagen …

Zum 50. Geburtstag von "Das kleine Gespenst" gibt es nun ein besonderes Geschenk. 
Unter allen Kommentierenden, die mir ihre persönliche "Das kleine Gespenst"-Geschichte
verraten, verlose ich insgesamt 5 Exemplare des Bilderbuchs.
Bis zum 10. Februar um 18:00 Uhr habt ihr Zeit zu kommentieren. Bei mehreren Teilnehmern
entscheidet das Los per random.org. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Rotation Curation vieler Kinderbuchmenschen

Was ist eigentlich Rotation Curation?

Normalerweise werden Accounts beispielsweise auf Twitter, Facebook oder Instagram von einer Person mit Leben gefüllt. Prominente Personen oder Unternehmen überlassen ihren Account bisweilen einem ganzen Social Media Team. Bei der Rotation Curation sieht das allerdings anders aus. Hier wird ein Social Media Account nach einem bestimmten Zeitraum (meist einer Woche) von einer anderen Person betreut. Vorreiter für das Wechseln von Social Media Kuratoren war der Twitter-Account @sweden, auf dem seit Dezember 2011 jede Woche ein anderer Schwede über sein Land twittert.

Als Kurator hat man so die Möglichkeit, seine „Filterblase“ zu verlassen und sozusagen in einen anderen Kreis zu schlüpfen. Als Follower bei Twitter oder Abonnent einer Seite bei Facebook kommt man in den Genuss abwechslungsreicher Inhalte und lernt neue Ideen, Konzepte und die Menschen dahinter kennen.

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Rotation Curation bei „Ich mach was mit Kinderbüchern“

Sechzehn ganz unterschiedliche Menschen aus der Kinder- und Jugendbuchbranche übernahmen im vergangenen Jahr von Mitte August bis Mitte Dezember die Facebookseite „Ich mach was Kinderbüchern“ (z. Z. etwa 4.400 Abonnenten). Jeweils für eine Woche gaben sie den Abonnenten einen Einblick in ihr Arbeitsleben, das sich irgendwie um die Kinder- und Jugendliteratur dreht.

Mit von der Partie waren (in der Reihenfolge ihres Auftretens): Der Autor Frank Maria Reifenberg, Pressesprecher Tomas Rensing vom Coppenrath Verlag, Kinderbuchautorin Barbara van den Speulhof, Hörbuchverlegerin Andrea Herzog von der Hörcompany, die Illustratorin Annette Swoboda, Kinderbuchautor Rüdiger Bertram, Birgit Arteaga von der Literaturagentur Arteaga, die Damen der Buchhandlung Kunterbuch in Wien, das Team der Stadtbüchereien Düsseldorf, die Kinderbuchhändlerin Kati Fräntzel von der Schiller Buchhandlung, Illustratorin Sabine Lohf, die nach England ausgewanderte Kinderbuchautorin Dagmar H. Mueller, Sandra Rudel von der Buchhandlung Schmitz Junior, Illustratorin Susanne Meier, Kinderbuchautorin Andrea Karimé und last but not least Barbara Zoschke, die von ihrer Arbeit bei Jugendstil, dem Kinder- und Jugendliteraturzentrum in Dortmund berichtete.

Mir hat es ungeheuer viel Spaß bereitet, diesen ganz unterschiedlichen Menschen über die Schulter zu schauen und deshalb habe ich beschlossen, die Rotation Curation auch 2016 fortzuführen. Der Januar ist bereits mit drei famosen Kuratoren bzw. Kuratoren-Teams besetzt, doch bei ausreichendem Interesse kann die Aktion auch im Februar fortgesetzt werden.

Wer eignet sich als Kurator?

Zunächst einmal muss der Kurator – wie der Titel der Seite es schon verrät – etwas mit Kinderbüchern machen, selbstverständlich fallen hier natürlich auch die Jugendbücher drunter. Ihre oder seine Arbeit (oder auch ehrenamtliche Freizeit) sollte sich in irgendeiner Form intensiv mit der Kinder- und Jugendliteratur beschäftigen. Vom Lektor zum Illustrator, von der Übersetzerin zum ehrenamtlichen Lesepaten, vom Verleger zur Autorin, vom Buchhändler zur Agentin, alles ist möglich. Natürlich muss ein potenzieller Kurator einen Facebook-Account besitzen und diesen mit viel Freude bereits seit einiger Zeit (eine Erfahrung von mehreren Monaten ist hier von Vorteil) nutzen. Als Autor und Illustrator sollte man zumindest ein Werk bei einem Publikumsverlag herausgebracht haben.

Was muss der Kurator tun?

Der Kuratoren-Wechsel findet immer montags statt. Am Sonntag davor wird der neue Kurator von mir vorgestellt, hierfür benötige ich eine Kurzvita und gegebenfalls Links zu Webseite und Social Media Accounts, auf die ich verlinken soll. Der Kurator wird dann von mir mit den benötigten Rechten der Facebook-Seite ausgestattet und darf ab Montag für eine Woche den Account bespielen. Dabei sollte er minimum zwei Beiträge pro Tag posten und sich die Zeit nehmen, auf Fragen und Kommentare der Abonnenten zu antworten. Die Beiträge sollen in erster Linie über den Menschen und sein Schaffen informieren und nicht zur Werbeveranstaltung für gerade veröffentlichte Werke fungieren. Technische Fragen zur Seitenbetreuung beantworte ich selbstverständlich im Vorfeld.

Wie kann ich mich bewerben?

Eine Bewerbung nehme ich gerne per Mail entgegen. Sie sollte neben einer kurzen Vorstellung auch Links zu vorhandenen Social Media Accounts enthalten. Gerne können auch schon eine Wunschwoche sowie mögliche Inhalte angegeben werden.

BEO – Bücher entern Ohren

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„Der Beo besitzt ein munteres Wesen.
Wegen seiner ausgesprochenen Sprachbegabung ist er nicht nur in seiner Heimat ein beliebtes Heimtier.
Allerdings sind die vom Beo erzeugten Töne laut.“[1]

Am vergangenen Mittwochabend (25. November) war es soweit:  Der Deutsche Kinder- und Jugendhörbuchpreis wurde zum dritten Mal  in Hamburg verliehen und ich durfte dabei sein …

 

Um 20 Uhr begann die Preisverleihung im Thalia Theater in Hamburg-Altona. Alles, was Rang und Namen in der Kinderhörbuchwelt hat, fand sich in der Gaußstraße ein.

Begrüßt wurden wir Gäste durch das famose Trio Manugadjo Royal, das musikalisch durch den Abend führte. Doch pünktlich ging es trotzdem nicht los – Moderatorenpaar Alicia Aumüller und Hans Löw schlummerten noch selig hinter der Bühne: „Warum schlafe ich eigentlich immer ein, wenn ich ein Hörbuch höre?“ Eine Anspielung auf das Vorurteil mit dem Hörbücher immer noch zu kämpfen haben: Die taugen doch nur zum Einschlafen! Damit war gleich zu Beginn klar: Dies würde keine „normale“ Preisverleihung werden. Keine staubige, langweilige Aneinanderreihung von zu langen drögen Reden.

beo_2015_0992_Moderatoren-Duo Hans Löw und Alicia Aumüller amüsieren sich bei der Conference

Moderatoren-Duo Hans Löw und Alicia Aumüller
Foto: © Heiko Preller

Ich sollte Recht behalten. Selten war ich auf einer so unterhaltsamen Preisverleihung! Neben der Band, begleitete uns auch der Live-Künstler Stefan Pertschi durch den Abend und illustrierte das Gehörte wahlweise auf Overhead oder großflächig auf Leinwand. Das Moderatorenpaar Aumüller und Löw kokettierte sehr sympathisch mit einigen Hörbuch-Klischees (und miteinander). Running-Gag des Abends war jedoch der Beo im Käfig auf der Bühne. Dieser kommentierte einfach alle paar Minuten: „Blödmann“.

Als Gewinner wurden ausgezeichnet:

Kategorie I: 0 bis 6 Jahre
„Kommissar Gordon. Der erste Fall“ (von Ulf Nilsson, headroom)
Sprecher: Ulrich Noethen, Udo Kroschwald & Lotta Doll

Kategorie II: 7 bis 11 Jahre
„Yark“ (von Bertrand Santini, sauerländer audio)
Sprecher: Mechthild Großmann – und ihr Dankesvideo ist der Knaller!

Kategorie III: ab 12 Jahre
„Jetzt spricht Dylan Mint und Mr Dog hält die Klappe“ (von Brian Conaghans, Oetinger Audio)
Sprecher: Martin Baltscheit

Gewinner der Kinderjury 2015
„Bärenschwur“ (von Ryan Gebhart, Silberfisch)
Sprecher: Sebastian Rudolph

Gewinner Bestes Sound Design
Henning Schmitz, Martin Zylka und Gerrit Booms für ihre akustische Inszenierung von „Die Schule der Weihnachtsmänner“ (von Karlheinz Koingg, der Hörverlag)

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Abschlussbild mit Projektleiterin, Preisträgern, Jurymitgliedern und Moderatoren
Foto: © Heiko Preller

Besonders beeindruckt hat mich im Nachhinein (neben der famosen Inszenierung dieses Abends) die Arbeit der Lehrerinnen der Kronach-Schule in Berlin-Lichterfelde. Ihre vierte Klasse fungierte als Kinder-Jury und setzte sich über einen langen Zeitraum intensiv mit den nominierten Hörbüchern auseinander. Die beiden sympathischen Lehrerinnen haben sich wirklich ins Zeug gelegt: Es wurde gelesen, gehört, Theaterstücke aufgeführt, gemalt, einander erzählt, abgestimmt und und und… Der begleitende Video-Clip sah nach unglaublich viel Spaß aus – eine großartige Leistung! Die meiner Meinung noch viel mehr gewürdigt werden sollte.

Vielen Dank, liebe Steffi, dass ich dabei sein durfte. Wenn du im nächsten Jahr nicht kannst: Auf mich kannst du zählen!

Laura Sonnefeld, Hamburg


Zum Preis

Der Deutsche Kinderhörbuchpreis BEO unter der Schirmherrschaft von Felicitas von Lovenberg ist eine Initiative von Kinder hören e.V. und wird durch den Arbeitskreis Hörbuch des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels organi­satorisch unterstützt. Er wurde 2015 zum dritten Mal vergeben.

Die Preisträger erhalten je 5.000 Euro, der Sonderpreis und der Preis der Kinderjury sind mit je 3.000 Euro dotiert.

Der Fachjury des BEO 2015 gehörten an: Christian Bärmann (Journalist, BÜCHER, Hannover), Volker Bernius (hr2-Bildung und Kultur/Stiftung Zuhören, Frankfurt a.M.), Georg Cadeggianini (Journalist/Autor, München), Ines Dettmann (Junges Literaturhaus, Köln), Heide Germann (Rezensentin, Darm­stadt), Christine Knödler (Journalistin, ELTERN family, München), Lothar Sand (Börsenverein, Frankfurt a.M.), Ilona Schulz (Schauspielerin/Sprecherin, Berlin) und Barbara Stoll (Buchhändlerin, LüneBuch in Lüneburg).

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Beo

Titelfoto: Miriam Gabriela Möllers