Alle Artikel in: Bücherorte

Willkommen im Peter Hammer Verlag

Im Zuge des Veranstaltungsformats #bookupDE* besuchten acht buchbegeisterte Menschen gestern den Peter Hammer Verlag in Wuppertal und erhielten äußerst interessante und mit Anekdoten gespickte Einblicke ins Verlagsleben. Kurz vor 17 Uhr biege ich – nachdem mich mein Navigationsgerät sicher durch die mit Einbahnstraßen durchzogene Stadt Wuppertal geleitet hat – in eine Sackgasse ein, an dessen Ende sich im Souterrain eines Mehrfamilienhauses das Domizil des Peter Hammer Verlags versteckt. Augenzwinkernd verrät uns Monika Bilstein, ihres Zeichens Verlegerin des kleinen aber sehr feinen Indieverlags, später, dass dieser Umstand regelmäßig für Belustigung sorgt, jedoch lediglich die Heimat des Verlags und keinesfalls seine Lage widerspiegelt. An der Tür werden wir nicht nur von einem riesigen Pappmaché-Vogel sondern auch von der Verlagscrew (bestehend aus vier Powerfrauen) begrüßt, die uns umgehend mit einem prickelnden Getränk versorgen. Einige Teilnehmer sind zum ersten mal bei einem #bookupDE, andere sind Wiederholungstäter, man kennt sich, zumindest online. Das Konferenzzimmer, in dem wir anschließend Platz nehmen, hält neben einem riesigen Plüsch-Maulwurf mit Kackwurst auf dem Kopf noch eine weitere Überraschung für uns bereit, denn man hat …

Ein Bücherkind auf Entdeckungsreise

Redaktionsmitglied Paulina (15) berichtet über ein ganz besonders Praktikum. Schon von Anfang an war mir klar, dass ich die Zeit meines Schulpraktikums gerne mit Büchern verbringen würde. Ich liebe es nämlich, sie zu lesen, und genauso liebe ich es, über sie zu schreiben. Deshalb bin ich ja auch seit 2008 ein „Bücherkind“. Da stand ich also. Wissend, dass ich irgendetwas mit Büchern machen wollte, aber trotzdem keine Ahnung habend, wo genau ich mein Praktikum verbringen sollte. Mein Bruder hatte seins drei Jahre zuvor in einer Bibliothek gemacht, aber darauf hatte ich nicht so große Lust. Also fragte ich einfach mal Stefanie Leo. Und auf diesem Weg landete ich dann irgendwann bei den Egmont Verlagsgesellschaften, Schneiderbuch. Ich war auf jeden Fall super glücklich, als ich dort eine Stelle ergatterte, zumal man dort für gewöhnlich gar keine Schülerpraktikanten nimmt. Kleine Bücher, große Bücher, dicke Bücher, dünne Bücher – Bücher, Bücher und noch mehr Bücher. Ungefähr so stellte ich mir einen Verlag vor. Doch so richtig Ahnung davon, was in einem Verlag eigentlich genau passiert, hatte ich noch …

Reprodukt Verlag oder Lest mehr Kindercomics!

„Lies doch mal ein richtiges Buch!“ – diesen oder zumindest ähnliche Sätze mussten sich schon Generationen von Comiclesern anhören. Füllten in den 1980er Jahren hauptsächlich DIN A4-Sammleralben in Softcoverqualität die Regale, erobern seit gut 10 Jahren Comics ganz unterschiedlicher Coulour und Ausstattung den deutschen Markt. Egal ob Superhelden-Comics, Mangas für Jugendliche oder Literaturadaption, seit der Einführung des Begriffs „Graphic Novel“ werden Comics sukzessive salonfähig. Auch wenn viele den aus den USA stammenden Begriff nur für ein Marketinginstrument halten, ist er am Ende doch ein Türöffner für Buchhandel, Feuilleton und somit auch für das bildungsbürgerliche (Kinder-)Zimmer. Einer der wichtigsten deutschen Independant-Comicverlage ist der Berliner Reprodukt Verlag, der 1991 von Dirk Rehm gegründet wurde. Zunächst veröffentlichte Reprodukt Alben der amerikanischen Underground-Reihe „Love and Rockets“ der Brüder Gilbert und Jaime Hernandez. Es folgen weitere Zeichner der US-Independent-Szene und Ende der 1990er Jahre zunehmend Berliner und Hamburger Zeichner. Frankobelgische Künstler erweitern seit 2004 das Verlagsprogramm mit ihren Alben. Auf der Leipziger Buchmesse 2013 präsentierte Reprodukt sein erstes Kinderprogramm. Mit sieben Kindercomis, davon zwei Comics deutschsprachiger Autoren, ging der Verlag …

Claudia Gliemann und der MONTEROSA Verlag

Sich selbstständig zu machen birgt immer ein gewisses Risiko, in heutigen Zeiten jedoch einen Kinderbuchverlag zu gründen zeugt schon von großem Mut. Claudia Gliemann wagte 2010 den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete in Karlsruhe den MONTEROSA Verlag. Als ausgebildete Übersetzerin war ihr die Verlagswelt alles andere als fremd, hatte sie doch in 15 Jahren für viele große Verlage (u.a. Arena, Carlsen, Heyne) bereits mehr als 50 Bücher aus dem Englischen ins Deutsche übertragen. Fünf Jahre sind seit der Verlagsgründung ins Land gegangen, sieben Titel sind erschienen, eine Krise musste gemeistert werden. Ein guter Zeitpunkt, um der Verlegerin Claudia Gliemann ein paar Fragen zu stellen. Was hat dich bewogen als Übersetzerin eine Verlagsgründung zu wagen? Das ist ganz einfach: Niemand wollte meine Texte 😉 Ich hatte damals übersetzt und in einem Unternehmen gearbeitet, dann kam die Wirtschaftskrise. Ich war eine der letzten, die kam und eine der ersten, die gehen musste. Ich hatte schon länger überlegt, einen Verlag zu gründen und dann habe ich aus der Arbeitslosigkeit heraus mit einem Existenzgründungszuschuss den Verlag gegründet. Und …

Wohnzimmerlesung die fünfundzwanzigste

Im Dezember 2011 kam mit einem harmlosen Facebook-Posting etwas ins Rollen, was ich mir in meinen kühnsten Träumen niemals hätte vorstellen können. Gina Mayer war es dann auch, mit der wir im Januar 2012 den Reigen der Ohrensessel-Wohnzimmerlesungen starteten. Seitdem öffnen mein Mann und ich für bekannte wie unbekannte Lesungsgäste regelmäßig unser Wohnzimmer. Viele der buchbegeisterten Besucher sind mittlerweile Wiederholungstäter, viele Autorinnen und Autoren auch. Von A wie Antje Szillat bis Z wie Zoë Beck, 16 Autoren in 24 Lesungen haben in den letzten drei Jahren für beste Unterhaltung unter den jeweils 30 Gästen gesorgt und gerade das zwanglose Plaudern nach den Lesungen dürfte vielen Besuchern in guter Erinnerung geblieben sein. Am 8. Mai feiern wir nun sozusagen silbernes Lesungsjubiläum. Zur 25. Lesung freue ich mich sehr, Tanya Stewner mit ihrem aktuellen Jugendbuch „Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb“ begrüßen zu dürfen. Vor kurzem hatte ich das Vergnügen, die Autorin bei einem Interview für die Zeitschrift Eselsohr kennenzulernen. Der rote Ohrensessel und die zwei „verrückten“ Whippets hinterließen damals wohl einen bleibenden Eindruck und so kam …