Alle Artikel in: Buchtipps

Buchtipp: Kirschen im Schnee

„Kirschen im Schnee“ erzählt die Geschichte der Schwestern GiGi (Doppel-G) und DiDi (Doppel-D), die ihre außergewöhnlichen, nach BH-Größen klingenden Spitznamen ebenso außergewöhnlichen Vornamen zu verdanken haben. Seit dem Tod der Mutter, von der den beiden lediglich ein Ringbuch mit handschriftlichen Rezepten als Erinnerungsstück geblieben ist, sind die 12-jährige GiGi und ihre neun Jahre ältere Schwester auf sich gestellt. DiDi arbeitet als Friseurin, um ihrer Schwester eine gute Schulausbildung zu ermöglichen. Ein besonderes Rezept der Sammlung ist die Torte „Kirschen im Schnee“, die nach der Lieblings-Lippenstift-Farbe der verstorbenen Mutter benannt ist, und lediglich zu Geburtstagen und besonderen Anlässen zubereitet wird. Noch ohne überhaupt das Buch aufgeschlagen zu haben, erfreut man sich als zukünftiger Leser zu allererst am liebevoll gestalteten Cover. Es mutet ein wenig 50er-Jahre-mäßig an und zeigt neben Titel und einem kleinen Spruchbanner eine Torte bzw. Pancakes mit Kirschen und Sahne. Wer das Buch allerdings gelesen hat, wird feststellen, dass es sich dabei nicht um die „Kirschen im Schnee“-Torte handelt. Titel, Untertitel sowie Kirschen sind mit Relieflack hervorgehoben. Auch der Klappentext – von einer Ich-Erzählerin …

Buchtipp, Verlosung und Lesung: Die Buchspringer

Buchtipp Eine geschickt konstruierte Geschichte, die gekonnt mit der Weltliteratur spielt. Ein spannendes und kurzweiliges Lesevergnügen! Ein Buchspringer zu sein, also jemand, der beim Lesen eines Buches als Beobachter in die Erzählung springen kann, davon können bibliophile Menschen wie ich nur träumen. Mechthild Gläser lässt diesen Traum für die Protagonisten ihres neuesten Romans „Die Buchspringer“ Wirklichkeit werden. Die Hauptfigur Amy, die nur durch Zufall erfährt, dass sie in Geschichten hineinspringen kann, nimmt den Leser mit auf eine Reise durch zahlreiche Kinderbuchklassiker wie Peter Pan, Alice im Wunderland oder Das Dschungelbuch und so manche Buchfigur aus ehemaligen Schullektüren, beispielsweise Goethes Werther, zeigt sich uns von einer ganz anderen Seite als im damaligen Deutschunterricht. Das „Literatur-Hopping“ ist nicht nur für Amy sondern auch für den Leser ein riesiger Spaß. Doch als Sherlock Holmes schließlich tot in der Außenwelt aufgefunden wird, ist klar, dass jemand sein Unwesen in der Literatur treibt, dem das Handwerk unbedingt gelegt werden muss, bevor noch mehr Geschichten zerstört werden. Mechthild Gläser hat in „Die Buchspringer“ Ausschnitte der klassischen Literatur gekonnt mit einer spannenden …

Buchtipp: Das Schicksal der Sterne

Als dem Autor Daniel Höra 2012 die Idee zu seinem Roman „Das Schicksal der Sterne“ kam, konnte er vermutlich nicht ahnen, wie hochaktuell die Flüchtlingsthematik, der sich das Buch widmet, zum Erscheinungstermin sein würde. Angesichts von über 50 Millionen Flüchtlingen weltweit und einer Bewegung im Osten, die „Wir sind das Volk!“ ruft, aber etwas ganz anderes meint, kommt das neueste Werk von Daniel Höra genau zum richtigen Zeitpunkt. In seiner Geschichte lässt der Autor den aus Schlesien stammenden Karl auf Adib aus Afghanistan treffen. Lediglich den Wohnort Berlin und die Vorliebe für Astronomie scheinen die beiden zu teilen, was sonst sollten ein über 80-jähriger Mann und ein Jugendlicher aus dem Flüchtlingsheim schon für Gemeinsamkeiten haben? Doch Stück für Stück taucht der Leser in die Vergangenheit der Beiden ein und es wird bald klar, dass sie einen viel größeren gemeinsamen Nenner besitzen: Sie mussten beide aus ihrer Heimat fliehen, der eine vor 70 Jahren, der andere in unserer heutigen Zeit. Geschickt lässt Höra Szenen ihrer jeweiligen Flucht in die Berliner Handlung einfließen, mal finden wir uns …

Wie sehr schmerzt der Tod? Bilderbücher über Tod, Verlust und Trauer

„Manchmal bekomme ich eine richtige Wut deswegen. Dann sage ich mir: ‚Was fällt ihm ein, einfach so zu sterben? Was fällt ihm ein, mich so traurig zu machen?‘“ So erzählt Michael Rosen in seinem Bilderbuch „Mein trauriges Buch“. Starke Worte mit ebenso eindrucksvollen Illustrationen von Quentin Blake liest man in diesem Kinderbuch für ab 5-Jährige. Mein erstes Kinderbuch zum Thema Tod, Trauer und Verlust hielt ich im Frühjahr in den Händen. Ich kann mich noch recht genau erinnern, wie ich beim Lesen von Kai Lüftners „Für immer“ schlucken musste. Sein Bilderbuch erfuhr letztes Jahr viel Beachtung. Ich nahm es zwar am Rande wahr, denn schließlich tauchte es in meiner Internetblase immer wieder an verschiedenen Stellen auf, aber in den Händen hielt ich es erst viel später. Ich war mit der Zeit immer neugieriger auf das Kinderbuch geworden, dass bei diesem hochemotionalen Thema so viel gelobt wurde und schließlich als eines der ganz wenigen Kinderbücher sogar im Fernsehen zur besten Abendzeit vorgestellt wurde. Was braucht ein gutes Kinderbuch über Tod, Trauer und Verlust? Soll es pädagogisch …