Alle Artikel in: Büchermenschen

Ist bei Lüftner die Luft raus?

„Ist bei Lüftner die Luft raus?“ – „Wohl kaum!“, dachte ich mir als ich diese Collage (by www.matzilla.de) in steter Regelmäßigkeit seit Anfang Oktober im Netz auftauchen sah. Aber schon damals war mir klar, dass Kai Lüftner da irgendetwas Besonderes ausbrütet und deshalb habe ich mal einen genaueren Blick auf die Kampagne geworfen. Aber zunächst geht es kurz ein paar Jahre zurück … Ich begegnete Kai das erste Mal persönlich im März 2013 auf der Leipziger Buchmesse. Damals zogen seine „Milchpiraten“ in den Leipziger Lesekompass ein. Seitdem sind wir – sagen wir mal – gummibandmäßig miteinander verbunden. Mal hören wir wenig voneinander, mal schnackelt es im Gummiband und zack treffen wir uns in Berlin, Leipzig oder Solingen wieder. Ich mag Kai, und das nicht nur, weil er auf den ersten Blick so gar nicht wie ein Kinderbuchautor aussieht. Ich mag ihn, weil er sich nicht verbiegt, weil er ein Original ist und sich treu bleibt. Vermutlich ist genau das auch das (offene) Geheimnis seines Erfolges. Umso neugieriger wurde ich deshalb als Kai Anfang Oktober seine …

Digitale Berichterstatter für den Deutschen Lesepreis gesucht!

Wusstet ihr, dass es einen Preis gibt, der herausragende und innovative Leseförderungsmaßnahmen auszeichnet? Der Deutsche Lesepreis Seit 2013 begeben sich Stiftung Lesen und die Commerzbank-Stiftung jedes Jahr gemeinsam auf die Suche nach herausragenden Projekten, die die Kultur des Lesens erhalten und fördern, denn Lesefreude und Lesekompetenz sind zentrale Grundlagen für die Bildungsfähigkeit und somit auch für die gesellschaftliche Teilhabe. Um entsprechendes Engagement in all seinen Facetten zu würdigen, verleihen die Initiatoren den Deutschen Lesepreis in vier Kategorien: „Ideen für morgen“ zum Thema Migration und Integration Der Sonderpreis zeichnet Menschen und Institutionen aus, die ungewöhnliche und innovative Ideen und Wege für eine moderne zukünftige Leseförderung konzipiert haben. Nominiert sind: Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart e.V.: MutterSprache – KinderSprache Grundschule Auf den Heuen: Family Literacy „Sprachen im Gepäck“ Dorte Huneke-Nollmann, Bochum: Zeitungsprojekt „Neu in Deutschland“ LeseWelten – Vorlese-Initiative der Kölner Freiwilligen Agentur e.V.: Flüchtlingskinder begegnen LeseWelten in Museen Stadtbibliothek Osnabrück: Miteinander – lesen – lernen – lachen Universität Bamberg: Lesen und Schreiben in mehrsprachigen Lerngruppen mit dem deutsch-türkischen Dichter Nevfel Cumart „Herausragendes individuelles Engagement in der Leseförderung“ Der Preis …

Der Tag, an dem ich Andy Warhol traf

Kennst du eigentlich Andy Warhol? Aber sicher, wirst du antworten. Das ist doch der mit den Campbell-Suppendosen! Ja, natürlich, das weiß ich auch. Aber was weißt du noch über ihn, über seine Kindheit, seine Studienzeit, seine Arbeit als Grafiker, seine Factories, sein künstlerisches Schaffen, sein Leben? Ich muss zugeben, dass ich über diesen Ausnahmekünstler so gut wie gar nichts wusste. Das änderte sich nach der gestrigen Lesung schlagartig, denn da lernte ich Andy Warhol, der eigentlich Andrej Warhola heißt, kennen. Er besuchte mich in meinem Wohnzimmer und brachte gleich noch Marilyn Monroe, Marlon Brando und Elvis mit. Mitgebracht hat ihn – in Buchform – Maren Gottschalk, die bereits zum dritten Mal zur Wohnzimmerlesung nach Solingen kam. Maren Gottschalk ist freie Autorin, arbeitet unter anderem für den WDR (ZeitZeichen, Stichtag …), ist Projektleiterin des „WDR-Kinderrechtepreis“ und hat – last but not least – bei Beltz & Gelberg schon diverse Biografien bekannter Persönlichkeiten wie beispielsweise Nelson Mandela, Astrid Lindgren oder Sophie Scholl veröffentlicht. Im vergangenen Jahr erschien ihr aktuelles Buch „Factory Man – Die Lebensgeschichte des Andy …

Übersetzer – unbekannte Wesen

Liebe Verlage, wir müssen reden und zwar schleunigst! Denn ich bin gerade richtig sauer, wie ihr zum Teil mit euren Übersetzer*innen umgeht. Um euch das zu erläutern, muss ich mal kurz ausholen … Man mag es kaum glauben, aber tatsächlich führe ich die Datenbank meiner Webseite www.buecherkinder.de noch liebevoll selbst. Will heißen: Alle bibliografischen Daten zu den rund 600 Titeln, die Jahr für Jahr neu aufgenommen werden, tippe ich sorgfältig ein und bediene mich keines Automatismus‘, der diese auf wunderbar magische Weise in meine Datenbank zaubert. Dies ist Arbeit, keine Frage. Dies bedeutet aber auch, dass sich mir die Namen der Autoren, Illustratoren und Übersetzer (und selbstverständlich der weiblichen Pendants) nach rund 6.000 eingepflegten Büchern eingeprägt haben und ich besonders die Übersetzer*innen beim Öffnen eines Titels wohlwollend zur Kenntnis nehme. Und deshalb, liebe Verlage, müssen wir reden! Wie kann es sein, dass ich Übersetzer*innen zum Teil immer noch mühevoll im Impressum suchen muss? Wieso muss ich ein eingeschweißtes, 350 Seiten starkes Jugendbuch tatsächlich aus seiner Folie befreien, weil ihr den Übersetzer auf eurer Webseite nicht …

Das Bilderbuchprojekt „Komm, spielen wir!“

Wer steckt hinter diesem Bilderbuchprojekt? VIEL & MEHR e. V. ist ein gemeinnütziger Berliner Verein mit dem Ziel der Förderung von Vielfalt und Mehrsprachigkeit in Bilderbüchern. In diesem thematischen Rahmen werden in der Vereinsarbeit Bilderbuchkonzepte entwickelt und veröffentlicht, welche die vorhandene Diversität von Lebensrealitäten gleichberechtigt und unabhängig von ethnischer wie sozialer Herkunft, von Geschlecht oder Alter sowie von individuellen Fähigkeiten zeigen, ohne sie in den Vordergrund zu stellen. Alle Kinder lieben es zu spielen und sie haben ein Recht darauf – mal ausgelassen und fröhlich, mal konzentriert und in sich gekehrt, mal allein und mal zusammen. Das möchte VIEL & MEHR in „Komm, spielen wir!“ zeigen und zwar so, dass sich viele Kinder in Sprache und Bild damit identifizieren können. Darum geht es „Komm, spielen wir!“ ist ein Foto-Bilderbuch in 5 + 1 Sprachen – arabisch, deutsch, englisch, französisch, türkisch und einer Sprache, die frei ergänzt werden kann. Die Fotos zeigen Kinder verschiedenster Herkunft bei dem, was sie am liebsten tun – nämlich Spielen. Auch geflüchtete Kinder, die derzeit in einer Berliner Notunterkunft leben, sind …