Alle Artikel in: Büchermenschen

Interview mit der Autorin Irmgard Kramer

Mit „Am Ende der Welt traf ich Noah“ hat Irmgard Kramer ein packendes Jugendbuch voller überraschender Wendungen und einer großen ersten Liebe geschrieben. Ich hatte die Möglichkeit, die Autorin zu interviewen und sie über das Schreiben, ihre Einstellung zu Buchverfilmungen und Schullektüren und vielem mehr auszufragen. „Am Ende der Welt traf ich Noah“ ist Ihr zweites Jugendbuch. Was ist für Sie das Besondere daran, Bücher für Kinder und Jugendliche zu schreiben? Meine Kinderzeit erschien mir endlos. Ich durfte mich sorglos durch Tag und Nacht träumen, während meine Mutter wie ein Schneepflug alle unschönen Seiten des Lebens beiseite räumte, ohne dass ich es merkte. Sie ließ mich verweilen auf Honigmonden und Himbeerwolken. In meiner Jugend brach dann die Realität über mir herein wie die Flut eines geborstenen Staudamms. Ich sah, wie es in der Welt rund um mich herum bestellt war und wehrte mich gegen alles. Meine Eltern verstanden nicht, wie aus einem verträumten braven Kind ein aufsässiger, schwieriger Teenager wurde. Sowohl meine Kindheit als auch meine Jugend haben sich tief in meine Erinnerung eingeprägt – …

Im Wohnzimmer mit Katrin Zipse

Vergangenen Freitag wurde bereits zum 28. Mal das heimische Wohnzimmer leer geräumt. Lampen mussten weichen, Stühle wurden gestellt und der rote Ohrensessel ins rechte Licht gerückt. Unverkennbar es war wieder Wohnzimmerlesungszeit. Gut zwanzig Gäste und die hiesige Presse warteten gespannt auf Katrin Zipse, die mit ihrem neuesten Werk „Die Quersumme von Liebe“ die Reise von Baden-Baden ins Ohligser Wohnzimmer angetreten hatte. Nachdem die Autorin im letzten Jahre für ihr Erstlingswerk „Glücksdrachenzeit“ den mit 10.000 Euro dotierten Thaddäus-Troll-Preis des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg erhalten hatte, war ich sehr gespannt, wie ihr neuer Roman, der aufgrund verschiedener Erzähler und Erzählebenen für Lesungen durchaus anspruchsvoll ist, bei den Lesungsgästen ankommen würde. Katrin Zipse löste dieses Problem mit Bravour. Sie entschied sich, nur einen Erzählstrang (nämlich den der weiblichen Protagonistin Luzie) vorzulesen und Sprünge in die Vergangenheit, die im Buch kursiv gedruckt sind, kurz anzukündigen. So konnte das Publikum der spannenden Geschichte problemlos folgen. Nach gut einer Stunde Lesungszeit und fast auf die Sekunde genau mit den 9-Uhr-Schlägen der beiden Uhren beendete die Autorin die Lesung, natürlich nicht …

Book-Dating: 5 Minuten für dein Lieblingsbuch

Auch wenn das Speed-Dating seinen Ursprung in der Beziehungsanbahnung hat, erfreut sich die schnelle Art des Kennenlernens mittlerweile in vielen weiteren Bereichen großer Beliebtheit. Unter dem Motto „Buchfans lernen sich kennen!“ laden die Stadtbüchereien Düsseldorf im September und Oktober zum Book-Dating an. Im Mittelpunkt stehen bei dieser Art des Speed-Datings allerdings die mitgebrachten Lieblingsbücher, die man seinem Gegenüber schmackhaft machen will. Dafür hat man fünf Minuten Zeit ehe der Gong ertönt und man einen Sitzplatz weiter rutschen muss. Innerhalb kürzester Zeit erhält man auf diese Weise jede Menge Buchtipps aus erster Hand. Wie das Ganze ablaufen könnte, zeigt dieses Video im YouTube-Kanal der Stadtbüchereien Düsseldorf: Lust bekommen? Dann gibt es hier eine Übersicht, wann und in welcher Düsseldorfer Bibliothek die Book-Datings stattfinden. Anmeldung per Mail oder Telefon ist bis zwei Tage vor der Veranstaltung erwünscht. Mittwoch, 16. September um 20 Uhr Zentralbibliothek, Bertha-von-Suttner-Platz 1 Telefon 0211.8994027 Mittwoch, 30. September um 19 Uhr Stadtteilbibliothek Bilk, Friedrichstraße 127 Telefon 0211.899290 Freitag, 16. Oktober um 19:30 Uhr Stadtteilbücherei Gerresheim, Heyestraße 4 In Kooperation mit der KÖB St. Ursula …

Interview mit Antonia Michaelis

„Zwei Fragen. Erstens: Ist es sinnvoll, weiterzuleben? Und Zweitens: Ist es sinnvoll, allein Geburtstag zu feiern?“ – Mit diesen Sätzen beginnt der Roman „Niemand liebt November“ meiner Lieblingsautorin Antonia Michaelis. Etwas mehr als diese zwei Fragen hatte ich dann aber doch an sie als ich die Möglichkeit bekam, ein Interview mit ihr zu führen. Warum aber Antonia Michaelis? Nun ja, ich bin sozusagen mit ihren Büchern aufgewachsen und habe sie seitdem nie aus der Hand gelegt. Begonnen bei wilden und freien Geschichten der Kinder von Ammerlo, über eine Reise zum „Zwölften Kontinent“ und endend im dunklen Hinterzimmer des „Botelled“ aus „Niemand liebt November“ waren sie quasi immer dabei. Dieser ganz besondere Stil, die mitschwingende Ironie trotz der Dunkelheit und Tiefe und die verschwommene Grenze zwischen Realität und Fiktion haben mich zweifellos zum Fan gemacht. Ziemlich aufgeregt tippte ich also alle Fragen, die sich über die Jahre so angesammelt hatten, in das offene Mailfenster und schickte sie noch immer so aufgeregt ab. – Klang das vielleicht zu steif? Oder hätte ich die letzte Frage nicht lieber …

Was macht eigentlich … mit Kinderbüchern?

Seit Januar 2010 gibt es die Buecherkinder auch auf Facebook. Ebenso lange betreibe ich die Facebookseite  Ich mach was mit Kinder-Büchern, auf der ich Interessantes aus der Kinder- und Jugendbuchwelt poste. Mit rund 4.000 Fans, die entweder selbst was mit Kinderbüchern machen (hiermit ist natürlich alles vom Bilderbuch bis zur jungen Literatur gemeint) oder am Thema interessiert sind, hat die Seite mittlerweile eine beachtliche Stammleserschaft. Da ich online wie offline gerne Menschen mit ähnlichen Vorlieben zusammenbringe, möchte ich die Reichweite der Facebook-Seite für weitere Vernetzungen nutzen, weshalb ab Mitte August für jeweils eine Woche ein Kinderbuchmensch zum Co-Admin von Ich mach was mit Kinder-Büchern ernannt wird. In dieser Woche wird sie oder er den Lesern einen Einblick geben, wie beispielsweise das (Arbeits-)Leben eines Autors oder eines Pressesprechers, einer Illustratorin oder einer Hörbuchverlegerin, einer Kinderbuchhändlerin oder eines Leseförderers aussieht. Die jeweiligen Co-Admins werden immer sonntags von mir vorgestellt bevor sie montags ihre „Stelle“ antreten. Den Anfang macht der Kinder- und Jugendbuchautor Frank Maria Reifenberg. Ich freue mich schon sehr darauf herauszufinden, was denn eigentlich die anderen …