Alle Artikel in: Büchermenschen

Ja, Übersetzer sind wichtig, aber …

Als ich vor über 10 Jahren mit meiner Webseite begann nannte ich zu jedem Titel zwar Autor, Illustrator und Verlag, jedoch keinen Übersetzer*. (*Ich beschränke mich in diesem Blogbeitrag auf die männliche Form der Bezeichnung „Übersetzer“, weiß aber, dass gerade Frauen zum großen Teil für die Übersetzungen in der Kinder- und Jugendliteratur zuständig sind.) Nennt mich dumm oder ignorant, bei meinen ersten Schritten auf der Internetbühne habe ich schlicht und ergreifend nicht daran gedacht. Erst der freundliche Kommentar einer Übersetzerin ließ mich aufhorchen und die Rubrik „Übersetzung“ einfügen. Seitdem gibt es diese Angabe zu fast jedem übersetzten Titel. Ich sage „fast“, da der Übersetzer – gerade bei Bilderbüchern – nicht immer zwingend auf dem Titelblatt genannt wird und auch auf den Webseiten der Verlage hin und wieder keine Erwähnung findet. Dann bleibt nur noch die Hoffnung, seinen Namen im Impressum zu finden. Übersetzer haben einen großen Anteil am Erfolg oder Misserfolg eines Titels, sie können eine gute Geschichte noch besser machen. In diesem Zusammenhang werde ich das Lob, das Markus Zusak auf einer Lesung seiner …

Claudia Gliemann und der MONTEROSA Verlag

Sich selbstständig zu machen birgt immer ein gewisses Risiko, in heutigen Zeiten jedoch einen Kinderbuchverlag zu gründen zeugt schon von großem Mut. Claudia Gliemann wagte 2010 den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete in Karlsruhe den MONTEROSA Verlag. Als ausgebildete Übersetzerin war ihr die Verlagswelt alles andere als fremd, hatte sie doch in 15 Jahren für viele große Verlage (u.a. Arena, Carlsen, Heyne) bereits mehr als 50 Bücher aus dem Englischen ins Deutsche übertragen. Fünf Jahre sind seit der Verlagsgründung ins Land gegangen, sieben Titel sind erschienen, eine Krise musste gemeistert werden. Ein guter Zeitpunkt, um der Verlegerin Claudia Gliemann ein paar Fragen zu stellen. Was hat dich bewogen als Übersetzerin eine Verlagsgründung zu wagen? Das ist ganz einfach: Niemand wollte meine Texte 😉 Ich hatte damals übersetzt und in einem Unternehmen gearbeitet, dann kam die Wirtschaftskrise. Ich war eine der letzten, die kam und eine der ersten, die gehen musste. Ich hatte schon länger überlegt, einen Verlag zu gründen und dann habe ich aus der Arbeitslosigkeit heraus mit einem Existenzgründungszuschuss den Verlag gegründet. Und …

Theresia Singer und der headroom Verlag

Wenn man Theresia Singer begegnet, ist einem sofort klar, dass hier jemand Beruf und Berufung bestens unter einen Hut bekommen hat. Die Gründerin des headroom Verlags wusste schon früh, wohin ihr beruflicher Weg sie einmal führen sollte. Zu ihrem 12. Geburtstag bekam sie einen Radiorekorder mit eingebautem Mikrofon geschenkt, mit dem man vorzüglich Musik aus dem Radio mit Sprache kombinieren konnte. Erste Miniclips entstanden und spätestens mit 14 war der gebürtigen Niedersächsin klar, dass sie unbedingt zum Rundfunk wollte. Nach dem Abitur bewarb sie sich als eine von tausend für einen Platz an der einzigen Schule, die damals Tontechniker und hauptsächlich Tontechnikerinnen (auf 10 Frauen kam etwa ein Mann) ausbildete, und wurde genommen. Singer absolvierte ein Praktikum beim NDR und startete dann die theoretische und praktische Ausbildung an der Schule für Rundfunktechnik in Nürnberg. Als gelernte Tontechnikerin heuerte sie schließlich beim Westdeutschen Rundfunk an, dem sie 19 Jahre lang treu bleiben sollte. In diesen Jahren bekam die Wahlkölnerin nicht nur faszinierende Einblicke in die Regiearbeit sondern wurde auf internen Fortbildungswegen schließlich Toningenieurin, die erste Frau …

Mit Felix geht die Post ab!

Als vor geraumer Zeit diese Einladung „zur Vorstellung und Übergabe der zwei neuen Sonderpostwertzeichen“ ins Haus flatterte, war mein erster Gedanke, dass es ja wohl kaum einen passenderen Bilderbuchhelden für eine Briefmarke gibt als Felix den Reisehasen. Als sie 1993 dem Coppenrath ihr Konzept präsentierten ahnten die Autorin Annette Langen und die Illustratorin Constanza Droop sicherlich nicht im Geringsten, welchen großen Erfolg ihnen die Geschichte des kleinen Stoffhasens im Laufe der kommenden Jahre bescheren würde. Seit mehr als 20 Jahren reist Felix, der im ersten Band seiner besten Freundin Sophie auf einem Flughafen abhanden kam, durch die Welt und berichtet ihr und den unzähligen Lesern in kleinen Briefen von seinen Abenteuern. Seit Anfang März sind die Postwertzeichen für Postkarte und Brief im Umlauf und werden wohl mit einer Auflage von 66 Millionen Exemplaren nicht nur die kommende Osterpost zieren. Heute nun fand die offizielle Vorstellung und Übergabe der beiden Sondermarken in feierlichem Rahmen im Leichlinger Schloss Eicherhof, der Heimatstadt der Autorin, statt. Neben den vielen Vertretern aus Politik und Wirtschaft fanden sich selbstverständlich auch zahlreiche …

Leipzig, ich komme! #lbm15

Am Mittwoch ist es soweit, dann werde ich mich mit einem Haufen Bücher „bewaffnet“ und rot beschuht auf die knapp 6-stündige Reise nach Leipzig begeben. Wie jedes Jahr freue ich mich auf das Wiedersehen mit alten Bekannten, auf Begegnungen mit Menschen, die ich bislang nur aus dem Netz kenne, und natürlich auf den Duft von vielen neuen Büchern. Und wie immer lautet die am häufigsten gestellte Frage: „Hey Steffi, wollen wir uns nicht auf einen Kaffee treffen?“. Da mein Terminkalender kaum noch Lücken aufweist, ich aber neben Verlagsgesprächen auch immer wieder an Veranstaltungen teilnehme, dachte ich mir, dass ich meinen Terminplaner einfach veröffentliche und vielleicht ergibt sich ja dann irgendwie und irgendwo ein lockeres Gespräch. Erkennen werdet ihr mich ja ohnehin, ich bin die „Kleine“, die mit den roten Schuhen zwischen den Hallen umherflitzt. Mittwoch Vielleicht treffe ich den einen oder die andere ja bereits am Mittwochabend im Gewandhaus zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse. Ich winke dann einfach mal von der rechten Orchesterempore runter. Donnerstag Der Donnerstag steht ganz im Zeichen des Leipziger Lesekompass #llk15. …