Alle Artikel in: Büchermenschen

Herzlichen Glückwunsch, Mirjam Pressler!

Eine ganz Große der Kinder- und Jugenbuchszene wird heute 75 Jahre alt: „Herzlichen Glückwunsch und masel tov, liebe Mirjam Pressler!“ Mirjam Pressler wurde 1940 in Darmstadt geboren, sie studierte an der Akademie für Bildende Künste in Frankfurt sowie Sprachen in München und lebte für ein Jahr in einem Kibbuz in Israel. Heute lebt und arbeitet sie als freie Autorin und Übersetzerin bei München. In der Pressemitteilung des Beltz & Gelberg Verlags heißt es u.a.: Mirjam Pressler zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Autorinnen der Kinder- und Jugend­literatur, vielfach besprochen und prämiert. Über 30 Kinder- und Jugend­bücher und eine Vielzahl an Übersetzungen zeugen sowohl von einem scharfen Blick für die kleinen wie großen Themen als auch von hoher literarästhetischer Qualität. Zentral in Presslers Werk ist die Auseinandersetzung mit Geschichte, Kultur und Weltliteratur. Nicht nur durch ihre Übersetzungen aus dem Hebräischen, Niederländischen und Englischen tritt sie als »Botschafterin« einer internationalen Jugendliteratur auf den Plan. Ihr Engagement zur Völkerverständigung zeigt sich auch in ihren Romanen, wie etwa im 2009 erschienen »Nathan und seine Kinder«. Mirjam Presslers Neuerzählung von …

Wir im Fernsehen oder
Was macht eigentlich ein Bücherkind?

Vor über zehn Jahren ging die erste Version der Buecherkinder-Webseite online – damals noch in Eigenregie laienhaft html-handgeklöppelt. Zwei Relaunches und über 6.000 Titel später und mittlerweile mit einer stattlichen Kinder- und Jugendredaktion versehen, schafften wir es vergangene Woche sogar ins Fernsehen. Viele positive Rückmeldungen haben mich über die verschiedensten Kanäle erreicht, besonders überrascht war ich über die eine oder andere Stimme, die mir rückmeldete, doch jetzt erst so ganz zu verstehen, was ich denn da eigentlich mit Buecherkinder.de machen würde. Grund genug also, euch neben dem schönen Beitrag der WDR-Redakteurin Nadine Schaub, der am 10. Juni in der Lokalzeit aus Düsseldorf zu sehen war,  einen kleinen Einblick in meine und die „Arbeit“ der Bücherkinder zu geben. http://ondemand-ww.wdr.de/medstdp/fsk0/72/724880/724880_7785559.mp4 Was macht denn eigentlich ein Bücherkind? Als Bücherkinder werden die Nachwuchsredakteure der Webseite bezeichnet. Im Augenblick  sind das  knapp sechzig Mädchen und Jungen (zur Zeit ist die Geschlechterverteilung sogar sehr ausgewogen) im Alter zwischen 7 und 18 Jahren, die regelmäßig aktuelle Kinder- und Jugendbücher lesen und bewerten. Einige von ihnen sind schon viele Jahre dabei und haben schon …

Ja, Übersetzer sind wichtig, aber …

Als ich vor über 10 Jahren mit meiner Webseite begann nannte ich zu jedem Titel zwar Autor, Illustrator und Verlag, jedoch keinen Übersetzer*. (*Ich beschränke mich in diesem Blogbeitrag auf die männliche Form der Bezeichnung „Übersetzer“, weiß aber, dass gerade Frauen zum großen Teil für die Übersetzungen in der Kinder- und Jugendliteratur zuständig sind.) Nennt mich dumm oder ignorant, bei meinen ersten Schritten auf der Internetbühne habe ich schlicht und ergreifend nicht daran gedacht. Erst der freundliche Kommentar einer Übersetzerin ließ mich aufhorchen und die Rubrik „Übersetzung“ einfügen. Seitdem gibt es diese Angabe zu fast jedem übersetzten Titel. Ich sage „fast“, da der Übersetzer – gerade bei Bilderbüchern – nicht immer zwingend auf dem Titelblatt genannt wird und auch auf den Webseiten der Verlage hin und wieder keine Erwähnung findet. Dann bleibt nur noch die Hoffnung, seinen Namen im Impressum zu finden. Übersetzer haben einen großen Anteil am Erfolg oder Misserfolg eines Titels, sie können eine gute Geschichte noch besser machen. In diesem Zusammenhang werde ich das Lob, das Markus Zusak auf einer Lesung seiner …

Claudia Gliemann und der MONTEROSA Verlag

Sich selbstständig zu machen birgt immer ein gewisses Risiko, in heutigen Zeiten jedoch einen Kinderbuchverlag zu gründen zeugt schon von großem Mut. Claudia Gliemann wagte 2010 den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete in Karlsruhe den MONTEROSA Verlag. Als ausgebildete Übersetzerin war ihr die Verlagswelt alles andere als fremd, hatte sie doch in 15 Jahren für viele große Verlage (u.a. Arena, Carlsen, Heyne) bereits mehr als 50 Bücher aus dem Englischen ins Deutsche übertragen. Fünf Jahre sind seit der Verlagsgründung ins Land gegangen, sieben Titel sind erschienen, eine Krise musste gemeistert werden. Ein guter Zeitpunkt, um der Verlegerin Claudia Gliemann ein paar Fragen zu stellen. Was hat dich bewogen als Übersetzerin eine Verlagsgründung zu wagen? Das ist ganz einfach: Niemand wollte meine Texte 😉 Ich hatte damals übersetzt und in einem Unternehmen gearbeitet, dann kam die Wirtschaftskrise. Ich war eine der letzten, die kam und eine der ersten, die gehen musste. Ich hatte schon länger überlegt, einen Verlag zu gründen und dann habe ich aus der Arbeitslosigkeit heraus mit einem Existenzgründungszuschuss den Verlag gegründet. Und …

Theresia Singer und der headroom Verlag

Wenn man Theresia Singer begegnet, ist einem sofort klar, dass hier jemand Beruf und Berufung bestens unter einen Hut bekommen hat. Die Gründerin des headroom Verlags wusste schon früh, wohin ihr beruflicher Weg sie einmal führen sollte. Zu ihrem 12. Geburtstag bekam sie einen Radiorekorder mit eingebautem Mikrofon geschenkt, mit dem man vorzüglich Musik aus dem Radio mit Sprache kombinieren konnte. Erste Miniclips entstanden und spätestens mit 14 war der gebürtigen Niedersächsin klar, dass sie unbedingt zum Rundfunk wollte. Nach dem Abitur bewarb sie sich als eine von tausend für einen Platz an der einzigen Schule, die damals Tontechniker und hauptsächlich Tontechnikerinnen (auf 10 Frauen kam etwa ein Mann) ausbildete, und wurde genommen. Singer absolvierte ein Praktikum beim NDR und startete dann die theoretische und praktische Ausbildung an der Schule für Rundfunktechnik in Nürnberg. Als gelernte Tontechnikerin heuerte sie schließlich beim Westdeutschen Rundfunk an, dem sie 19 Jahre lang treu bleiben sollte. In diesen Jahren bekam die Wahlkölnerin nicht nur faszinierende Einblicke in die Regiearbeit sondern wurde auf internen Fortbildungswegen schließlich Toningenieurin, die erste Frau …