Tschüss Webseite, hallo Blog!

Alles neu macht der Mai oder Auf zu neuen Ufern!

Die DSGVO ist derzeit nicht ganz unschuldig an der Schließung so mancher Blogs und Webseiten. Bislang sah ich jedoch dem datenschutzkonformen Umbau meiner diversen Internetpräsenzen eher gelassen entgegen. Ich habe einen ganz guten Überblick, was getan werden muss und halte einen korrekten Umgang mit unseren Daten für durchaus angebracht. Dass einen allerdings das Gefühl beschleicht, dass sich die Kleinen unverhältnismäßig intensiver mit der Materie auseinandersetzen (müssen) als die großen Datenkraken, die uns diesen Schlamassel vermutlich eingebrockt haben, mit dieser Einschätzung stehe ich vermutlich nicht alleine da. Nützt aber alles nichts! Es muss eben getan werden, was getan werden muss.

Die DSGVO und ihre Folgen

Meine Blogs mit einem überschaubaren Zeitaufwand datenschutzkonform umzubauen, davor habe ich Respekt, aber ich bin zuversichtlich, das bis Ende Mai ordentlich hinzukriegen.

Bei meiner Webseite sieht das allerdings etwas anders aus. Die komplexe Programmierung der rund 7.000 Titel umfassenden Datenbank, sowie die für die interne Organisation der Redakteure, ihrer Rezensionen und Bücher erstellte Verwaltung, lässt sich leider nicht mal eben von mir anpassen. Hier muss ein Programmierer dran und dieser Aufwand muss eben auch bezahlt werden.

Seit ein paar Tagen nun überlege ich, wie es mit Buecherkinder.de nach dem 25. Mai weitergehen soll. Wieviel Zeit und Geld soll ich in eine Webseite investieren, die selbst kein Geld „abwirft“?
Diverse Szenarien habe ich vergangenes Wochenende durchdenken können. Dabei habe ich festgestellt, dass – so sehr ich die Seite nach ihrem Relaunch im November 2014 auch mag – mich stets gestört hat, dass ich selbst, außer dem Einfügen neuer Titel und Rezensionen, nicht mehr in der Lage war, Veränderungen eigenhändig durchzuführen. Selbst kleine Anpassungen, die ich bei WordPress selbstständig erledige, muss ich bei der Webseite in die Hände der Programmierer legen. Ganz abgesehen von den Kosten frage ich mich also gerade, ob ich diese Abhängigkeit möchte.

Klar, wir sprechen hier von einer in über zehn Jahren gewachsenen Datenbank an Rezensionen, die gibt man nicht leichtfertig auf. Dennoch fühlen sich diese Datenmengen bisweilen auch wie ein Klotz am Bein an und – seien wir ehrlich – wer wühlt sich wirklich durch die Tiefen meiner Rezensionen bis hin ins Jahr 2007?

Zudem bin ich aufgrund der Größe der Kinder- und Jugendredaktion schon lange eher eine Datenverwalterin als eine Kinderbuchleserin. Jedoch macht eben genau diese Redaktion meine Webseite auch aus. Kinder- und Jugendbücher von Erwachsenen besprochen gibt es schließlich schon zuhauf.

Tschüss Webseite, hallo Blog!

Nach reiflicher Überlegung, nach Rückmeldungen* aus dem Netz, nach Gesprächen in der Familie reift nun langsam der Entschluss heran, die Webseite zu schließen und stattdessen, Buchtipps im Blog zu posten. Google wird mich dafür sicherlich ganz fürchterlich mit einem Platz auf den hintersten Suchergebnis-Rängen abstrafen, aber ich bin es leid, darauf Rücksicht zu nehmen. Ich will auch weiterhin mit Freude und Leidenschaft das tun, was ich die letzten Jahre getan habe, Kinder und Jugendliche für Bücher zu begeistern und selbst auch wieder ganz viel zu lesen.

Die nächsten zweieinhalb Wochen habe ich also viel, um nicht zu sagen sehr viel zu tun. Ich muss mir Gedanken machen, wie der Blog zukünftig aussehen soll, welche Schwerpunkte ich legen werde, wie es mit den Nachwuchsredakteuren weitergeht (deren Anzahl muss ich sicherlich etwas reduzieren) und so weiter und so fort.

Es wird also die kommenden Wochen hier, auf der Webseite und in den Sozialen Netzwerken ziemlich ruhig werden. Aber wer mich kennt weiß, dass es mit neuem Schwung weitergehen wird, denn solange mir die Ideen nicht ausgehen, wird alles gut.

*Für die zahlreichen Rückmeldungen und hilfreichen Linkzusendungen bei Facebook und vor allem für die Hilfsangebote per Mail, die mir Fans der Buecherkinder-Webseite, die ich nicht persönlich kenne, schickten, möchte ich mich ganz herzlich bedanken.

 

 

 

  1. Liebe Steffi,
    vielen Dank für Deine wunderbare Arbeit mit den Kindern. Manchmal ist das Nachdenken über solche Einschnitte sehr schmerzhaft und doch erwächst vielleicht etwas noch Besseres daraus. So erging es mir jedenfalls gerade mit meiner ZeilenZauberSchreibwerkstatt.
    Ich freu mich auf das blog und wünsche Dir sooo viel Erfolg!
    Liebe Grüße Andrea

  2. Charles Thibo

    Ich wünsche viel Glück und Geschick beim Umbau/Wechsel und eins ist klar: Ich bleibe dran. Nicht die Form, sondern der Inhalt macht den Reiz der Seite aus, auch wenn die Masse an Texten meine Lesevermögen manchmal auf die Probe stellt.

  3. Glückwunsch zum neuen Baby. Ich bin auch gerade dabei mich von diversen Webprojekten zu trennen. Das schöne daran ist man kann sich umso intensiver um die wenigen die man dann noch hat kümmern und auch noch einige offline Projekte mehr voranbringen. Aber ich weiß auch das es schmerzt ein Baby nach einer langen Zeit gehen zu lassen.

  4. Hut ab! Steffi, das ist ein beherzter Schnitt. Wir haben dich die Jahre gerne unterstützt und ich denke wir tauschen uns nochmal über Verwertungsideen aus.

  5. Tomas Rensing

    Das liest sich gut … und nachgedacht – und überhaupt: mir gefiel, was ich gesehen hab‘, und gefällt, was Du nun zeigst.

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