10 Fragen an Rüdiger Bertram

Uns alle verbinden gute Geschichten und die Leidenschaft, Kinder und Jugendliche für diese zu begeistern. Im Rahmen der Bücherkinder-Interview-Reihe möchte ich diese Menschen vorstellen.

Wer sind Sie und wie sieht Ihre Arbeit mit Kinderbüchern aus?
Mein Name ist Rüdiger Bertram und ich schreibe seit etwa 15 Jahren Kinderbücher, vom Pixi-Buch bis zum Jugendthriller

Wie würden Sie sich aktuell in drei Hashtags (#) beschreiben?
#dankbar #lesendunterwegs #freumichschonaufsnächstebuch

Welches Buch liegt derzeit ganz oben auf Ihrem Nachttisch und warum?
„Krieg und Frieden“, nee, Scherz. Ganz oben liegt gerade „Eine allgemeine Theorie des Vergessens“. Der Autor José Eduardo Agualusa stammt aus Angola, ich lese gerade sehr viel afrikanische Literatur.

Wie beeinflusst Ihre Arbeit mit bzw. für Kinder und Jugendliche Ihre Sicht auf die heutige Gesellschaft und unsere Welt?
Puh, schwere Frage. In erster Linie schreibe ich, um gute Geschichten zu erzählen, die Lust aufs Lesen machen. Aber natürlich versucht man immer auch ein paar Werte unterzubringen. Nicht mit dem Holzhammer, eher so durch die Hintertür: Toleranz, Solidarität, Eintreten für eine bunte Gesellschaft. Das war schon früher wichtig und ist es heute umso mehr. Ob die versteckte Botschaft nachhaltig ankommt? Da werde ich in letzter Zeit zunehmend skeptischer. Aber es nützt ja nix, man muss ja weitermachen, für die eine junge Leserin, den einen jungen Leser, die oder der später vielleicht mal den Unterschied macht. Und für die anderen natürlich auch. 😉

Was ist die treibende Kraft, auch weiterhin was mit Kinderbüchern zu machen?
Da gibt es nur eine Antwort: Es macht mir unglaublich viel Spaß für Kinder zu schreiben und ihnen auf Lesereisen aus meinen Büchern vorzulesen. Ich könnte mir im Augenblick nichts anderes vorstellen, was ich lieber tun würde. Und seit einigen Jahren habe ich das große Glück, auch nichts anderes mehr tun zu müssen.

Wie begeistern Sie potenzielle Nichtleser für das Buch?
Durch spannende und lustige Geschichten, oft mit großartigen Illustrationen und Comics meines Freundes und Lieblingszeichners Heribert Schulmeyer.

Was macht für Sie ein gutes Kinderbuch aus?
Ein gutes Kinderbuch ist ein Buch, das von Kindern gelesen wird. Punkt. Ich bemühe mich aber, immer noch eine zweite Humorebene für die vorlesenden Erwachsenen einzubauen. Die Kinder verzeihen das großzügig und die Eltern sind dankbar. Das weiß ich als vorlesender Vater nur zu gut.

Wie hat sich Ihre Arbeit mit fortschreitender Digitalisierung verändert?
Gar nicht, also fast nicht. Ich verplempere nur wahnsinnig viel Zeit im Internet und frage mich, was die Autoren in der vordigitalen Zeit zur Ablenkung gemacht haben. Wahrscheinlich überhaupt nichts, aber dafür dicke Wälzer wie „Krieg und Frieden“ geschrieben.

Welche sozialen Netzwerke nutzen Sie und warum?
Instagram (ruedigerbertram), weil das plötzlich alle machen, obwohl ich das Netzwerk noch nicht richtig verstehe und mein Account gerade gehackt wurde, und Facebook (kinderbuchautorrüdigerbertram), weil ich die kurze Form des Oneliners liebe und dort auch ein bisschen über meine Arbeit und meine Reisen erzählen kann. Außerdem folge ich auf FB den Eskapaden meiner Lieblingsbibliothekarin Frau Müller-Liebelein.

Mit welchem Kinderbuchmenschen sollten wir dieses Interview unbedingt mal führen?
Mit Alan Alexander Milne, dem Autor meines Lieblingskinderbuchs „Pu der Bär“. Wenn du das hinkriegst, liebe Steffi, das wäre echt super.

Das Titelfoto entstand vor der Lesung aus „Der Pfad“, die anlässlich der Ausstellung „Bücher für die Menschlichkeit“ am 22. September in Solingen stattfand.

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