Bücher für die Menschlichkeit

Bücher für die Menschlichkeit

Die Stadtbibliothek Solingen zeigt in einer Ausstellung bis Ende November knapp 100 Kinder- und Jugendbücher, deren Inhalt sich stark macht für Frieden, Freiheit und Toleranz.

Eigentlich sollte dies ein Beitrag über die Ausstellungseröffnung „Bücher für die Menschlichkeit“ werden, die anlässlich des 100. Geburtstages von Hans Scholl Ende September in der Stadtbibliothek Solingen stattfand. Ein Beitrag darüber, wie wir als Betty-Reis-Gesellschaft versuchen, unseren Teil dazu beizutragen, dass Menschen nicht vergessen sind und Taten sich nicht wiederholen. Allerdings war meine Kollegin Daniela Tobias schneller, und ihrem ausführlichen und sehr lesenswerten Beitrag auf der Webseite der Gesellschaft ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Oder doch?

„Steffi, schreib mehr über Bücher, das ist dein Metier.“

So lautete der Tipp meiner Kollegin und so ganz unrecht hat sie damit ja nicht. Bücher sind aus meinem Leben nicht wegzudenken, sie sind kurzweilige Alleinunterhalter, ratgebende Begleiter, großer Teil meines Berufs und zieren als Tattoo seit einigen Monaten sogar meinen Unterarm.

Bücher und ihre Geschichten erklären uns häufig die Welt, oft auch zwischen den Zeilen. Ich halte sie für die besten Türöffner, sicherlich auch ein Grund dafür, dass ich mit Liebe und Leidenschaft Kinderbuchfrau bin. Deshalb hat es mich natürlich besonders gefreut, dass die Betty-Reis-Gesellschaft als erste große Amtshandlung Bücher für Kinder und Jugendliche im Wert von 1.000 Euro spendet, die das Verständnis für Frieden, Freiheit und Toleranz fördern.

Ein kleiner Ausschnitt der Ausstellung „Bücher für die Menschlichkeit“

Bücher für die Menschlichkeit

Die Bücher für die Menschlichkeit (eine PDF-Liste kann HIER gerne heruntergeladen werden) setzen sich aus nahezu gleichen Teilen Kinder- und Jugendbüchern zusammen, die nach Ausstellungsende in die Schulbibliotheken der Solinger Grundschule Bogenstraße und der Geschwister-Scholl-Schule wandern, um dort für die pädagogische Arbeit genutzt zu werden.

Natürlich hatten wir Organisator*innen bei der Auswahl der Titel auch einige Lieblingsbücher im Visier, aber bei rund 8.000 Neuerscheinungen im Bereich Kinder- und Jugendbuch pro Jahr kann man nicht annähernd alles kennen, und so fragte ich auf Facebook die gesammelte Schwarmintelligenz nach Buchtipps. In 57 Kommentaren bekam ich weit mehr als 100 Titel genannt. Danke auch noch einmal an dieser Stelle dafür.

Das Spannende dabei war, dass sich so mancher Tipp erst beim zweiten Blick als bestens für unsere Liste geeignet entpuppte. Denn häufig offenbart erst das genaue Hinschauen und „Abtasten“ einer Geschichte seine eigentliche Botschaft. Zudem ist es eine große schriftstellerische Leistung, Werte zu vermitteln und neugierig zu machen, ohne dass dies bemüht erscheint oder die Leser gar von der pädagogische Keule „erschlagen“ werden. So steckt in vielen handfesten Abenteuerromanen und manchen humorvollen Erstlesegeschichte zwischen den Zeilen viel mehr als man zunächst vermuten würde.

Bücher öffnen Welten

„Lesen ist Denken mit fremdem Gehirn.“, sagte der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges. Die Kinder und Jugendlichen (und wir Erwachsene selbstverständlich auch) sehen beim Lesen die Welt mit den Augen anderer. Wir erhalten Einblicke in das Leben und Denken realer oder fiktiver Personen, schärfen den Blick, werden neugierig, entwickeln Empathie und müssen dafür im Zweifel noch nicht einmal das Sofa verlassen.

Das Leben ist bunt und vielfältig, und es lohnt sich, dafür entschieden einzutreten, für Frieden, Freiheit und Toleranz!

Es lebe die Freiheit!
Hans Scholl

Noch ein Wunsch. Oder auch zwei oder drei.

  • Ich freue mich, wenn ihr mir in den Kommentaren eure Bücher für die Menschlichkeit empfehlt.
  • Die Betty-Reis-Gesellschaft freut sich über neue Mitglieder, aktive genauso wie passive.
  • Selma Wels vom Binooki Verlag in Berlin hat das Projekt #vielfaltdurchlesen ins Leben gerufen. Hier kann jeder bei der buntesten Literaturliste Deutschlands mitwirken.
  • Und auch die vielen bibliophilen Instagrammer setzen mit dem Hashtag #bookstagrammergegenrechts ein Zeichen.

 

  1. Es lebe die Freiheit! Es lebe das Buch! Es lebe die Freiheit, jedes Buch der Welt lesen zu dürfen.

  2. Für mich beginnt Menschlichkeit mit guten Gefühlen, den nur so kann ich gemeinsam Menschlichkeit leben. Eins dieser Bücher dazu ist von Barbara Fredrickson „Die Macht der guten Gefühle“.
    Über 20 Jahre lang hat sie die Bedeutung positiver Gefühle erforscht und viele bahnbrechende Erkenntnisse gewonnen. Der Dalai Lama lud sie persönlich ein, damit sie ihm von den Ergebnissen ihrer Studien berichten konnte.
    „Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen, und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat.“ sagte bereits Helen Hayes.
    Danke sagt Daniela

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