10 Fragen an Jutta Nymphius

Uns alle verbinden gute Geschichten und die Leidenschaft, Kinder und Jugendliche für diese zu begeistern. Im Rahmen der Bücherkinder-Interview-Reihe möchte ich diese Menschen vorstellen.

© Privat

Wer sind Sie und wie sieht Ihre Arbeit mit Kinderbüchern aus?
Mein Name ist Jutta Nymphius und ich arbeite seit über 20 Jahren in der Kinderbuchbranche, zunächst als Lektorin und Übersetzerin, inzwischen ausschließlich als Autorin. Außerdem bin ich zusammen mit meiner hochgeschätzten Kollegin Stefanie Taschinski Ansprechpartnerin der Elbautoren; gemeinsam versuchen wir, dort die Fäden zusammenzuhalten.

Wie würden Sie sich aktuell in drei Hashtags (#) beschreiben?
#mitdemkopfdurchdiewand #lautimleben #leiseimbuch

Welches Buch liegt derzeit ganz oben auf Ihrem Nachttisch und warum?
Ferdinand von Schirach, „Kaffee und Zigaretten“. Ich mag seine schnörkellose und direkte Art des Erzählens. Über Kunst sagt er: „In der Schule lernen wir, Literatur, Theater und bildende Kunst seien dann bedeutend, wenn nur wenige sie noch verstehen. Das Komplizierte, so wird uns gesagt, sei das Wertvolle. Aber das ist Unsinn. In Wirklichkeit ist das Einfachste das Schwierigste.“ Ich glaube, da ist ziemlich viel dran.

Wie beeinflusst Ihre Arbeit mit bzw. für Kinder und Jugendliche Ihre Sicht auf die heutige Gesellschaft und unsere Welt?
Gewaltig! Kinder aufzuziehen und/oder mit ihnen zu arbeiten, ist doch eine Art Psychotherapie. Durch die Konfrontation mit oft unverstellten Ängsten, Verletzungen, Hoffnungen und Glücksgefühlen ist man ganz nah dran an dem, was wirklich wichtig ist. Meine Werte und damit auch die Themen meiner Bücher haben sich dadurch sehr geändert. Außerdem werde ich immer wieder neu daran erinnert, dass ich mich nicht einfach davonstehlen darf, sondern eine Verantwortung gegenüber denen habe, die nach mir kommen.

Was ist die treibende Kraft, auch weiterhin was mit Kinderbüchern zu machen?
Um es in Abwandlung des bekannten Mops-Zitats von Loriot zu sagen: Ein Leben ohne Kinderbücher ist möglich, aber sinnlos.

Wie begeistern Sie potenzielle Nichtleser für das Buch?
Indem ich versuche, meine Lesungen so lebendig und spannend wie möglich zu gestalten. Denn oftmals sind die Nichtleser ja diejenigen, die noch nie wirklich an Bücher herangeführt wurden, denen man noch nie gezeigt hat, welche Magie zwischen zwei Pappdeckeln steckt. Autorenlesungen sind daher ein sehr wichtiger Teil der Leseförderung, glaube ich.

Was macht für Sie ein gutes Kinderbuch aus?
Eine gute Geschichte, die den Leser bannt und es gleichzeitig schafft, in die Tiefen seiner unbewussten Emotionen vorzudringen und dort einen Anknüpfungspunkt, und sei er noch so klein, zu ihm zu finden. Das gilt im Übrigen genauso für Erwachsenenbücher oder für jede Form von Kunst überhaupt, glaube ich. Letztendlich suchen wir in jedem Kunstwerk doch immer nur uns selbst, sonst funktioniert es nicht.

Wie hat sich Ihre Arbeit mit fortschreitender Digitalisierung verändert?
Sie ist natürlich einfacher und schneller geworden. Früher, als Lektorin, habe ich tatsächlich noch die Manuskripte auf Papier zugeschickt bekommen, sie dann, zum Teil mit Hilfe von Schere und Kleber, redigiert, kopiert und wieder zur Post gebracht.
Gleiches gilt für meine eigenen Texte heute. Ich bin nämlich jemand, der gefühlt fünfzigtausendmal jeden Satz dreht und wendet, umschreibt und neu formuliert. Auf Papier wäre das die reinste Katastrophe.

Welche sozialen Netzwerke nutzen Sie und warum?
Damit tue ich mich ziemlich schwer. Wie viele meiner Kolleg*innen bin ich auf Facebook, um mich austauschen zu können, aber auch das nutze ich nur wenig. Instagram ist schon mal gar nichts für mich, ich bin ein absoluter Wortmensch, mache nicht mal im Urlaub Bilder, und mit den Twitter-Infoshots kann ich auch nichts anfangen. Digital komme ich also als ziemlicher Muffel rüber, fürchte ich, aber eigentlich bin ich ganz anders, ich schwöre!

Mit welchem Kinderbuchmenschen sollten wir dieses Interview unbedingt mal führen?
Es sind hier ja schon sehr viele wunderbare Kolleg*innen zu Wort gekommen. Aber natürlich gibt es noch so viele mehr, darunter auch unentdeckte Perlen! Bei der Suche hilft vielleicht schon ein Blick auf die HP des „Bundeskongress Kinderbuch“  oder natürlich auf unsere Elbautorenseite!


Webseite von Jutta Nymphius
Titelbild: © Elbautoren

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