Meine Momo-Lesekiste

Alles fing an meinem 9. Geburtstag an. Ich bekam von einer meiner Freundinnen ein Buch geschenkt. Dieses Buch hieß „Momo“. Was mir direkt gefiel als ich das Buch in der Hand hielt, war die Schildkröte auf dem Titelbild. Und das war wahrscheinlich genau der Grund dafür, dass meine Freundin mir dieses Buch geschenkt hatte. Ich habe nämlich auch eine Schildkröte als Haustier. Man könnte vielleicht denken „Momo? Wie langweilig“. Das dachte ich auch. Als ich aber mit dem Lesen angefangen hatte, musste ich feststellen, dass ich mich total geirrt hatte. Schon nach den ersten paar Seiten konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen, so spannend war es für mich. Das Buch habe ich mit Begeisterung zu Ende gelesen.

Eines Tages erzählte uns unsere Klassenlehrerin, dass wir ein neues Projekt haben; und zwar eine Lesekiste. Dabei sollte es um eine Vorstellung unseres Lieblingsbuches gehen. Für die bessere Darstellung sollte ein Schuhkarton bemalt, dekoriert und geschmückt werden. Erlaubt waren noch Figuren, die zur Geschichte passen. Auch mit Knete dürfte gebastelt werden. Man dürfte seiner Fantasien freien Lauf lassen. Wichtig war, das Buch beziehungsweise die Geschichte so lebendig wie möglich der Klasse darzustellen.

Armita mit ihrer Momo-Lesekiste

Mir war sofort klar, welches Buch ich für meine Lesekiste nehmen würde: natürlich „Momo“. Am Anfang hatte ich keine Idee, wie ich eine Ruine eines Amphitheaters, wo Momo lebt, basteln könnte. Nach vielen Versuchen hatte ich den Entschluss gefasst. Ich hatte genug Material gesammelt und legte los. Meine Lesekiste wurde immer bunter und voller. Auch die Beschreibungskarteikarten hatte ich geschrieben und eine Zusammenfassung für die Präsentation in der Klasse mit meiner Mutter geübt.

Meine Präsentation lief eigentlich ganz gut, nur ein einziges Mal verlor ich den roten Faden aber zum Glück habe ich gerade noch die Kurve gekriegt. Ich habe mich nicht nur über den Applaus meiner Mitschülerinnen und Mitschülern gefreut, sondern viel mehr über meine Note 1, die ich von der Lehrerin bekam.

Michael Ende bin ich dankbar, nicht nur, weil er mir geholfen hat den Klassenbesten zu besiegen, und auch nicht aufgrund unseres gemeinsamen Interesses an Schildkröten, sondern weil er ein tolles Buch geschrieben hat, was mich mehr als ein Jahr begleitet hat.

Momo

Kinderbuch ab 12
von Michael Ende
Thienemann 2005

Momo ist ein kleines Mädchen, das eine außergewöhnliche Gabe hat. Sie kann den Menschen gut zuhören und ihnen Zeit schenken. Sie lebt in einer Ruine eines Amphitheaters. Momo besitzt nur das, was sie findet oder geschenkt bekommt. Eigentlich läuft ihr Leben gut. Sie hat alles, was sie fürs Leben braucht und auch das Wichtigste; viele Freunde mit denen sie gerne spielt. Doch auf einmal tauchen die grauen Herren auf. Sie wollen die Zeit der Menschen klauen, denn nur so können sie existieren. Momo ist die Einzige, die die dunkle Macht der Zeitdiebe noch stoppen kann. Um ihre Freunde für sich zu gewinnen, geht sie auf ein Abenteuer und gleichzeitig eine gefährliche Reise, in der sie böse und gute Seelen kennenlernt.

Das Titelbild sieht sehr spannend aus und der Klappentext hörte sich auch gut an. Praktisch am Buch finde ich das Lesebändchen. Die Schrift des Buches ist gut lesbar. Das Buch ist in drei Teile (Kapiteln) gegliedert. Im ersten Teil werden Momo und ihre Freunde, im zweiten die grauen Herren und im dritten die Stundenblumen vorgestellt. Positiv bei solchen Gliederungen finde ich, dass nicht alle Charaktere auf einmal in der Geschichte auftauchen, sondern eher nach und nach. Dadurch bekommt man das Gefühl, dass immer wieder neue Türen aufgehen und immer wieder etwas Neues zum Vorschein kommt. Das Buch hat zwar wenige Bilder, aber das sehe ich nicht unbedingt als Nachteil. Weil die Leser des Buches ihrer Fantasie freien Lauf lassen können.

Das Buch wurde sehr fantasievoll und spannend geschrieben. Nicht nur, weil das Buch viele Seiten hat, sondern auch wegen komplizierten Situationen, die manchmal nicht leicht nachvollziehbar sind, hat es für mich länger als sonst gedauert, das Buch zu Ende zu lesen. Trotzdem habe ich dieses tolle Buch mehrmals gelesen, ohne davon genug zu bekommen.

Dem Buch gebe ich die volle Sternezahl, nämlich fünf von fünf möglichen Sternen und möchte das nochmal wiederholen, dass Momo geschafft hat, eines der schönsten Bücher zu werden, die ich je in meinem Leben gelesen habe.

Armita Poursohi (10) aus der Kinder- und Jugendredaktion

Armita ist 10 Jahre alt und seit zwei Jahren Mitglied des Buecherkinder-Teams. Jede freie Minute nutzt sie, um Bücher zu lesen. Michael Ende gehört zu ihren Lieblingsautoren. Auch auf der Bühne fühlt sie sich wohl. Sie spielt Theater,  tanzt in einem Verein und spielt gerne Klavier. Die Geschichten geben ihr die Möglichkeit, sich auf verschiedenen Bühnen in die Rollen anderer hineinzuversetzen. In diesem Moment fühlt sie sich wie ihre Lieblingsfigur aus dem eigenen Phantasieroman.

Beitragsbild: Armita Poursohi

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