Unsere Eselsohren im Juli

Die monatlich in der Eselsohr erscheinenden (Hör-)Buchtipps aus der Kinder- und Jugendredaktion gibt es hier zum Nachlesen.

Auf Seite 34 der Zeitschrift Eselsohr gibt es im Juli folgende Buchtipps:
Paula (13): Mitten im Dschungel
Nicole (9): Dieser verfluchte Baum
Mattes (12): Mitternachtstür
Hannah (9): Die unglaublichen Untaten des Bermudadreiecks
Veit (9):  Robin Hood Hörspiel

Und da unsere Zeichenanzahl natürlich begrenzt ist, gibt es unterhalb der Printansicht nochmal alle Buchtipps in ungekürzter Version nachzulesen.

„Mitten im Dschungel“ von Katherine Rundell ist ein spannendes Abenteuerbuch, in dem es um den Urwald, ums Überleben und um Freundschaft geht.
Nachdem vier Kinder in einer Propellermaschine abstürzen und im Gegensatz zum Piloten überleben, sind Fred, Con, Lila und ihr kleiner Bruder Max plötzlich allein und auf sich gestellt, mitten im tiefen Dschungel. Sie kommen notdürftig mit wenigen Tieren und Früchten als Essen aus, aber sie kennen sich im Dschungel nicht aus und wollen nach Hause. Auf dem Weg treffen die Kinder einen früheren Piloten, der in einer alten, zerfallenen, noch unentdeckten Stadt wohnt und die Kinder bei sich aufnimmt. Zuerst ist er ein bisschen griesgrämig, doch mit der Zeit gewinnt er die Kinder lieb und zeigt ihnen Überlebenstechniken für den Heimweg. Am Schluss kommt alles ganz plötzlich: Max wird von Ameisen gebissen, deren Bisse tödlich enden können. Jetzt muss es schnell gehen! Wie kommen sie nach Hause?
Dieses Buch empfehle ich Jungs und Mädchen ab 12 Jahren, die sich für Abenteuer und den Dschungel interessieren. Es hat eine angenehme Schriftgröße und das Cover ist sehr hübsch gestaltet. Der Klappentext ist wie das ganze Buch spannend und passend zur Geschichte geschrieben. Ich finde den Aufbau der Freundschaft zwischen den Kindern schön, denn durch den Flugzeugabsturz wachsen die vorher noch oft streitenden Fred, Con, Lila und Max immer mehr zusammen. Das Buch „Mitten im Dschungel“ ist inhaltlich sehr ähnlich wie die Buchreihe „Survival“ von Andreas Schlüter, in der es auch darum geht, wie sich Kinder nach einem Flugzeugabsturz im Dschungel durchschlagen müssen. In „Survival“ wird das Ganze noch etwas realistischer dargestellt, d.h. die Kinder sind noch mehr auf sich gestellt, da sie weniger Hilfe von anderen Menschen bekommen. Trotzdem zieht das Buch einen in den Bann und ich würde es sofort weiter empfehlen. Ich vergebe diesem gelungenen Buch 5 verdiente Sterne.
Katherine Rundell: Die nahezu unerschrockenen 5
(Aus dem Englischen von Henning Ahrens, Carlsen 2019, ab 11)

In dem Buch „Dieser verfluchte Baum“ von Martina Wildner geht es um den Jungen Hendrik und seine Freundin Ida, die einem Aberglauben im Dorf auf den Grund gehen. Dieser besagt, dass die Fichte im Gschwendnerwald verflucht ist. Das glauben die Dorfbewohner, weil in seiner Nähe schon vier Leute gestorben sind. Der Junge Hendrik hat Angst selbst Opfer zu werden, denn er weiß seit Kurzem überraschenderweise nicht nur sehr viel über Bäume, sondern hat auch seltsame Unfälle. Muss er auch sterben?
Das Titelbild ist schön gestaltet, aber vor allem der Titel hat mich neugierig gemacht. Über Bäume erfährt man zwar nichts, dafür ist es schön gruselig und fesselnd geschrieben, die Spannung steigert sich bis zum Schluss und die Geschichte nimmt ein überraschendes Ende. Sie wird von Hendrik selbst erzählt und ich konnte mich gut in ihn hineinversetzen. Das einzige Bild im Buch ist auf dem Cover. Es hat 303 Seiten und 23 Kapitel mit Überschrift und eignet sich für Kinder zwischen 8-10 Jahren. Ich gebe ihm 5 Sterne.
Martina Wildner: Dieser verfluchte Baum
(Beltz & Gelberg 2019, ab 11)

Als Gran mit seiner Familie nach Carousel zieht, in der Hoffnung, dass sein Vater dort einen Arbeitsplatz findet, geschehen dort seltsame Dinge. In der Schule fällt es gar nicht auf, dass er neu ist; niemand spricht ein Wort mit ihm und die anderen Schüler sprechen auch nicht miteinander. Außerdem stürzen Häuser plötzlich ein. Und dann ist da noch dieses merkwürdige Mädchen aus seiner Klasse, Catalina. Eines Tages will er ihr folgen und sie verschwindet plötzlich in einem Berg. Dort, wo vorher eine Tür war, ist jetzt nur noch der Berg, Gras und Erde. Gran versucht die Wahrheit aus Catalina herauszuquetschen. Das ist nicht ganz einfach, aber so allmählich werden ihm die Zusammenhänge klar. Wer sind die Hollows, die am Einsturz der Häuser Schuld haben sollen? Werden Catalina und Gran die Stadt retten können und vor dem Untergang bewahren?
Mir gefällt gut, dass man Stück für Stück mehr von der Geschichte und dem Namen der Stadt erfährt. Es ist wie ein Puzzle, das sich immer mehr zusammenfügt. Gran erfährt im Laufe des Buches immer mehr, muss die Geheimnisse bewahren und muss immer wieder seinen Mut beweisen. Es tauchen in dem Buch auch zwei Politiker mit unterschiedlichen Meinungen auf.
Es ist ein vielfältiges Buch; die Stadt, Politik, kleine Demonstrationen, Grans Familie, Catalina und die Hollows spielen dabei eine wichtige Rolle. Dies macht das Buch so besonders, weil alles zusammenhängt.
Jedes Kapitel hat ungefähr nur drei Seiten. Das habe ich vorher in keinem anderen Buch gehabt. Insgesamt hat es 365 Seiten. Man hätte auch einige Kapitel zusammenfassen können, aber vielleicht mögen manche Kinder dieses Buch so lieber lesen, weil sie schnell ein Kapitel geschafft haben 😉
Ich vergebe 4 Sterne. Es ist ein richtig tolles Buch. Ich wüsste auch nicht, wie man es hätte spannender schreiben können, aber man kann es auch mal zur Seite legen und später weiterlesen, deshalb bekommt es keine fünf Sterne.
Dave Eggers: Mitternachtstür
(Aus dem Englischen von Ilse Layer, Fischer Sauerländer 2018, ab 10)

Das Buch „Die unglaublichen Untaten des Bermudadreiecks“ von Kari Ehrhardt hat 186 Seiten und ist in 20 Kapitel unterteilt. Es gibt auch einige Schwarz-Weiß-Zeichnungen im Buch.
Die Geschichte handelt von Lennard, der einen hochbegabten kleinen Bruder hat. Das ist Linus Breitenbach. Er bildet sich alle möglichen Krankheiten ein und geht Lennard deshalb auf die Nerven. Außerdem hat Lennard eine Mutter, die das gesamte Privatleben der Familie auf ihrem Blog im Internet veröffentlicht. Natürlich schreibt sich nichts Schlechtes, sondern alles soll toll und schön wirken. Das macht Lennards Leben sehr anstrengend.
Als Linus eines Tages verkündet, dass er ein Detektivbüro eröffnen will, bleiben aber die Fälle aus. Damit die Sommerferien gerettet werden, gibt es für Lennard keine andere Möglichkeit, als selbst Verbrecherboss zu werden. Das Verbrechen sollte so interessant sein, dass die Zeitung darüber berichtet und Linus eifrig ermitteln kann. Trotzdem sollte niemand dabei zu Schaden kommen, denn das könnte Lennard nicht ertragen. Also sucht er sich erfahrene Unterstützung:
Mathilde, die am liebsten Krimis liest, in der Klasse aber nicht gemocht wird, Justin Schulze, der immer am Spielplatz herumlungert und schon mal bei der Dokumentation „Brennpunkt Kids am Abgrund“ im Fernsehen war und die von Frau Breitenbach am liebsten verheimlichte Oma der Familie, die Lennard „Glitzer Oma“ nennt. Den Spitznamen hat sie, weil sie im 1 Euro Shop arbeitet und dort sehr gerne für sich einkauft. Sie lebt zusammen mit ihrem Lebensgefährten Uwe, der die Verbrecherorganisation ebenfalls unterstützt.
Obwohl Lennard, Mathilde und Justin (das Bermudadreieck) völlig unterschiedlich sind, haben sie unglaublich spannende und lustige Sommerferien zusammen. Damit hätte keiner der Drei gerechnet.
Die Verbrechen, die die Drei geplant haben, fand ich unheimlich lustig. Ganz besonders witzig war ihre Verkleidung, die sie sich als Tarnung für ihre Aktionen überlegt haben. Da es Faschingskostüme waren, fielen die drei Ferien-Verbrecher damit eher auf. Die lustige Verkleidung sieht man auch auf dem Titelbild des Buches. Ein lustiges Detektivbuch für die Ferien. Ich habe viel gelacht und gebe dem Buch 5 Glitzer-Sterne!,
Kari Erhardt/Catherina Westphal (Illu.): Die unglaublichen Untaten des Bermudadreiecks
(Carlsen 2018, ab 9)

Robin Hood, wer kennt sie nicht, die Geschichte des Retters der Armen, er nimmt es von den Reichen und gibt es weiter. Das Hörspiel erzählt, wie aus Robin von Lockley Robin Hood wird, wie er seine Gefährten findet, Maid Marian kennenlernt und dem Sheriff von Nottingham auf der Nase rumtanzt. Zusammen retten sie Menschen vor dem Tod und helfen, wo sie können.
Auf dem Cover sieht man Robin Hood in einer coolen Zeichnung, den Forest und eine Kutsche.
Der Sprecher Andraes Fröhlich ist Alan a Dale, ein Barde, ein Sänger und Geschichtenerzähler. Aber auch andere Sprecher kommen zu Wort und die Stimmen passen alle richtig gut zusammen. Im Inlet gibt es eine interessante Zusammenfassung von Informationen über Robin Hood. Cool finde ich, dass Wissenschaftler versuchen heraus zu bekommen, ob es Robin Hood wirklich gab!
Die CD mit einer Länge von ca. 79 Minuten ist so toll gemacht, dass ich mitten drin war im Sherwood Forest. Ich finde Robin Hood total gut, weil er den armen Menschen geholfen hat, auch wenn er gestohlen hat, finde ich das in seinem Fall nicht schlimm. Ich gebe dem Hörbuch 5 von fünf Sternen.
Birge Tetzner: Robin Hood
(Erzählt von Andreas Fröhlich, Ultramar Media 2018, ab 8)

 

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