10 Fragen an Sandra Niebuhr-Siebert

Uns alle verbinden gute Geschichten und die Leidenschaft, Kinder und Jugendliche für diese zu begeistern. Im Rahmen der Bücherkinder-Interview-Reihe möchte ich diese Menschen vorstellen.

Wer sind Sie und wie sieht Ihre Arbeit mit Kinderbüchern aus?
Ich heiße Sandra Niebuhr-Siebert und bin Professorin für Sprachpädagogik und Erzählende Künste an der Clara Hoffbauer Fachhochschule in Potsdam. Ich liebe Kinderbücher und bringe Studierenden bei, gute Kinderbücher zu erkennen und mit diesen in ihren pädagogischen Einrichtungen zu arbeiten. Zudem unterstütze ich den Leipziger Lesekompass, indem ich eine Kinderjury dabei begleite Bücher auszuwählen, die Kinder mit Sicherheit gern lesen. Und ich leite die KIMI-Jury an. Kimi – das Siegel für Vielfalt in Kinder- und Jugendbüchern.

Wie würden Sie sich aktuell in drei Hashtags (#) beschreiben?
#neugierig #lesebegeistert #herzlich

Welches Buch liegt derzeit ganz oben auf Ihrem Nachttisch und warum?
Spinster Girls – Was ist schon typisch Mädchen. Von Holy Bourne. Ich habe dazu eine Rezension geschrieben und was soll ich sagen: ich bin begeistert.

Wie beeinflusst Ihre Arbeit mit bzw. für Kinder und Jugendliche Ihre Sicht auf die heutige Gesellschaft und unsere Welt?
Ich bin begeistert von der jungen Generation, ihre kritische politische Haltung und ihrer Liebe zum Erhalt unseres Planeten. Ich setze mich für eine neue Lernkultur ein und denke, dass es unsere Aufgabe als Erwachsene und PädagogInnen ist, Kinder neugierig und selbstdenkend bleiben zu lassen. (Stichwort: pioneers of education, oder auch LOA – Lernen ohne Aufgaben)

Was ist die treibende Kraft, auch weiterhin was mit Kinderbüchern zu machen?
Ich fühle mich durch fast jedes neue Kinderbuch sehr beschenkt. Irgendwann saß ich mal an meinem Schreibtisch und dachte mir, es müsste in diesem Land einen Job geben, der muss nicht mal gut bezahlt sein, bei dem jedes neu erschienene Buch gelesen werden muss. Sollte es so einen Job geben, ich hätte ihn gern.

Wie begeistern Sie potenzielle Nichtleser für das Buch?
Ich erzähle von Büchern, die mich begeistern. Das steckt an.

Was macht für Sie ein gutes Kinderbuch aus?
Es muss mich verzaubern, berühren, mich zum Staunen bringen oder dazu, dass ich mich verliebe.

Wie hat sich Ihre Arbeit mit fortschreitender Digitalisierung verändert?
Das E-Book ist dazu gekommen. Ich lese auf Reisen gern E-Books, die sind schön leicht. Zuhause aber ruhen meine Augen lieber auf Papier.

Welche sozialen Netzwerke nutzen Sie und warum?
Facebook, gelegentlich Instagram, Linkedin noch nicht

Mit welchem Kinderbuchmenschen sollten wir dieses Interview unbedingt mal führen?
Mit Ullrich Maske, er hat sein Herz am rechten Fleck und engagiert sich im Jumbo-Verlag. Macht einfach ganz wunderschöne Hörbücher für Kinder. Oder mit Frank Kühne vom Carlsen-Verlag, ich kenne kaum einen engagierteren Buchmenschen. Von ihm habe ich über Kinderbücher viel gelernt. Oder mit Sonja Matheson vom Bao-Bab-Verlag. Wenn jemand es schafft Geschichten aus aller Welt auf den deutschsprachigen Markt zu bringen – dann sie. Oder mit Mariella Nagele, sie leitet in Berlin die internationale Buchhandlung – Mundo Azul. Zu gern würde ich in dieser Buchhandlung mein Nachtlager aufschlagen und mich in ihre Bücherwelten betten.


Titelbild: © Privat

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