Unsere Eselsohren im Dezember

Auf Seite 30 der Zeitschrift Eselsohr gibt es im Dezember folgende Buchtipps:
Noah (16): I have a dream
Paula (13): Erebos 2
Leyla (13): Drei Schritte zu dir
Ole (10): Banditen-Papa
Flavia (12): Alles nur aus Zuckersand

Und da unsere Zeichenanzahl natürlich begrenzt ist, gibt es unterhalb der Printansicht nochmal alle Buchtipps in ungekürzter Version nachzulesen.

Die Geschichte vom Leben und Wirken des wohl bekanntesten Amerikaners. Ich begleite seinen gewaltlosen Widerstand, seinen friedlichen Protest gegen die Rassendiskriminierung in Montgomery und dem gesamten Süden. Seine berühmteste Rede vor über 250.000 Menschen vor dem Lincoln Memorial in Washington D.C. am 28. August 1963 darf natürlich auch nicht
fehlen. Der Tag seiner Ermordung, der 04. April 1968, fast das Ende des Buches, der Epilog ist sehr zeitnah und lesenswert!
Alois Prinz hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Ich habe die Biografie aufgesogen und bin begeistert davon, dass das Buch soviel aussagt, ohne kompliziert zu sein. Was für mich zu einem Aha-Moment führte, war, dass die Menschen damals schon alles getan haben, um Martin Luther King einzuschüchtern, indem von den Oberhäuptern wissentlich Lügen verbreitet wurden. Es wurden Fotos manipuliert, das FBI um dessen Chef Edgar Hoover erfand Skandalgeschichten, um Martin Luther King zu schaden und somit zu stürzen. Nichts anderes passiert im Internet  heute jeden Tag! Er werden Bilder gefälscht, es werden Lügen als Wahrheit verkauft und alle nehmen es hin, so wie „damals“, und wenn man weiter überlegt, recherchiert, sieht man, dass es mit den Jahren immer schlimmer, immer aggressiver wurde und die hochgeachtete Meinungsfreiheit, eins unserer Grundrechte, immer mehr leiden muss. Meinungsfreiheit ist subjektiv und hat auch einige Einschränkungen, wobei “ Schutz gegen Beleidigung oder Verleumdung“ die wenigsten interessiert.
Zum Schluss dieses 5-Sterne-Buches noch eine kurze Stelle aus dem Epilog, in der Hoffnung, dass ihr ihn versteht und dananch handelt!

„Dass fremdes Leid uns bewegt und wir Abhilfe schaffen wollen, das ist für King nur dann möglich, wenn wir akzeptieren, dass alle Menschen gleichberechtigt „Gottes Kinder“ sind. Oder mit anderen Worten: dass sie eine unendliche Würde besitzen. Wer das glaubt, für den muss es unerträglich sein, Menschen in Elend zu sehen und zu wissen, dass wir die Mittel haben, ihnen zu helfen.“ S. 234

Dein Leben war nicht umsonst!
Danke Martin Luther King, auf dass Du ewig Menschen zum Nachdenken und
weiterdenken bringst!
Alois Prinz: I have a dream
(Gabriel 2019, ab 13)

Erebos ist zurück! Doch diesmal kann man das Computerspiel nicht mehr so leicht umgehen, denn es hat die neuesten Technik-Tricks auf Lager. Das erfährt auch der 26-jährige Nick Dunmore, der ein ehemaliger Spieler ist. Erebos installiert sich bei ihm von selbst auf dem Handy und er hat keine Möglichkeiten es zu umgehen oder zu ignorieren. Erebos hat sich weiterentwickelt: Es spricht mit Nicks Stimme auf andere Mailboxen, schreibt Mails von seinem Handy aus und kündigt dadurch Termine und Mietverträge oder macht Beziehungen kaputt. Außerdem beobachtet das Spiel Nick durch die Webcam und verfolgt all seine Gespräche über die Spracherkennung mit. Das Gleiche passiert auch dem 16-jährigen Derek, der aber zum ersten Mal spielt und noch nicht weiß, wie gefährlich Erebos ist. Doch die Hauptfrage ist: Welches Ziel verfolgt Erebos diesmal in der realen Welt und wie kann man es besiegen?
Ich empfehle dieses Buch Mädchen und Jungs ab 12 Jahren. Das Cover ist sehr schön gestaltet und macht mit dem spannend geschriebenen Klappentext neugierig auf das Buch. Die Schriftgröße ist angenehm zu lesen und die Geschichte zieht einen wie beim ersten Band in seinen Bann, sobald man anfängt zu lesen. Es ist schön, als Leser wieder im Spiel drinnen zu sein und es ist sehr interessant, wie die Personen sich verändert und weiterentwickelt haben. Außerdem ist es spannend zu sehen, wie Nick und Derek unterschiedlich handeln und mit dem Spiel umgehen. Wie auch im ersten Buch ist es erschreckend und beeindruckend, wie sich die Technik auf das Leben auswirken kann. Ich empfehle auf jeden Fall, zunächst den ersten Band „Erebos“ zu lesen, denn so hat man hat man einen viel besseren Einstieg und Überblick. Insgesamt finde ich „Erebos 2“ toll geschrieben und vergebe 5 verdiente Sterne.
Ursula Posznanski: Erebos 2
(Loewe 2019, ab 14)

In dem Buch „Drei Schritte zu dir“ geht es um die 17-jährige Stella, welche unter Mukoviszidose, kurz Muko, leidet und seit ihrem sechsten Lebensjahr auf Krankenhäuser, Medikamente und Therapien angewiesen ist. Bei Muko handelt es sich um eine Lungenkrankheit, bei welcher die Lungenfunktion unter den gesunden Prozentwerten liegt. Oft hilft nur eine neue Lunge, auf die auch Stella hofft, bis ihr dann auch noch weitere Sorgen aufkommen: Will. Er kam neu in ihr vertrautes Krankenhaus und stellte Stellas Leben auf den Kopf. Während sie ums Überleben kämpft, möchte er los von all den Schläuchen und Abläufen – er möchte die Welt sehen. Die beiden kommen sich langsam näher müssen aber auf Grund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen immer zwei Meter Abstand von einander halten. Will leidet nicht nur wie Stella unter Mukoviszidose, sondern auch noch unter Burkholderia cepacia . Das schließt für Will die Chancen auf eine neue Lunge, aber auch den Kontakt zu Stella aus: Sollte er sie nur anhusten so könnte sie sterben. Auf wen werden sie hören die Ärzte oder ihren Herzen?
Die Geschichte ist aufgrund der Unvorhersehbarkeit der Charaktere sehr spannend und wirklich interessant. Beim Lesen habe ich oft gemerkt, wie leicht ich es doch eigentlich habe. Das Buch ist auch sehr lehrreich und klärt über eher unbekanntere Krankheiten auf. In der Schule habe ich beispielsweise immer gelernt, dass Lungentransplantationen nicht möglich seien, was sich aber mit Hilfe des Buches als fehlerhaft herausstellte. Immer wieder habe ich mich gefühlt, als ob ich die Geschichte selbst miterleben würde, was durch die Jugendsprache der Hauptfiguren und alltäglichen Marken wie Converse oder das benutzen von Social media, wie Instagram oder Youtube, noch einfacher wurde.
Das Buch hat 29 Kapitel und wird abwechselnd aus Stellas oder Wills Perspektive erzählt. Das finde ich wirklich gut, da Romanzen eher selten aus der Perspektive des Jungen geschrieben werden und weil man als Leser beide Sichten auf ein Geschehen bekommt. Somit wird klar, warum eine Person so handelt, wie sie es tut und nachvollziehbar. Viele Sätze beginnen mit „ich“ was die Perspektiven deutlich macht und ein Tagebuch-Feeling rüberbringt.
WhatsApp Nachrichten sind in einer anderen Schriftart geschrieben, welche außerdem etwas dicker gedruckt ist. Manche Worte werden auch schräg oder in Großbuchstaben gedruckt, welches dem Satz Betonung verleiht. Dadurch und mit Hilfe der lebendigen Sprache, welche durch viele Adjektive immer ein Bild vor Augen schafft, wird das Lesen nie langweilig.
Da die Handlung überwiegend in einem Krankenhaus spielt, waren mir manche Begriffe fremd. Größtenteils konnte ich mir diese aber mithilfe des Kontexts erschließen.
Ich habe das Buch in zwei Tagen durchgelesen und kann es als das beste Buch, welches ich je gelesen habe, bezeichnen. Auch hatte ich geplant den Film zu gucken, nur finde ich das Buch zu gut und möchte mir meine positiven Erinnerungen an die Geschichte nicht verderben. Es ist ein Buch, welches man bei sich im Bücherregal braucht und ich empfehle es für alle Geschlechter ab 13.  Keine Frage 5 Sterne und ein Keks! 😉
Rachael Lippincott, Mikki Daughtry, Tobias Iaconis: Drei Schritte zu dir
(Aus dem Englischen von Nina Frey, dtv 2019, ab 14)

Franks Papa Gilbert ist ein sehr berühmter Stock-Car-Rennfahrer. Mit seinem Mini namens Queenie mit der aufgemalten England-Flagge auf dem Dach gewinnt er jedes Rennen.
Doch eines Tages hat Gilbert einen schweren Renn-Unfall, bei dem er ein Bein verliert. Damit ist es aus mit seiner Karriere und Vater und Sohn haben kein Geld mehr, um zu überleben. Weil er Frank eine Rennbahn schenken will, verschuldet sich Gilbert schließlich. Er kann das Geld nicht zurückzahlen und gerät in große Schwierigkeiten. Eine Banditenbande zwingt ihn, das Fluchtauto bei einem Banküberfall zu fahren – Gilbert wird geschnappt und kommt ins Gefängnis.
Gelingt es Frank, seinen Papa aus dem Gefängnis zu holen und die wahren Räuber zu überführen?
Was für eine rasante Geschichte. Das Buch hat mich mit den tollen Erzählungen und Einfällen immer wieder zum Lachen gebracht. Außerdem machen die lustigen Bilder zusätzlich Spaß beim Lesen. Eine rundherum gelungene Geschichte, die 5 Sterne wirklich verdient hat. Zum Vorlesen eignet sich dieses Buch ab ca. 7 Jahren, zum Selbstlesen würde ich es ab 9 Jahren empfehlen.
David Walliams/Tony Ross (Illu.): Banditen-Papa
(Aus dem Englischen von Christiane Steen, Rowohlt 2019, ab 9)

Fred und Jonas sind unzertrennlich, doch dann stellt Jonas Mutter einen Antrag, um nach Westberlin zu ziehen. Die beiden Freunde lassen nicht zu, für immer getrennt zu werden. Also fangen sie am Grenzgebiet an, einen Tunnel in der alten Ziegelei zu graben. Nach Australien soll dieser führen, sodass Fred und Jonas sich wiedersehen können. Doch dann, als Fred in einer Sportschule in Potsdam zugelassen wird und Jonas in Westberlin lebt, wird alles viel komplizierter als erwartet.
Dieses Buch erzählt von einer unheimlich guten Freundschaft, die auch von einer Mauer nicht getrennt werden kann. Die Geschichte hat mir sehr gefallen, es ist interessant, wie fest die Menschen (z. B. Freds Papa) an der DDR-Seite an ihre Politik glauben und wie stark eine Mauer ein und das gleiche Volk verändern kann. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Fred aus der DDR erzählt, und es ist erstaunlich, dass er und die anderen Menschen auf seiner Seite der Mauer alle Spielzeuge, Fahrräder, Bücher in der BRD für besser als ihre eigene halten. Außerdem ist alles in der DDR sehr sehr streng, was Kontakt mit der BRD angeht. Man denkt, es sei ein ganz anderes Land, obwohl es nicht so ist. Heutzutage ist so was kaum vorstellbar.
Vorne im Buch ist eine Karte von Deutschland und eine kleinere von Berlin, als diese Stadt noch getrennt war, die die BRD und DDR anschaulich verdeutlichen. Das Coverbild ist sehr passend, es zeigt Fred und Jonas mit Spaten und Schaufel, die ihren Tunnel nach Australien graben. Mit 138 Seiten ist dieses ein kurzes aber tolles Buch, dem ich 5 wohlverdiente Sterne vergebe und das ich wirklich allen Lebewesen ab 12 Jahren empfehle.
Dirk Kummer: Alles nur aus Zuckersand
(Carlsen 2019, ab 10)

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