Monate: Januar 2015

Buchtipp: Das Schicksal der Sterne

Als dem Autor Daniel Höra 2012 die Idee zu seinem Roman „Das Schicksal der Sterne“ kam, konnte er vermutlich nicht ahnen, wie hochaktuell die Flüchtlingsthematik, der sich das Buch widmet, zum Erscheinungstermin sein würde. Angesichts von über 50 Millionen Flüchtlingen weltweit und einer Bewegung im Osten, die „Wir sind das Volk!“ ruft, aber etwas ganz anderes meint, kommt das neueste Werk von Daniel Höra genau zum richtigen Zeitpunkt. In seiner Geschichte lässt der Autor den aus Schlesien stammenden Karl auf Adib aus Afghanistan treffen. Lediglich den Wohnort Berlin und die Vorliebe für Astronomie scheinen die beiden zu teilen, was sonst sollten ein über 80-jähriger Mann und ein Jugendlicher aus dem Flüchtlingsheim schon für Gemeinsamkeiten haben? Doch Stück für Stück taucht der Leser in die Vergangenheit der Beiden ein und es wird bald klar, dass sie einen viel größeren gemeinsamen Nenner besitzen: Sie mussten beide aus ihrer Heimat fliehen, der eine vor 70 Jahren, der andere in unserer heutigen Zeit. Geschickt lässt Höra Szenen ihrer jeweiligen Flucht in die Berliner Handlung einfließen, mal finden wir uns …

Back to Backlist oder Die Buchwelt entschleunigen

In der Kinder- und Jugendliteratur gibt es pro Jahr etwa 8.000 Neuerscheinungen, die zweimal jährlich in den Vorschauen der Verlage präsentiert werden. Zur Zeit durchforste ich die Frühjahrsvorschauen 2015, die mich bereits weit vor Weihnachten zusammen mit den letzten Neuerscheinungen aus dem Herbst erreichten. Ich bin also eigentlich spät dran und vermute, dass der literarische Herbst schon fertig in den Schubladen der Verlage liegt und nur darauf wartet im Frühsommer auf meinem Schreibtisch zu landen. Halt!! – Stopp!! Dieses Vorschau-Neuerscheinung-Backlist-Ramsch-Karussell dreht sich einfach viel zu schnell. Kein Wunder, dass die Fliehkraft so manchen tollen Titel ungelesen an mir vorbei katapultiert. Aber was wird aus diesen wunderbaren Büchern vergangener Jahre? Viele von ihnen sind selbstverständlich noch lieferbar und die gedruckten Inhalte nach wie vor genauso empfehlenswert wie in deren Erscheinungsjahr. Zudem haben es weder Autor noch Illustrator verdient, in diesem Affentempo der Buchpreisbindung entbunden auf dem Ramschtisch zu landen! Doch wer gibt dieses Tempo vor? Sind es die Verlage, die schreibende Zunft oder beharrt tatsächlich der Leser auf immer mehr Lesestoff in immer kürzeren Abständen. Meine …

Alles hat seine Zeit oder Warum ich Bücher selten zweimal lese!

Die Bibel führt den Rang der meistverkauftesten Bücher an. Dort im Buch Kohelet, das dem weisen König Salomo zugeschrieben wird, findet sich auch der bekannte Weisheitsspruch „Alles hat seine Zeit“. Ihn möchte ich zitieren, wenn es um die Frage geht, warum ich Bücher selten zweimal lese und nur ganz wenige von ihnen überhaupt behalte. Menschen, die mich in meinen heimischen Gefilden besuchen kommen, sind bisweilen erstaunt über die wenigen Bücherregale, die ich besitze, müsste man ob meiner schon über zehn Jahren währenden Tätigkeit als Buecherkinder-„Mama“ und meiner noch viel länger andauernden Leidenschaft für das Buch eine Bibliothek größeren Ausmaßes vermuten. Doch wie es im Buch Kohelet heißt, hat eben alles seine Zeit und viele der von mir gelesenen Bücher auch. Dass mich ein Buch vom Hocker haut, mir Tränen in die Augen treibt, mir eiskalte Schauer über den Rücken jagt oder mich nachdenklich zurück lässt, liegt natürlich in erster Linie daran, dass die Geschichte gut geschrieben ist. Dass aber aus einer fesselnden Geschichte eine überragende Geschichte wird, hat für mich auch viel mit dem Moment …

15 Bücher für 15 potenzielle Jugendredakteure

Die Buecherkinder-Redaktion ist auf der Suche nach neuen Jugendredakteuren ab 12 Jahren! Bewirb dich jetzt! * Seit über 10 Jahren bewerten junge Leser auf Buecherkinder.de aktuelle Literatur, viele von ihnen schon über etliche Jahre hinweg. Regelmäßig „entwachsen“ allerdings einige Leser der Kinder- und Jugendredaktion, so dass ich hin und wieder auf Nachwuchssuche gehen muss. Da die männlichen Redakteure zur Zeit etwas unterbesetzt sind, würde ich mich besonders über Bewerbungen von Jungen freuen, Leserinnen dürfen sich natürlich auch bewerben! Voraussetzung: Du bist zwischen 12 und 16 Jahren jung. Du liest gerne, viel und auch recht flott. Du bist allen Genres gegenüber aufgeschlossen. Du kannst dir vorstellen etwa 10 Bücher pro Jahr zu lesen und eine ordentliche Kritik zu verfassen. Dein Wohnort oder deine Postadresse ist in Deutschland, sonst wird das Porto leider zu teuer. Und sonst? Deine Buchkritiken erscheinen auf der Webseite Buecherkinder.de und in gekürzter Form gelegentlich in der Fachzeitschrift Eselsohr. Es besteht die Möglichkeit, Gastbeiträge im Buecherkinder-Blog zu verfassen. Alle Rezensionsexemplare darfst du selbstverständlich behalten. Dir entstehen keine Kosten, dafür aber jede Menge Lesespaß! …

Sammelsurium Numero 1 – Netzfundstücke, Buchtipps, Termine, Kurioses

Regelmäßig stolpert man im Netz aber auch ganz analog in Zeitung und Zeitschrift über lesenwerte Beiträge, Buchtipps, interessante Termine und bisweilen auch Kurioses. Unter dem Begriff „Sammelsurium“ – übrigens ein wie ich finde ganz wunderbares Wort – möchte ich zukünftig in loser Folge und, wie das Wort schon sagt, bunt durcheinandergewürfelt über Lesens- und Wissenswertes und bisweilen auch Amüsantes berichten. Netzfundstücke Wie Lesen helfen kann, darüber berichtete Andrea Gerk in der Reihe „Lesen als Medizin“ im WDR 3. Die Beiträge stehen zum Nachhören zur Verfügung. www.wdr3.de/literatur/lesenhilft100.html „Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden“ ist in neuer Übersetzung erschienen. Hans von Trotha von der ZEIT ist mehr als begeistert. www.zeit.de/2014/53/nils-holgerssons-wunderbare-reise-durch-schweden-selma-lagerloef Facebook-Chef Mark Zuckerberg will 2015 mehr lesen und hat einen virtuellen Buchclub gegründet. Die WELT allerdings wettert: „Facebook und Bücherlesen schließen sich aus“. Was für ein riesen Quatsch, sage ich! Und ihr? www.welt.de/kultur/literarischewelt/article136028520/Facebook-und-Buecherlesen-schliessen-sich-aus.html Die FAZ weist in ihrem Artikel „Bilder, die den Raum erobern“ auf zwei interessante Bilderbuchausstellungen in Hannover und Frankfurt hin. www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/ausstellungen-fuer-kinder-bilderbuecher-in-hannover-und-frankfurt-13337540.html Monatliche Buchtipps Erstlesebuch des Borromäusverein im Monat Januar ist Kommissar Ping und das …