Jahr: 2016

BEO – ein besonderer Hörbuchpreis

Ganz ehrlich? Ich bin ein Fan von ausgeschriebenen Kinder(hör)buch-Preisen, von dotierten sowieso und wenn diese dann auch noch in einem würdigen Rahmen verliehen werden, bin ich geradezu entzückt. So war meine Vorfreude auf die feierliche Preisverleihung des Deutschen Kinderhörbuchpreises BEO, der ich zum zweiten Mal beiwohnen konnte, mehr als verständlich. Der Beo Kinderhörbuchpreis ist der einzige Preis, der sich ausschließlich den Hörbüchern bzw. -spielen für Kinder und Jugendliche widmet und das finde ich richtig gut. Denn genauso wie man auf dem Buchmarkt unter 8.000 Neuerscheinungen pro Jahr im Bereich Kinder- und Jugendliteratur gerne den Überblick verliert, so geht es einem im Hörbuchsektor nicht wirklich anders. Wie schön also, dass eine namhafte Fachjury aus neun Mitgliedern und eine Kinderjury, dieses Jahr bestehend aus 18 Kindern der Klassenstufe 4 und 5 der Freien Montessori Schule in Berlin-Köpenick, für mehr Licht im Dunkeln des Hörbuch-Dschungels sorgten. Der Film über die BEO Kinderjury zeigt, wie intensiv sich die Schülerinnen und Schüler mit den einzelnen Hörbüchern auseinandersetzten. Besonders spannend ist auch das Statement der Lehrerinnen (bei 2:00 Min.), dass über …

Hamburg, meine (Kinderbuch-)Perle

Hamburg ist immer eine Reise wert, und mit der Elbphilharmonie hat der Besucher ab jetzt eine Sehenswürdigkeit mehr, die es „abzuklappern“ gilt. Doch auch wenn ich diesem Jahrhundertbauwerk meine Aufwartung machte, so galt mein Besuch in der Hansestadt doch ganz anderen „Sehenswürdigkeiten“. Man kann Hamburg sicherlich – neben Berlin und Frankfurt – als Verlagshauptstadt bezeichnen und in Sachen Kinder- und Jugendmedien ist die Stadt im hohen Norden wahrlich gut aufgestellt. Gleich zwei große Verlagshäuser für Kinder- und Jugendbücher fallen mir sofort ein und jede Menge kleine aber feine Verlage für Kinderbücher und -hörbücher sowieso. Dazu gesellen sich noch das Kinderbuchhaus im Altonaer Museum, das sich seit über 10 Jahren liebevoll und in besonderem Maße den Bilderbüchern zuwendet. Zahlreiche auf das Kinderbuch spezialisierte Buchhandlungen runden das Gesamtpaket ab. Kein Wunder also, dass ich meine Reise zur Preisverleihung des BEO-Kinderhörbuchpreises  (Bericht folgt) gleich einmal um einen Tag ausdehnte, um mich in der Kinderbuchlandschaft Hamburgs ein wenig umzuschauen. Tatsächlich beschränkte ich mich sogar auf den Stadtteil Altona und konnte per Pedes die Verlage Oetinger und Carlsen und das …

Diogenes – Kinderbücher mit Charakter!

Vor einigen Wochen suchte ich unter den Bilderbuch-Redakteuren jemanden, der die Bilderbücher aus dem Diogenes Verlag genauer unter die Lupe nimmt. Sabrina Kalmykov aus der Redaktion meldete sich sofort. Hier kommt nun ihr Blogbeitrag über … Kinderbücher mit Charakter Sollte es für den ein oder anderen nicht sofort greifbar sein: Diogenes, das sind so tolle Bücher wie zum Beispiel „Wo die wilden Kerle wohnen“, „Der Maulwurf Grabowksi“ oder „Ein Apfelbaum im Bauch“. Und auch eins meiner absoluten Lieblingsbücher ist in diesem Verlag erschienen: „Kein Kuss für Mutter“. Es sind keine Kinderbücher, so wie man sie sich vielleicht erst mal vorstellt: glatt und lieb, nicht unbedingt tiefgründig, oft mit absehbaren Friede Freude Eierkuchen Enden. Nein – hier handelt es sich um Kinderbücher mit Profil, mit Charakter, mit politischen und moralischen Botschaften. Die Geschichten und Bilder regen die Leser (Vorleser und Zuhörer) dazu an, ihre Fantasie zu nutzen und sich ihre Umwelt genauer anzuschauen. Kinder werden aufgefordert kritisch zu denken. Wir werden dazu angehalten, unseren Lebenswandel und unseren Umgang mit der Welt genauer zu betrachten: Warum wird …

Ist bei Lüftner die Luft raus?

„Ist bei Lüftner die Luft raus?“ – „Wohl kaum!“, dachte ich mir als ich diese Collage (by www.matzilla.de) in steter Regelmäßigkeit seit Anfang Oktober im Netz auftauchen sah. Aber schon damals war mir klar, dass Kai Lüftner da irgendetwas Besonderes ausbrütet und deshalb habe ich mal einen genaueren Blick auf die Kampagne geworfen. Aber zunächst geht es kurz ein paar Jahre zurück … Ich begegnete Kai das erste Mal persönlich im März 2013 auf der Leipziger Buchmesse. Damals zogen seine „Milchpiraten“ in den Leipziger Lesekompass ein. Seitdem sind wir – sagen wir mal – gummibandmäßig miteinander verbunden. Mal hören wir wenig voneinander, mal schnackelt es im Gummiband und zack treffen wir uns in Berlin, Leipzig oder Solingen wieder. Ich mag Kai, und das nicht nur, weil er auf den ersten Blick so gar nicht wie ein Kinderbuchautor aussieht. Ich mag ihn, weil er sich nicht verbiegt, weil er ein Original ist und sich treu bleibt. Vermutlich ist genau das auch das (offene) Geheimnis seines Erfolges. Umso neugieriger wurde ich deshalb als Kai Anfang Oktober seine …

Schöne Bücher aus Flandern & den Niederlanden

Der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2016 heißt dieses Jahr Flandern & die Niederlande (meine Beiträge über die Reise ins Gastland findet ihr hier). Auch die Nachwuchsredakteure von Buecherkinder.de haben schon fleißig Literatur aus dem Gastland gelesen und für gut befunden. Eine kleine Auswahl aktueller Buchtipps, die absolut keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, habe ich für euch zusammengestellt. Buchtipps aus dem Ehrengastland Flandern & die Niederlande Bilderbuch Der Hund, den Nino nicht hatte Edward van de Vendel Anton van Hertbruggen (Illustration) Rolf Erdorf (Übersetzung) Bohem Mit „Der Hund, den Nino nicht hatte“, haben Edward van de Vedel und Anton van Hertbruggen ein tolles Kinderbuch geschaffen, das uns zwischen den Zeilen zum Philosophieren einlädt. Darüber, dass manche Wünsche, wenn sie erfüllt werden, ganz andere Ergebnisse erbringen, als gehofft. Darüber, dass man immer nur so einsam ist, wie man sich fühlt. Und darüber, dass die Fantasie uns nie im Stich lässt, wenn wir sie nur zu uns lassen. „Der Hund, den Nino nicht hatte“, ist ein Buch für Kinder, die auch mal nachdenklichere Töne mögen. Aber es ist …