Monate: Februar 2017

Acht Kinder und jede Menge Bücher

Nun ist er gekommen, mein erster Tag als Dozentin im Ulla-Hahn-Haus. Nach bald 15 Jahren Online-Redaktion – die ich selbstverständlich weiterführe –  wird in Monheim sozusagen ein „greifbarer“ Ableger der Bücherkinder entstehen. Über mangelnden Medienrummel konnte ich mich im Vorfeld jedenfalls nicht beklagen. Nach dem ersten Artikel am 19. Januar, der in der Rheinischen Post erschien, klingelte das Telefon gleich mehrfach und heraus kamen ein Interview im Libelle-Magazin und auch die Rheinische Post berichtete kurz vor Kursstart am vergangenenen Freitag ein weiteres Mal. Jede Menge Vorschuss-Lorbeeren sozusagen, die es am gestrigen Montag einzulösen galt. Dennoch war mir bewusst, dass die „Konkurrenz“ in Sachen Freizeitgestaltung für Kinder riesig ist und die Tage von 9- bis 12-Jährigen eben auch nur 24 Stunden haben. Umso mehr freute es mich, dass aus den vier fest angemeldeten Kindern am ersten Kurstag plötzlich acht wurden, die sich auch noch gleichmäßig auf die Geschlechter verteilten. Zum Kennenlernen ließ ich die Kinder von ihren Lieblingsbüchern berichten und einen kleinen Steckbrief ausfüllen. Und trotz meiner langjährigen Erfahrung erstaunt es mich doch immer wieder, mit …

Über gute und „schlechte“ Bücher

In der vergangenen Woche berichtete ich als Facebook-Kuratorin für das Ulla-Hahn-Haus, um dort meine Arbeit mit den Bücherkindern vorzustellen. Einen Beitrag widmete ich der Auswahl unserer Buchtitel. Ein Facebook-Kommentar ließ mich aufhorchen und ich entschied mich, diesen ausführlich zu beantworten. Dieser Artikel ist eine Kopie des Facebook-Beitrags vom 10.2.2017. Beitrag: […] Alles in allem versuche ich eine gute Mischung zwischen Lesefutter und literarischen Titeln hinzubekommen […] Kommentar: Äh, definiere ‚Lesefutter‘. Schrott, der für Discounter oder nach wenigen Wochen im Ramsch landet, hat in einer solchen Liste doch ehedem nix zu suchen. Diesen Kommentar möchte ich zum Anlass nehmen, etwas ausführlicher über gute oder „schlechte“ Bücher zu sprechen (wobei mir diese Bezeichnung eigentlich gar nicht gefällt). Was ist „Lesestoff“? Lesestoff ist für mich zügig wegzulesende Lektüre, die mich nicht zu sehr anstrengt und für netten Zeitvertreib sorgt. (Und nein, NETT ist nicht die kleine Schwester von Scheiße sondern wirklich nett!!) In meinen Augen benötigt man Lesestoff in jedem Lesealter. In der Grundschulbücherei, die ich viele Jahre leitete, war die Reihe „Das magische Baumhaus“ damals der Renner. …

Abenteuer in der Teppichwelt

Manchmal muss man einfach nur eine Brille mit dicken Vergrößerungsgläsern anziehen und ganz genau hinschauen. Dann kann man sie vielleicht entdecken, die Einwohner von Filz, die auf dem Dachboden eines verwinkelten Hauses leben. Denn genau dort liegt ein ziemlich alter Perserteppich, den Rotweinflecken und Brandlöcher zieren. Und ganz tief in ihm drin liegt das schöne, bunte Land Filz mit seinen fusseligen Bewohnern den Filzern. Eigentlich könnte alles so schön sein, wäre da nicht Lisa, die gerade mit ihrem Vater in das verwinkelte Häuschen einzieht. Denn als sie sich auf dem staubigen Dachboden umschaut, reißt ihr Armband und eine Perle kullert mitten hinein ins kleine Land Filz. Doch nur der Filzjunge Flocke glaubt Opa Wollinger, der vor der Kugel warnt. Er weiß, dass sie den Untergang aller Filzer bedeuten kann, denn immer, wenn etwas auf Filz fällt, kommt kurz darauf der große Sog und saugt alles weg. So macht sich Flocke zusammen mit dem Filzmädchen Fussel auf den Weg, der sie jenseits des Perserteppichs führt und mit großen und kleinen Abenteuern gepflastert ist. Ob die beiden …